Playa de las Catedrales - Foto: Esther Kühnert

Esther Kühnert

Profilfoto EK - Foto: Esther Kühnert

Studium in Greifswald
Lehramt Gymnasium Geschichte, Englisch, DaF 


Aktivität im Ausland
Erasmus, Universidad de Oviedo (Spanien)


Zeitraum
Januar - Juni 2020


Wieso ich ins Ausland gegangen bin?
„Mehrere Monate in einer mir unbekannten Gegend mit anderen Gepflogenheiten und einer fremden Sprache geben mir die Möglichkeit, meine Sprachkenntnisse zu verbessern, über den Tellerrand zu gucken und Erfahrungen zu machen, die so zuhause nicht möglich wären. Außerdem kann ich dem grauen, nassen Greifswalder Winter entfliehen und ihn gegen die spanische Sonne eintauschen."

04.02.2020

Playa de las Catedrales 2 - Foto: Esther Kühnert
Playa de las Catedrales an der Küste Asturiens
Campus del Milán - Foto: Esther Kühnert
Campus del Milán, Universidad de Oviedo
Blick auf die Kathedrale - Foto: Esther Kühnert
Blick auf die Kathedrale durch die Calle Mon
Skulpturen - Foto: Esther Kühnert
Skulpturen wie diese prägen das Stadtbild Oviedos
Busfahrt - Foto: Esther Kühnert
Busfahrt durch die Berglandschaft Asturiens

 

„Oviedo? Wo ist das denn?“ und  „Du studierst doch Englisch, was willst du denn in Spanien?“ sind Fragen, die ich im Vorfeld meines Erasmus-Semesters einige Male beantworten durfte. Oviedo ist eine ca. 200.000 Einwohner starke Stadt in Asturien, an der Nordküste Spaniens. Was ich als Englisch-, Geschichts- und DaF-Studentin von einem Semester in Spanien habe, wusste ich vor der Abreise auch nicht so genau.

 

Bei der Entscheidung für mein Zielland spielte für mich hauptsächlich die geographische Lage eine Rolle. Das IfAA hatte neben anderen Städten auch einen Erasmus Platz in Oviedo ausgeschrieben und nach einer kurzen Google Recherche war ich sehr angetan von der Idee, die Costa Verde, also die grüne Küste Spaniens kennenzulernen.

 

Nun bin ich schon bald drei Wochen hier und bin davon überzeugt, dass ich keine bessere Entscheidung hätte treffen können. Wenn ich mit Bekannten aus Deutschland telefoniere fällt es mir schwer, nicht wie eine Dauerwerbesendung für Tourismus in Asturien zu klingen, so gut gefällt mir Oviedo und die umliegende Landschaft. Die Nähe zum Meer ist man als Studentin aus Greifswald zwar gewöhnt, aber dass man in einer halben Stunde nicht nur am Strand, sondern auch in den Bergen sein kann, ist schon ein echtes level up gegenüber der Vorpommerschen Wahlheimat.

 

Davon abgesehen ist Oviedo klein genug, dass man schnell einen Überblick gewinnt und trotzdem so groß, dass man das Gefühl hat, auch im Zeitraum eines Semesters noch jeden Tag etwas Neues entdecken zu können. Es gibt viele mittelalterliche Gebäude, kostenlose Museen, Parks und Grünflächen und eine Fülle von Cafés, Bars und Restaurants. Außerdem ist Oviedo die sauberste Stadt Spaniens.

 

Seit meiner Ankunft fällt mir aber neben der Attraktivität der Umgebung noch ein weiterer Vorteil eines Erasmus‘ in Spanien auf: Ich hatte weder zu Schul- noch zu Studienzeiten groß etwas mit der spanischen Sprache am Hut. Als Geschichtsstudentin holte ich am Anfang meines Studiums das Latinum nach, das war bisher jedoch mein einziger Bezugspunkt zu den romanischen Sprachen. Als mein Erasmus-Ziel konkret wurde, besuchte ich zwar einen Sprachkurs des FMZ, jedoch erreichte ich in diesem einen Semester nur ein sehr bescheidenes Niveau der Sprache.

 

Jetzt bin ich in einer Gegend, in der die englische Sprache vergleichsweise wenig verbreitet ist und muss irgendwie mit meinem geradebrechten Spanisch die Hürden der Uni-Administration, der Kommunikation mit meiner Vermieterin, Einkäufe und Smalltalk in Fahrstühlen überwinden. Natürlich ist das anstrengend und teilweise frustrierend, aber ich empfinde die Erfahrung, Sprachbarrieren zu haben und diese Schritt für Schritt zu überwinden auch als eine sehr bereichernde. Da ich in meinem späteren Berufsalltag als Lehrerin für Englisch und Deutsch als Fremdsprache mit Lernenden konfrontiert sein werde, die genau diese Erfahrungen mit  der englischen und deutschen Sprache haben werden, denke ich, dass ich die Probleme und Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler besser nachvollziehen werden kann, wenn ich mich selbst nochmal der Situation des Lernens einer neuen Sprache aussetze.

 

In den noch nicht ganz drei Wochen, die ich hier bin, habe ich schon einiges erlebt. Neben dem Kennenlernen der Universitätsgewohnheiten und des hiesigen Nachtlebens habe ich an einem Trip zum westlichen Teil Asturiens und dem östlichen Teil Galiziens teilgenommen, war auf einem Städtetrip in Gijón, habe eine Menge Tapas gegessen und gelernt, Sangria zu mögen, bin dem örtlichen Universitätsorchester beigetreten und war sogar schon auf Konzertreise in Alcalá de Henares, bei Madrid. Hier spielte ich eher schlecht als recht (weil ich vorher nur an einer Probe teilgenommen hatte) Beethovens Fünfte und ein Stück mit dem schönen Namen Paisaje Asturia (Die Landschaft Asturiens).

 

Neben diesen Highlights kommt langsam etwas Routine in meinen Alltag. Ich habe mich daran gewöhnt, dass es normal ist, hier erst halb 10 zu Abend zu essen und dass man eigentlich nicht vor halb eins nachts im Club auftauchen muss. Insofern ist es auch ziemlich hilfreich, dass man statt Filterkaffee direkt Espresso trinkt und es in der Universität kaum Kurse gibt, die vor zehn anfangen.

Ich hoffe, dass es auch weiterhin spannend bleibt.

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