The Renaissance of Typology in the Twelfth Century. A Cultural History of Biblical Exegesis

Öffentliche Veranstaltung

Die typologische Bibelexegese erfuhr im 12. Jh. eine verblüffende Wiederbelebung. Im 2. und 3. Jh. als apologetische Argumentationsstrategie gegenüber Juden, Häretikern und Heiden entwickelt, kam die christliche Lesart des Alten Testaments in unterschiedlichsten Kontexten und Medien erneut zur Geltung. Das Interesse bestand weniger darin, die Typologie als hermeneutisches Verfahren weiterzuentwickeln. Auch der Vielzahl an Typen und Antitypen, die bereits im christologisch ausgerichteten ‚Dialogus cum Tryphone‘ von Justin dem Märtyrer (gest. 165) kaum überschaubar ist, hatte man wenig hinzuzufügen. Kennzeichnend war vielmehr die Intensität, mit der das tradierte Denkmuster erneut bemüht wurde. Gänzlich neu war die genreübergreifende Präsenz der Typologie. Auffällig ist dabei, dass die jeweiligen Text- und Objektarten für das 12. Jh. spezifisch waren, das heißt weder zuvor noch danach in einer vergleichbaren Fülle konzipiert und rezipiert wurden. Auch in der aufkommenden höfischen Epik ist typologisches Denken präsent. Der Vortrag stellt das Buchprojekt zur dieser Thematik vor und geht auf einzelne Beispiele vertiefend ein.

Kathrin Müller ist seit 2017 Prof*in für Bildkulturen des Mittelalters am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin. 2006 Promotion an der Universität Hamburg mit einer Arbeit über astronomische und kosmologische Diagramme des Hochmittelalters und 2018 Habilitation mit einer Arbeit über spätmittelalterliche Tierdarstellungen.

Ort: Seminarraum 3.07, Domstraße 9 A

Kontakt
Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte des Mittelalters
Historisches Institut der Universität Greifswald
Domstraße 9 A, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 3309 
mittelalteruni-greifswaldde 
https://geschichte.uni-greifswald.de/ma/

 

Organisator

  • Professorin Dr. Cornelia Linde

Veranstaltungsort

  • Historisches Institut
    Domstraße 9 A
    17489 Greifswald