Was geschieht, wenn 14.000 Jahre Geschichte auf die modernen Herausforderungen in den Bereichen Energie und Ökologie treffen? Die Universität Greifswald und die beiden Assoziierten Partner von KreativEU, das Pommersche Landesmuseum und das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege, haben kürzlich die von 22. bis 26. Juni 2026 stattfindende Präsenzwoche ihres immersiven KreativEU International Walking Seminars „Pommern – Land am Meer“ abgeschlossen. Die Ergebnisse waren geradezu inspirierend.
Eine ganze Woche lang wurde die Ostseeküste zum lebendigen Seminarraum. Die Teilnehmer*innen durchquerten eindrückliche Landschaften, um zu ergründen, wie wir die Umwelt wahrnehmen, nutzen und wertschätzen – von der architektonischen Pracht gotischer Kathedralen bis hin zum industriellen Puls moderner Häfen.
Eine Woche voller Entdeckungen
Die Reise begann im Pommerschen Landesmuseum, wo das preisgekrönte Architekturensemble als Tor zu den tiefgreifenden sozialen und kulturellen Veränderungen der Region und die Galerie der Romantik zu einem ersten Verstehen der Mensch-Meer-Beziehung durch die Beschäftigung mit den Gemälden der Galerie diente. Der Fokus verlagerte sich anschließend auf das Spannungsfeld zwischen Denkmalschutz und Nutzwert; ein Besuch im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund verdeutlichte die Fragilität des Ozeans, während ein Ausflug zu den Häfen von Sassnitz und Mukran die Koexistenz der traditionellen Fischerei mit den nationalen Prioritäten im Bereich Wind- und Gasenergie beleuchtete.
Ein zentraler Abschnitt beleuchtete die „Beziehung zwischen Mensch und Meer“. Anhand von Artefakten der Universitätsbibliothek und Wandmalereien der Marienkirche wurde die Entwicklung des Meeres vom politischen Symbol zur romantischen Sehnsucht analysiert. Ein Spaziergang entlang des Rycks und ein Sprung in die Ostsee ergänzten die theoretischen Einblicke durch ein praktisches Erlebnis. Diese kulturelle Erkundung setzte sich fort mit einem Kontrast zwischen dem Fischerdorf Greifswald-Wieck und den Kaiserbädern in Heringsdorf und Bansin auf der Insel Usedom, die nicht nur für die Bäderarchitektur, sondern eine gesamte Bäderkultur stehen, die es weiter zu erforschen gilt, wie die Direktorin des Landesamts für Kultur und Denkmalpflege betonte.
Blick in die Zukunft
Die Vor-Ort-Erfahrungen mündeten in einem „World Café“, bei dem erste gemeinsame Erinnerungen geschaffen wurden. Doch die Reise geht weiter. Nach der ersten Online-Einführung am 5. Juni 2026 bereiten sich die Teilnehmer nun auf die abschließende Online-Auswertung am 10. Juli 2026 vor, um ihre individuellen Reflexionen vorzustellen und ihre Erkenntnisse mit ihrem Studium bzw. ihrer eigenen akademischen Forschung zu verknüpfen.
