Der Care Concentration Gap bezeichnet die strukturell ungleiche Verteilung konzentrierter Arbeitszeit zum Nachteil von Menschen mit Sorgeverantwprtung.
Insbesondere Frauen/FLINTA* erleben, dass sie sich den Rückzug in tiefe, ungestörte Denk- und Schreibarbeit aktiv erkämpfen und verteidigen müssen – selbst dann, wenn formal Zeit zur Verfügung steht. Konzentration, die im Wissenschaftsbetrieb als Schlüsselressource für Forschung, Schreiben und Karriere gilt, ist damit nicht gleich verteilt, sondern eng mit Fragen von Care-Arbeit, Verfügbarkeit und Macht verbunden. Der zweistündige Online-Vortrag führt in das Konzept des Care Concentration Gap ein und ordnet es in aktuelle Debatten zu Care-Arbeit, Mental Load, Geschlechterungleichheiten und wissenschaftlicher Produktivität ein.
Auf Basis empirischer Befunde, einschlägiger Fachliteratur sowie qualitativer Einblicke aus der langjährigen Arbeit mit Wissenschaftler*innen wird gezeigt, wie Sorgearbeit – insbesondere in ihrer kognitiven und emotionalen Form – Fokusräume systematisch verschließt. Dabei wird deutlich, dass es sich nicht um individuelle Organisations- oder Resilienzdefizite handelt, sondern um strukturelle Bedingungen, die wissenschaftliche Karrieren ungleich beeinflussen und bestehende Ungleichheiten reproduzieren.
Der Vortrag schließt mit einer moderierten Q&A-Phase, die Raum für Austausch, Einordnung und Anschlussfragen bietet.
Referentin
Dr.in Wiebke Vogelaar
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Kontakt
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