KI anwenden: Promptkompetenz

Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie Prompts für generative KI so formulieren, dass die Ergebnisse brauchbarer, präziser und überprüfbarer werden. Die Hinweise richten sich an Studierende, Lehrende, Forschende und Mitarbeitende in der Verwaltung.

Der sogenannte Prompt ist die Eingabe, die an die generative KI gerichtet wird, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Dabei ist die Qualität des Prompts ausschlaggebend für die Ausgabe der KI. Ein einfacher Prompt erzielt in der Regel oberflächliche Ergebnisse. Bessere Ergebnisse für den produktiven Einsatz von generativer KI können durch die Verwendung sogenannter Mega-Prompts erreicht werden. Dabei wird der generativen KI unter anderem eine Rolle, der Kontext sowie ihre Aufgabe zugeteilt. Auch Angaben zur erwünschten Struktur des Outputs und Zwischenschritte können Teil eines Mega-Prompts sein. Die KI kann durch die Verwendung von Markern (z.B. #, ##, *, _) einen Prompt besser verstehen. Sie geben z.B. ein: “#Rolle: Du bist Hochschuldidaktiker an einer deutschen Universität.”

Sie können Ihren eigenen Mega-Prompt formulieren oder Promptvorlagen nutzen. Promptvorlagen sind vorformulierte Eingabetexte, die Sie für Ihre Zwecke anpassen können. Sie helfen Ihnen dabei, klare Anweisungen zu formulieren und dadurch bessere, präzisere Ergebnisse zu erzielen. Besonders wenn Sie wenig Erfahrung im Umgang mit KI haben oder ein Ergebnis für einen speziellen Anwendungsfall benötigen, bieten Promptvorlagen eine wertvolle Orientierung und erleichtern den Einstieg.

 

Promptformeln kurz erklärt

Bestandteile des Mega-Prompts

  • #Rolle: Wen oder was soll das KI-System simulieren?
  • #Aufgabe: Was ist zu tun?
  • #Arbeitsschritte: Welche Teilschritte sind in welcher Reihenfolge zu tun?
  • #Kontext oder Einschränkungen: Was muss dabei beachtet werden?
  • #Ziel: Welches konkrete Ziel soll der Dialog erreichen?
  • #Format des Outputs: Wie soll die Rückmeldung des Bots aussehen?

Der Mega-Prompt gliedert eine Anfrage in sechs Teile. #Rolle legt fest, in welcher Profession die KI antworten soll; etwa als Tutor:in oder als kritische Leser:in einer Hausarbeit. #Aufgabe beschreibt, was genau gebraucht wird, zum Beispiel eine Gliederung erstellen, einen Absatz überarbeiten oder Argumente gegenüberstellen. #Arbeitsschritte helfen der KI, strukturiert vorzugehen, wenn die Aufgabe aus mehreren Teilschritten besteht. #Kontext liefert die nötigen Hintergrundinformationen. #Ziel macht deutlich, was am Ende herauskommen soll. #Format bestimmt, wie die Antwort aussehen soll, z.B. tabellarische Übersicht etc.

Bestandteile einer ACDQ-Formel

  • Act: Agiere, wie... [z. B. ein Mitarbeiter im Bereich xy]; in welcher Rolle soll die KI agieren?
  • Context: Welche Kontextinformationen muss die KI berücksichtigen?
  • Deeply: Bitten Sie die KI, „vertieft über die Antwort nachzudenken“.
  • Questions: Bitten Sie die KI mögliche Rückfragen zu stellen – was muss die KI wissen, um eine passgenaue Antwort zu generieren?
Handreichung

Handreichung

zur Formulierung von leistungsfähigen Mega-Prompts

Generative KI ist kein Ersatz für eigenes Denken. Prüfen Sie die Ergebnisse kritisch: Jede Quellenangabe, jeden Fachbegriff und jede inhaltliche Aussage.

Für Studierende

Grundsätzliche Hinweise

KI-Tools können im Studium vieles erleichtern – von der Prüfungsvorbereitung über das Strukturieren von Hausarbeiten bis hin zum Verstehen schwieriger Fachtexte. Jedoch gilt dabei: Geben Sie nie personenbezogene Daten, Noten, Namen von Kommiliton*innen oder interne Kursmaterialien von Lehrpersonen in externe KI-Systeme ein. Texte dürfen nur dann hochgeladen werden, wenn sie frei zugänglich sind (Open Access oder Creative Commons). Das Eintippen oder Hochladen urheberrechtlich geschützter Texte und Bilder kann rechtliche Konsequenzen haben. Beachten Sie außerdem die Basisschulung zum EU AI Act und die universitären Leitlinien zur KI-Nutzung.

