150 Jahre Deutsche Philologie in Greifswald: Sprache, Literatur und Gesellschaft im Wandel

„Sprache und Literatur erzählen nicht nur davon, wie Menschen die Welt wahrnehmen. Sie helfen auch, gesellschaftliche Veränderungen zu verstehen und neue Perspektiven auf die Gegenwart zu entwickeln“, sagt Prof. Dr. Eckhard Schumacher, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Deutsche Philologie. Das Jubiläum sei daher auch eine Gelegenheit, die Bedeutung des Fachs für die Gegenwart und seine Perspektiven für die Zukunft in den Blick zu nehmen.

Gegründet wurde das Institut 1876 als Germanistisches Seminar. Nach seiner Auflösung während der DDR-Zeit und der Eingliederung in die Sektion Germanistik, Kunst und Musikwissenschaft wurde es 1990 neu gegründet. Heute umfasst es fünf Arbeitsbereiche: Ältere deutsche Sprache und Literatur, Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie, Germanistische Sprachwissenschaft, Didaktik der deutschen Sprache und Literatur sowie Deutsch als Zweit- und Fremdsprache. Zum Institut gehören außerdem das Pommersche Wörterbuch, das Wolfgang-Koeppen-Archiv, das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik und das Lektorat Deutsch als Fremdsprache. Die Forschung reicht von historischen Sprach- und Schriftpraktiken über Gegenwartsliteratur bis zur Leseförderung und verständlichen Verwaltungssprache. 2026 wurde zudem das nach rund 100 Jahren Arbeit fertiggestellte Pommersche Wörterbuch abgeschlossen. 

Zwei Festtage zwischen Rückblick und Zukunft
Der erste Festtag am Montag, 26. Oktober, steht unter dem Motto „Historische Perspektiven“. Von 18 bis 20 Uhr berichten ehemalige Mitarbeitende in einem moderierten Kolloquium über ihre Zeit am Institut und die Entwicklung der Germanistik in den 1980er und 1990er Jahren.

Am Dienstag, 27. Oktober, richtet sich der Blick auf aktuelle Perspektiven. In kurzen Gesprächsrunden am Vormittag geht es unter anderem um Social Media, Literatur und Geschlecht, Medical Humanities, Romantik und Mehrsprachigkeit. Der Festakt findet von 16 bis 18 Uhr in der Aula der Universität Greifswald statt. Neben einem Festvortrag von Dr. Elisabeth Heigl, Leiterin des Universitätsarchivs, stellen sich zentrale Einrichtungen des Instituts vor. Eine Podiumsdiskussion widmet sich dem Verhältnis von Sprache, Literatur und Gesellschaft. Studierende übernehmen die Moderation und gestalten den Festakt aktiv mit. Ab 18 Uhr klingt das Jubiläum bei einer Feier im Institutsgebäude aus, bei der die Fachschaft Deutsche Philologie die Bar übernimmt. Höhepunkt des Abends ist ein Konzert der Band Seeside, anschließend übernimmt Prof. Schumacher die Rolle des DJs und sorgt damit für einen besonderen Abschluss der Festtage.

Ein Jubiläumsjahr mit Einblicken in die Institutsgeschichte
Mit verschiedenen Aktionen macht das Institut bereits seit dem Sommersemester auf sein Jubiläum aufmerksam. Dazu gehören Popcorn-Vorlesungen, die philologische Themen auf unterhaltsame Weise vermitteln, sowie ein von Studierenden erarbeiteter Wikipedia-Artikel zur Institutsgeschichte. Darüber hinaus wurden historische Dokumente und Publikationen zusammengetragen, um die Entwicklung des Instituts zu dokumentieren. Aktuell werden noch bis zum 6. November Publikationen des Instituts aus den vergangenen 15 Jahren in einem Jubiläumsschaufenster der Rats- und Universitätsbuchhandlung in der Langen Straße präsentiert.

„Sprache und Literatur sind eng mit gesellschaftlichen Entwicklungen verbunden“, sagt Schumacher. „Unser Jubiläum ist deshalb nicht nur Anlass, auf 150 Jahre Institutsgeschichte zurückzublicken, sondern auch zu fragen, welche Bedeutung die Philologie heute hat und welche Perspektiven sich für die künftige Forschung und Lehre eröffnen.“

Weitere Informationen
Für die Teilnahme am Festakt am 27. Oktober von 16 bis 18 Uhr wird um Anmeldung per E-Mail an direktion_idpuni-greifswaldde gebeten.
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Ansprechpartner an der Universität Greifswald 
Prof. Dr. Eckhard Schumacher
Institut für Deutsche Philologie
Rubenowstraße 3, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 3421 bzw. 3404 (Sekretariat)
eckhard.schumacheruni-greifswaldde
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