Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Region angesichts globaler Herausforderungen widerstandsfähiger werden kann. Dafür sollen dauerhafte Forschungs- und Transferstrukturen aufgebaut werden, die Wissenschaft, Politik und Gesellschaft miteinander vernetzen. Geplant ist unter anderem ein Ostseemonitor, der Informationen zur Stärkung der Resilienz – also der gesellschaftlichen Widerstandsfähigkeit – bereitstellt. Zudem wird ein bestehendes Geoportal kontinuierlich mit neuen Erkenntnissen über die Entwicklung der Region ergänzt.
Das neue Vorhaben knüpft an die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Fragmentierte Transformationen. Wahrnehmungen, Konstruktionen, Verfasstheiten einer Region im Wandel“ (FragTrans) an, das von 2021 bis 2026 mit 9,2 Millionen Euro vom BMFTR gefördert wurde. Darin untersuchten Wissenschaftler*innen des IFZO die tiefgreifenden Veränderungen, die den Ostseeraum seit dem Ende des Kalten Krieges prägen. Das Konsortium vereint Antragstellende aus der Politik-, Wirtschafts-, Geschichts- und Kommunikationswissenschaft, der Skandinavistik und Fennistik sowie der Geographie.
Prof. Dr. Margit Bussmann, Sprecherin des Projektes FragTrans, sagt: „Nach den demokratischen Umbrüchen in Ostdeutschland und den osteuropäischen Nachbarstaaten entwickelten sich neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den Ostseeanrainern. Gleichzeitig rückten gemeinsame Herausforderungen wie Sicherheit, Klimawandel, Energiewende, Umweltbelastungen der Ostsee und der Erhalt des kulturellen Erbes stärker in den Fokus.“
Im Rahmen des Projekts FragTrans entstanden praxisnahe Werkzeuge und Handlungsempfehlungen. So macht das IFZO-Geoportal Veränderungen der Landnutzung über längere Zeiträume sichtbar und trägt dazu bei, ökologische Entwicklungen besser zu verstehen. Im Bereich der Energieversorgung zeigte die Forschung, dass nachhaltige und sichere Versorgungskonzepte grenzüberschreitend gedacht werden müssen. Zudem rückte die Bedeutung des kulturellen Erbes in den Mittelpunkt: Traditionelles Handwerk und historische Techniken können nach Ansicht der Forschenden dazu beitragen, Gesellschaften widerstandsfähiger gegenüber Krisen zu machen.
„Mit dem neuen Förderprojekt wollen die Beteiligten diese Erkenntnisse weiterentwickeln und langfristig nutzbar machen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit im Ostseeraum zu stärken und wissenschaftliche Erkenntnisse stärker in gesellschaftliche und politische Entscheidungsprozesse einzubringen“, sagt Prof. Dr. Clemens Räthel, Sprecher des IFZO und des neu geförderten Projektes Resilienter Ostseeraum.
„Der Forschungsschwerpunkt Ostseeraum ist ein zentrales Profilmerkmal der Universität Greifswald. Die erneute Förderung durch den Bund stärkt unsere Position als führender Standort für interdisziplinäre Ostseeraumforschung. Zugleich schaffen wir Strukturen, um wissenschaftliche Expertise für Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar zu machen. Damit festigen wir die Rolle der Universität Greifswald als wichtiger Partner für die Entwicklung eines resilienten Ostseeraums“, betont Prof. Dr. Daniel Schiller, Prorektor für Forschung und Transfer.
Weitere Informationen
Das Interdisziplinäre Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO) erforscht die Geschichte, Gegenwart und zukünftigen Herausforderungen des nordöstlichen Europas. Im Zentrum der Arbeit steht der Ostseeraum als geographische und politische Einheit, die durch eine Vielfalt an Kulturen, ein einzigartiges Ökosystem und eine hohe geopolitische Bedeutung geprägt ist.
Interdisziplinären Forschungszentrums Ostseeraum (IFZO)
Forschungsschwerpunkt Ostseeraum
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Interdisziplinäres Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO)
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