KI ist kein Ersatz für eigenes Denken

KI-Systeme erzeugen Texte, die überzeugend fachlich klingen, aber nicht zwingend korrekt sind. Das Phänomen nennt sich Halluzination: Die KI erfindet Fakten, Zahlen oder Quellen, die so nicht existieren, ohne dabei zu zögern oder auf Unsicherheit hinzuweisen. Jede Quellenangabe, jeden Fachbegriff und jede inhaltliche Aussage, die Sie aus einem KI-Output übernehmen wollen, müssen Sie eigenständig nachprüfen. KI kann beim Strukturieren, Formulieren und Erschließen unterstützen, ersetzt aber nicht das eigenständige Lesen, Verstehen und kritische Einordnen von Inhalten. Wer das überspringt, riskiert nicht nur fachliche Fehler und Plagiate, sondern auch, dass das eigene Verständnis auf Sand gebaut ist.

Besser prompten

Die Qualität des KI-Outputs hängt stark davon ab, wie präzise die Anfrage formuliert ist. Wer der KI nur schreibt „Erkläre mir...", bekommt eine generische Zusammenfassung. Wer hingegen erklärt, dass man im dritten Semester Philosophie studiert, eine Klausur zu den Grundbegriffen der Erkenntnistheorie vorbereitet und eine verständliche Erklärung in eigenen Worten sucht, bekommt eine deutlich nützlichere Antwort. Nutzen Sie hierfür den Mega-Prompt oder die ACDQ-Formel.

Für Lehrende

Grundsätzliche Hinweise

Besser prompten

Die Qualität des KI-Outputs hängt stark davon ab, wie präzise die Anfrage formuliert ist. Wer der KI nur schreibt „Gebe mir Übungen für Studierende ...", bekommt eine generische Auflistung verschiedener Übungsformate, die nicht auf den spezifischen Kontext angepasst sind. Wer hingegen formuliert, dass man Methoden für die Studierendenaktivierung in einem Online-Seminar benötigt, bekommt eine deutlich nützlichere Antwort. Nutzen Sie hierfür den Mega-Prompt oder die ACDQ-Formel oder die hier bereitgestellten Promptvorlagen.

Für Forschende

Grundsätzliche Hinweise

Besser prompten

Die Qualität des KI-Outputs hängt stark davon ab, wie präzise die Anfrage formuliert ist. Wer der KI nur schreibt „Gebe mir Ideen für meine Forschung ...", erhält meist eine allgemeine Liste möglicher Vorschläge, die weder zum Forschungsstand noch zur Methode, Disziplin oder konkreten Fragestellung passen. Deutlich hilfreicher wird der Output, wenn der Kontext klar benannt wird, etwa: „Ich plane eine qualitative Interviewstudie zu Studienabbrüchen im ersten Studienjahr. Entwickle fünf mögliche Forschungsfragen, die sich empirisch mit leitfadengestützten Interviews untersuchen lassen, und formuliere zu jeder Frage eine kurze Begründung.“ In diesem Fall kann die KI eine deutlich passgenauere, forschungsrelevante Antwort liefern. Nutzen Sie hierfür den Mega-Prompt oder die ACDQ-Formel.

Anwendungsbereich: Qualitative Sozialforschung – Unterstützung bei der Formulierung eines Interviewleitfadens

Hintergrund ist, dass Interviewpartner*innen Fragen immer auch vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen, biographischer Prägungen oder für sie relevanter Signalwörter deuten. Dementsprechend können selbst bei ähnlichen beruflichen oder biographischen Hintergründen Fragen sehr unterschiedlich verstanden werden. KI kann hier unterstützen, solche potenziellen Missverständnisse für verschiedene Personengruppen besser zu antizipieren und die Fragen daraufhin zu schärfen. Das ist auch wichtig, um den eigenen wissenschaftlichen Tunnelblick zu durchbrechen, weil sich Begriffsverständnisse, implizite Annahmen und fachliche Selbstverständlichkeiten leicht unbemerkt in die Formulierung von Fragen einschreiben. Die Arbeitsanweisung an die KI lautet sinngemäß, die Perspektive mehrerer Personen aus der befragten Gruppe mit unterschiedlichen Biographien zu übernehmen und zu prüfen, wie eine konkrete Interviewfrage jeweils unterschiedlich, missverständlich oder auch falsch verstanden werden könnte. 

