Die Dissertation untersucht die Verbreitung und Durchsetzung päpstlicher Normen zum Verhalten und Leben des Weltklerus in den skandinavischen Erzbistümern vom 12. Jahrhundert bis zur Reformation. Durch die Analyse von Kirchenrechtstexten und Synodalstatuten soll ein theoretisches Rahmenkonzept der Normen aufgestellt werden, während die Untersuchung von päpstlicher und episkopaler Korrespondenz sowie Suppliken der Apostolischen Pönitentiarie Aufschluss über Lebensrealität und Normabweichungen des Weltklerus geben. Zu den prominenten Bereichen von Normen gehören: Kleidung, Sexualität, körperliche Unversehrtheit, Gewaltausübung und Freizeitbeschäftigungen, weitere Normen werden jedoch ebenfalls erörtert. Abschließend untersucht Frau Hellinger Gründe für einen Wandel der Toleranz gegenüber Normabweichungen durch eine genaue Betrachtung externer und interner Einflüsse auf den skandinavischen Klerus über den Untersuchungszeitraum. Im Kolloquium präsentiert Frau Hellinger einen Teil ihrer Arbeit, der sich vor allem mit der Sexualität der Kleriker beschäftigt, aber auch mit verwandten Themen.
Henriette Hellinger ist Doktorandin am Internationalen Graduiertenkolleg „Baltic Peripeties. Narratives of Reformations, Revolutions and Catastrophes”. Sie schloss 2021 ihr Bachelorstudium in Geschichte und Skandinavistik an der Universität Greifswald ab und erwarb 2023 ihren Master „History and Culture of the Baltic Sea Region“.
Ort: Seminarraum 3.07, Domstraße 9 A
Kontakt
Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte des Mittelalters
Historisches Institut der Universität Greifswald
Domstraße 9 A, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 3309
mittelalteruni-greifswaldde
https://geschichte.uni-greifswald.de/ma/
