Croy-Teppich wird restauriert – Besucher*innen können Arbeiten in Schauwerkstatt verfolgen

Der Croy-Teppich ist eines der bedeutendsten Textilkunstwerke der Frühen Neuzeit im Ostseeraum und seit 2014 als national bedeutsames Kulturgut geschützt. Für die Restaurierung und Reinigung stehen rund 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. Bis 2028 soll das Kunstwerk für seine neue Präsentation im Pommerschen Landesmuseum vorbereitet werden.

Was normalerweise hinter verschlossenen Türen stattfindet, wird dabei öffentlich sichtbar: In der Schauwerkstatt lässt sich die Arbeit an der Tapisserie unmittelbar verfolgen. Der rund 470 Jahre alte Teppich wird dort gründlich untersucht, gereinigt und restauriert. Die Schauwerkstatt bietet damit Einblicke in einen Restaurierungsprozess, der bei einem Kunstwerk dieser Größe und dieses Alters über einen längeren Zeitraum hinweg stattfindet.

Ein Schatz aus dem pommerschen Herzoghaus

Der Croy-Teppich entstand um 1554 in Stettin im Auftrag des pommerschen Herzogs Philipp I. von Pommern-Wolgast. Angefertigt wurde er von Peter Heymans nach Porträtvorlagen unter anderem von Lucas Cranach d. Ä. Das Bild zeigt die durch Heirat verbundenen sächsischen und pommerschen Herrscherhäuser im Kontext der Reformation. Nach dem kriegsbedingten Verlust des „Pommerschen Kunstschrankes“ gilt die Tapisserie als die künstlerisch bedeutsamste Hinterlassenschaft aus dem pommerschen Herzoghaus.

Seit mehr als 340 Jahren gehört der Teppich der Universität Greifswald. Herzog Ernst Bogislaw von Croy übertrug ihn am 3. Juni 1681 testamentarisch an die Universität. Gemeinsam mit der Tapisserie stiftete er einen goldenen Siegelring und eine goldene Kette, die seit dem 19. Jahrhundert als Amtsinsignien der Rektorin oder des Rektors dienen. Die drei Objekte sind bis heute Eigentum der Universität Greifswald. Seit 2005 wird der Croy-Teppich dauerhaft im Pommerschen Landesmuseum ausgestellt.

Neue Präsentation zum Jubiläum

Die Restaurierung ist Teil eines Interreg-Projekts mit dem Schloss der Pommerschen Herzöge in Stettin. Die Europäische Union fördert das Projekt mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Kofinanziert wird es durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Vorpommern.

2028 soll der restaurierte Croy-Teppich im Pommerschen Landesmuseum neu präsentiert werden. Anlass ist das 900-jährige Jubiläum der Missionsreisen Bischof Ottos von Bamberg nach Pommern in den Jahren 1124 und 1128. Im Zuge der Neugestaltung der Dauerausstellung „Pommern – Land am Meer“ soll die Tapisserie dann wieder als eines der zentralen Objekte zu sehen sein.

Einen Einblick in die laufenden Arbeiten erhielten am 10. September 2026 auch Wissenschafts- und Kulturministerin Bettina Martin und Rektorin Prof. Dr. Katharina Riedel bei einem Rundgang durch die Schauwerkstatt. Der Besuch fand im Vorfeld der internationalen Fachtagung „Verwobene Geschichten. Der Greifswalder Croy-Teppich von 1554 und seine europäischen Bezüge“ statt.

Weitere Informationen
Croy-Teppich und Croy-Fest

Ansprechpartner an der Universität Greifswald 

Stabsstelle Hochschulkommunikation
Domstraße 11, Eingang 2, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 1150
pressestelleuni-greifswaldde

Dr. Thilo Habel
Leitung Kustodie
Domstraße 11, Eingang 4, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 3060
kustodieuni-greifswaldde 

 

Medieninformation


Zurück zu allen Meldungen