Rechtswissenschaften (Staatsexamen)

Rechtswissenschaften (Staatsexamen)

Rechtswissenschaft (Staatsexamen)

Kurzinformation

Zulassungsbeschränkung
Dieser Studiengang ist zulassungsfrei. Eine Bewerbung hat daher nicht zu erfolgen. Für die Einschreibung gilt eine verkürzte Immatrikulationsfrist.

Studienbeginn
Eine Studienaufnahme kann sowohl im Winter- als auch im Sommersemester erfolgen.

Kombination
Keine – dieser Studiengang ist ein Ein-Fach-Studiengang.

Sprachkenntnisse
Die Kenntnis von Fremdsprachen ist keine Zugangsvoraussetzung zum Studium.

Unterrichtssprache
Deutsch

Kurzbeschreibung
Das Studium der Rechtswissenschaften hat gem. § 1 des Juristenausbildungsgesetzes (JAG) den Zweck, den Studenten zu befähigen, das geltende Recht auf der Grundlage anerkannter wissenschaftstheoretischer Erkenntnisse und unter Berücksichtigung beruflicher Erfordernisse in geordneter Argumentation auszulegen und anzuwenden. Studiengegenstand sind neben den Grundlagenfächern die Pflichtfächer Privatrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht sowie ein vom Studierenden auszuwählender Schwerpunktbereich.

Fachstudienberatung
Einschreibung
Termine und Fristen

Viereinhalb Jahrzehnte nach ihrer Schließung bei Kriegsende wurde die traditionsreiche Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald wiedererrichtet. Das Studium der Rechtswissenschaften wird seit dem Sommersemester 1991 angeboten.

Studienziel
Das Studienziel wird durch § 1 des Juristenausbildungsgesetzes (JAG) bestimmt. Das Studium hat demgemäß den Zweck, den Studenten zu befähigen, das geltende Recht auf der Grundlage anerkannter wissenschaftstheoretischer Erkenntnisse und unter Berücksichtigung beruflicher Erfordernisse in geordneter Argumentation auszulegen und anzuwenden.

Studienabschluss

  1. Der Studiengang Rechtswissenschaften wird mit der Ersten Juristischen Prüfung abgeschlossen. Diese besteht aus der staatlichen Pflichtfachprüfung (70%) und einer Universitären Schwerpunktbereichprüfung (30%). Das Bestehen dieser Prüfung ist Voraussetzung für den Eintritt in den von der Justizverwaltung organisierten juristischen Vorbereitungsdienst.
  2. Die Voraussetzung für die Zulassung zur staatlichen Pflichtfachprüfung sind in den §§ 3 bis 6 Juristenausbildungs- und Prüfungsordnung (JAPO) geregelt. An das Studium schließt sich ein Vorbereitungsdienst an, und mit der Zweiten Juristischen Staatsprüfung wird die Befähigung zum Richteramt und das Recht auf Zulassung zur Anwaltschaft erworben.

Studiengegenstand
Während der Regelstudienzeit werden Grundlagen-, Pflicht- und Schwerpunktbereiche angeboten.

Studiengegenstand sind die Pflichtfächer:

  • Privatrecht,
  • Strafrecht,
  • Öffentliches Recht,
  • sowie ein vom Studierenden auszuwählender Schwerpunktbereich.

Im Rahmen des in der Regel auf acht Semester angelegten Studiums sind formale Zulassungsvoraussetzungen für die staatliche Pflichtfachprüfung zu erfüllen. Aufbauend auf vorlesungsbegleitenden Kolloquien für Studienanfänger im Zivilrecht, Öffentlichen Recht und Strafrecht, ist zunächst die erfolgreiche Teilnahme an Klausuren und Hausarbeiten für Studienanfänger in jedem dieser Teilgebiete erforderlich. Daran schließt sich die Übung für Fortgeschrittene in jedem der genannten drei Teilgebiete an. Ferner ist die Teilnahme an einer Veranstaltung nachzuweisen, in der die geschichtlichen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen und philosophischen Grundlagen des Rechts behandelt werden.

Hinweise und Durchführung der praktischen Studienzeit
Während des Studiums muss außerdem eine nicht von der Fakultät organisierte praktische Studienzeit von mindestens drei Monaten , davon in der Regel ein Monat in der Zivil-, Straf- und Verwaltungsrechtspflege, absolviert werden, die bei einem Gericht, einer Verwaltungsbehörde, einem Rechtsanwalt, der Rechtsabteilung eines Unternehmens, einer Gewerkschaft oder einem Verband oder bei einer sonstigen geeigneten Stelle abgeleistet werden kann.

Ausbildungsstellen können alle Stellen im Inland -also auch in anderen Bundesländern- und im Ausland sein, bei denen dem Studenten eine Anschauung von Recht vermittelt wird.
Zum Beispiel:

  • alle Amts- und Landgerichte,
  • Rechtsanwälte, Notare
  • Rechtsabteilungen von Wirtschaftsunternehmen,
  • Staatsanwaltschaften,
  • Strafvollzugsbehörden,
  • Stadtverwaltungen,
  • Landesbehörden,
  • Gesetzliche Körperschaften des Bundes und des Landes.

Vorbereitungsdienst
Im Anschluss an die Erste juristische Prüfung werden die Absolventen auf Antrag als Referendare in den juristischen Vorbereitungsdienst (Referendardienst) aufgenommen. Ihnen werden verschiedene Ausbildungsstationen zugewiesen.
Ziel des Vorbereitungsdienstes ist es, den Referendar mit den Aufgaben der Rechtspflege (einschließlich Anwaltstätigkeit) und der Verwaltung vertraut zu machen und dadurch in die Anwendung und Gestaltung des Rechts und in die Rechtsberatung einzuführen.

Mit dem Bestehen der sich daran anschließenden zweiten Staatsprüfung (sogenanntes Assessorexamen) erlangt der auf diese Weise vorbereitete Jurist die Befähigung zum Richteramt (§ 5 Deutsches Richtergesetz). Für die Absolventen steht jetzt die große Vielfalt sämtlicher juristischer Berufe offen; namentlich- um nur die wichtigsten Bereiche zu nennen – die Tätigkeit als Richter, Staatsanwalt, Verwaltungsbeamter, Rechtsanwalt, Notar, als Angestellter oder freiberuflicher Berater von Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen sowie als Verbandsvertreter.

Die Berufsaussichten sind für Absolventen mit besser als "ausreichend" bestandenem Examen zufriedenstellend.

Fachübergreifende Möglichkeiten
Über die juristische Ausbildung im engeren Sinne hinaus können weitere berufsqualifizierende Fähigkeiten erlernt und gefördert werden. Dazu zählt namentlich die Ausbildung in Fachsprachen (z. B. Englisch, Französisch, Russisch), der Umgang mit juristischen Datenbanken (z. B. Juris). Die angestrebte Verbindung von Rechts- und Staatswissenschaften in einer Fakultät gestattet vor allem die gründliche Einbeziehung volks- und betriebswirtschaftlicher Studien. Die grundsätzlich mögliche Teilnahme an Veranstaltungen anderer Fakultäten trägt zur Vertiefung der Allgemeinbildung bei.

Die im Vergleich zu vielen anderen Universitäten überschaubare Zahl der Studierenden erlaubt eine persönliche Betreuung durch die Dozenten und den ungehinderten Zugang zur Literatur sowie zu den juristischen Datenbanken. Die persönliche Betreuung statt des anonymen Massenbetriebes ist einer der wesentlichen Vorzüge des Studiums in Greifswald.