Basisschulung

Basisschulung

zum EU-AI-act

Weisen Sie der generativen KI eine Rolle zu und nutzen Sie Mega-Prompts, um die Ergebnisse zu verbessern

Für die Verwaltung

Grundsätzliche Hinweise

  • Beachten Sie die Basisschulung zum EU AI-act
  • Beachten Sie die universitären Leitlinien zur KI-Nutzung
  • Grundsätzlich gilt: keine sensiblen Daten und Informationen in universitätsexterne KI eingeben.
  • Texte dürfen nur in Large Language Models (LLMs) eingegeben werden, wenn dies ausdrücklich erlaubt ist (open access und creative commons). Das Hochladen urheberrechtlich geschützter Texte und Bilder in ein LLM kann rechtliche Konsequenzen haben.
  • Um rollen- und kontextspezifischen KI-Output zu generieren, empfiehlt es sich mit Prompt-Formeln zu arbeiten, die genaue Angaben zum Kontext und zum gewünschten Output vorsehen. Solche Formeln sind beispielsweise ein Mega-Prompt oder eine ACDQ-Formel.

Hinweise zu den Promptvorlagen

Die folgenden Prompts setzen voraus, dass Sie die KI über spezifische Kontext- und Rolleninformationen zu Ihrer Anwendung informiert haben. Die hier dargestellten Prompts verstehen sich als Inspiration für die sehr vielfältigen Tätigkeiten in der Verwaltung. In [eckigen Klammern] sind die Stellen markiert, an denen Sie Ihre spezifischen Texte, Weblinks u. ä. einfügen könnten.

Anwendungsbereich: Optimierung von SEO auf Websites

Prompt: #Deine Rolle: Du bist Webseitenredakteur und arbeitest mit typo3. #Kontext: Wir möchten das SEO auf der folgenden Internetseite verbessern. #Deine Aufgabe: Analysiere diese Seite und schlage passende Keywords und Wortgruppen vor. Ergänze um Formulierungen für die Metadatenfelder. Im Fokus sollen die Intentionen von Nutzerinnen und Nutzern stehen. Liefere ebenfalls Vorschläge für geeignetere Inhalte mit passenden Strukturvorschlägen. Hier die zu analysierende Seite: [WEBSITEN-LINK EINFÜGEN].#Ziel: Eine Liste an Keywords und Wortgruppen, die die Webseite schnell auffindbar machen. #Format des Outputs: Fasse dich kurz.

Anwendungsbereich: Umgang mit Verlinkungen auf Universitätshomepage zu gemeinnützigen Unternehmen

Prompt

#Rolle: Du bist Expert*in für deutsches und europäisches Wettbewerbsrecht, öffentliches Wirtschaftsrecht, kommunales Wirtschaftsrecht und Steuerrecht. Du kannst rechtliche Fragestellungen strukturiert analysieren, einschlägige Normen benennen und Rechtsprechung verständlich zusammenfassen.

#Kontext: Eine öffentliche Einrichtung betreibt Internetseiten, auf denen sowohl Informationsangebote als auch Angebote externer Unternehmen verlinkt werden. Darunter können kommunale Unternehmen, öffentliche Dienstleistungsangebote sowie Angebote von Unternehmen der freien Wirtschaft fallen. Es soll geprüft werden, ob und unter welchen Bedingungen eine öffentliche Einrichtung solche Angebote verlinken darf. Dabei sind insbesondere Gleichbehandlungsfragen, wettbewerbsrechtliche Risiken, steuerrechtliche Aspekte und die aktuelle Gesetzgebung der Europäischen Union zu berücksichtigen.

#Aufgabe: Analysiere, was zur Gleichbehandlung von Dienstleistungsangeboten kommunaler Unternehmen gegenüber Angeboten der freien Wirtschaft zu sagen ist. Prüfe außerdem, ob eine öffentliche Einrichtung auf ihren Internetseiten aus wettbewerbsrechtlicher und steuerrechtlicher Sicht Angebote wirtschaftlicher Unternehmen verlinken darf. Berücksichtige die Wettbewerbsregeln der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland.

# Ziel ist eine rechtlich fundierte, aber verständliche Orientierung für öffentliche Einrichtungen, ob und unter welchen Bedingungen sie auf ihren Internetseiten Angebote wirtschaftlicher Unternehmen verlinken dürfen. Die Antwort soll helfen, wettbewerbsrechtliche, steuerrechtliche und europarechtliche Risiken einzuschätzen und daraus praktische Kriterien für eine neutrale, transparente und rechtssichere Verlinkung abzuleiten.

#Output: Nenne einschlägige gesetzliche Grundlagen, soweit relevant. Nenne einschlägige Rechtsprechung und fasse die Kernaussagen der Entscheidungen kurz zusammen. Kennzeichne Unsicherheiten oder offene Rechtsfragen transparent. Verwende möglichst aktuelle Quellen und prüfe, ob die genannte Rechtsprechung noch relevant ist.