ForEU4All-Workshop im Europäischen Parlament in Straßburg – Von den Campus zu den Gemeinschaften

Der Workshop widmete sich der mehr als relevanten Transformation der European University Alliances (EUAs) von administrativen Rahmenwerken hin zu lebendigen Gemeinschaften. Die Veranstaltung brachte Studierende, Mitarbeiter und politische Entscheidungsträger zusammen und untersuchte die psychologischen und strukturellen Hindernisse für eine gemeinsame europäische Identität, mit dem Ziel, die Kluft zwischen einzelnen Campus zu überbrücken und Gemeinschaften mit einem Zugehörigkeitsgefühl zu bilden.

Förderung von Zugehörigkeit und Identität

Ein zentrales Thema war die Unterscheidung zwischen einem reinen Austauschprogramm und einer echten Gemeinschaft. Während bei Erasmus+ vorrangig die Mobilität im Vordergrund steht, erfordert ein echtes „Zugehörigkeitsgefühl“ eine gemeinsame Wertegemeinschaft. Die Teilnehmer*innen argumentierten, dass EUAs bürokratische Sprache – wie etwa „Arbeitspakete“ – zugunsten des Geschichtenerzählen aufgeben müssen, das mit persönlichem und beruflichem Wachstum in Einklang steht.

Governance und Motivation

Der Workshop schlug ein duales Governance-Modell vor: eine starke, gemeinsame strategische Vision, die dennoch flexibel genug für lokale Anpassungen bleibt. Mittlere Führungskräfte wurden als wesentliche Brücke identifiziert, die hochrangige Ziele in Bottom-up-Initiativen umsetzt. Um dieses Engagement aufrechtzuerhalten, betonte der Workshop, dass intrinsische Motivation mit formaler Anerkennung einhergehen muss. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören die Integration von Allianzaktivitäten in die Lehrpläne über ECTS-Punkte und die Verwendung von „Open Badges“ zur Zertifizierung von Querschnittskompetenzen, wodurch die Teilnahme zu einem anerkannten akademischen Pluspunkt wird.

Strategische Öffentlichkeitsarbeit und Maßnahmen

Um dem Gefühl entgegenzuwirken, dass diese Möglichkeiten „nichts für mich“ seien, plädierte der Workshop für einen gezielten Kommunikationsrahmen. Durch die Einbindung von Professor*innen, Studierendenvertreter*innen und Alumni*Alumnae können Allianzen von einer rein generischen Kommunikation hin zu einem „Meta-Targeting“ übergehen, das den*die richtige*n Studierende*n zur richtigen Zeit erreicht.

Diese Erkenntnisse mündeten in zwölf Prototypen, darunter Community-Toolkits wie ein Kunstwettbewerb zum Thema „Home Away from Home“, eine gemeinsame Forschendendatenbank sowie kulturelle Initiativen wie „Festivalliance“. Einblicke in bewährte Praktiken zur Einbindung von Studierenden und Mitarbeitenden konnten auch aus der Poster-Session gewonnen werden, in der auch KreativEU seinen studierendenzentrierten Ansatz mit „Making the Student Voice Count. Students co-creating educational offers and events“ vorstellte.

Fazit

Der Erfolg von EUAs hängt vor allem von der emotionalen und beruflichen Integration ihrer Mitglieder ab. Durch die Konzentration auf formelle Anerkennung, gezielte Kommunikation und ein gemeinsames Ziel können sich EUAs von einer Ansammlung von Campus zu einer einheitlichen europäischen Gemeinschaft entwickeln.