Im Lichte des wachsenden Interesses an Mehrsprachigkeit in Familien beleuchtet dieser Vortrag die Familiensprachenpolitiken von in Schweden lebenden Familien, zu deren sprachlichen Repertoires das Litauische gehört. Der Vortrag basiert auf den Ergebnissen meiner Dissertationsstudie (Bissinger, 2021), in der mithilfe eines soziolinguistisch-ethnographischen Ansatzes untersucht wurde, wie Familiensprachenpolitiken konstruiert, implementiert und innerhalb der Familie verhandelt werden.
Im Fokus stehen die Erfahrungen von Familienmitgliedern mit dem Gebrauch der Herkunftssprache sowie die Frage, welche Faktoren deren Verwendung fördern oder erschweren. Dabei werden unterschiedliche (implizite und explizite sowie interne und externe) Sprachenmanagementstrategien und -entscheidungen betrachtet und zugrundeliegende Sprachenideologien diskutiert. Darüber hinaus wird die Rolle von Kindern als aktive Mitgestalter familiärer Sprachpraktiken beleuchtet. Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem den emotionalen Erfahrungen der Familienmitglieder und deren Bedeutung für die Ausgestaltung und Aushandlung von Familiensprachenpolitiken.
Der Vortrag verdeutlicht den dynamischen Charakter von Familiensprachenpolitiken und hebt die aktive Rolle von Kindern hervor, da diese nicht nur Empfänger elterlicher Sprachentscheidungen sind, sondern als aktive Akteure maßgeblich an der Gestaltung von Familiensprachenpraktiken beteiligt sind.
Referenz:
Bissinger, F. H. (2021). Family language policies and immigrant language maintenance: Lithuanian in Sweden. (Doctoral dissertation, Stockholm University). Universitetsservice US-AB. http://urn.kb.se/resolve?urn=urn:nbn:se:su:diva-195142
Moderation: Dr. Anastasija Kostiučenko-Kessler, Institut für Baltistik
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