Die frühe Neuzeit, insbesondere das 17. und 18. Jahrhundert, gilt im europäischen Raum als Zeitalter der Hypochondrie. Während in der antiken Überlieferung Hypochondrie eine körperliche Krankheit unter dem Brustbeinknorpel (hypo chondrios) bezeichnet, erhält sie um 1700 ihre moderne Bedeutung der Krankheitsangst. Häufig wird sie auch als Krankheit der Gelehrten (verursacht durch übermäßiges Sitzen) und als Zivilisationskrankheit (luxuriöser Lebensstil) verhandelt. Die Bezeichnung Modekrankheit lässt vermuten, dass man sich bereits durch das Hören über diese Krankheit leicht ‚anstecken‘ kann.
Der Vortrag erklärt, wie Hypochondrie in der frühen Neuzeit als Krankheitskonzept gedacht wurde (z.B. ist sie eng verwandt mit Melancholie und Hysterie) und wie sie zur Mode- und Epochenkrankheit werden konnte. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Literatur: Als ‚eingebildete Krankheit‘ hat die Hypochondrie eine große Nähe zur Fiktion.
Vorträge im Wintersemester 2026/2027
02.11.2026 / Prof. Dr. Steffen Fleßa / One-Health-Region Vorpommern: Mensch, Tier und Umwelt gemeinsam gesund
30.11.2026 / Prof. Dr. Nils-Olaf Hübner / Der Mond ist ausgegangen – was Lichtverschmutzung mit Mensch und Natur macht
07.12.2026 / Prof. Dr. Elisabeth Flucher / Hypochondrie. Modekrankheit der Frühen Neuzeit
21.12.2026 / Prof. Dr. Andreas Schlundt / Von Bauplänen, Botendiensten und Genen in 3D: Neues aus der (Selbst)Regulation unserer Erbinformation
04.01.2027 / Dr. Amrei Koch / Zwischen den Zeilen: Wie ein Textstück aus Qumran Überlieferungen neu formt
Weitere Informationen
www.uni-greifswald.de/uni-rathaus
Die Vorträge finden jeweils montags um 17:00 Uhr im Bürgerschaftssaal des Rathauses (Am Markt) statt. Der Saal ist für Rollstuhlfahrende erreichbar. Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei. Eine vorherige Anmeldung nicht erforderlich.
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