Besonders deutlich wird dieser Wandel am Universitätshauptgebäude am Rubenowplatz. Das ehemalige Kollegiengebäude wurde 1750 errichtet und stand seit dem 19. Jahrhundert immer wieder im Fokus von Planungen für Umbauten, Umnutzungen und Modernisierungen. Bei der Führung „Umbau, Abriss, Anbau: Eine Universität erfindet sich neu“ zeigt Universitätskustos Dr. Thilo Habel, welche Spuren diese Veränderungen bis heute hinterlassen haben – von der historischen Dekoration bis zur Haustechnik. Die Führung beginnt um 10:00 Uhr am Rubenowdenkmal und ist auf 20 Personen begrenzt.
„Der Tag des offenen Denkmals am 13. September 2026 bietet der Universität Greifswald die Möglichkeit, den technischen Entwicklungen, den Gewinn an Bedeutung sowie wissenschaftliche und soziale Erfordernisse der letzten Jahrhunderte anhand einiger ihrer Gebäude deutlich zu machen. In alten Mauern zu arbeiten bedeutet nicht, den Fortschritt verschlafen zu dürfen“, sagt Habel.
Auch die Alte Universitätsbibliothek in der Rubenowstraße erzählt von diesem Zusammenspiel aus Geschichte und wissenschaftlicher Infrastruktur. Der von Martin Gropius entworfene Backsteinbau wurde zwischen 1880 und 1882 im Stil der italienischen Renaissance errichtet. Als eine der ersten Magazinbibliotheken Deutschlands und erstes eigenständiges Bibliotheksgebäude der Universität war sie von Beginn an eng mit der Entwicklung der Wissenschaft verbunden. Bei Führungen um 11:00, 12:30 und 14:00 Uhr können Interessierte die historische Bibliothek kennenlernen und mehr über ihre Geschichte erfahren. Eine Voranmeldung ist unter iasmusuni-greifswaldde oder +49 3834 420 1641 erforderlich.
Ein weiterer Blick auf historische Infrastruktur bietet sich im Botanischen Garten. Dort führen die technische Leiterin Ingrid Handt und der Bereichsleiter Thoralf Weiß um 14:00 Uhr durch die denkmalgeschützte Gewächshausanlage in der Münterstraße 2. Die 1884 bis 1886 errichteten historischen Gewächshäuser sind ein Denkmal von nationaler Bedeutung und beherbergen bis heute eine teilweise ebenso alte und wertvolle Pflanzensammlung. Die Führung gibt Einblicke in die Geschichte und technische Entwicklung der Anlage und stellt besondere pflanzliche und bauliche Schätze vor.
Der Tag des offenen Denkmals zeigt damit, dass Denkmale an der Universität nicht nur von der Vergangenheit erzählen. Sie sind bis heute Orte für Forschung, Lehre und wissenschaftliches Arbeiten und müssen sich dabei immer wieder neuen Anforderungen stellen.
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