Methoden der künstlichen Intelligenz und der datenbasierten Forschung zählen heute zu den wichtigsten Werkzeugen moderner Wissenschaft. An der Universität Greifswald und der Universitätsmedizin Greifswald arbeiten bereits zahlreiche Forschende in diesem Bereich. Bislang waren diese Aktivitäten jedoch überwiegend dezentral organisiert. Das CEDAR schafft nun eine fakultätsübergreifende Plattform, die den wissenschaftlichen Austausch fördert, gemeinsame Drittmittelprojekte unterstützt und die nationale wie internationale Sichtbarkeit des Forschungsstandorts stärkt.
„Künstliche Intelligenz ist eine der prägenden Schlüsseltechnologien unserer Zeit. Mit CEDAR bündeln wir die vorhandene Expertise an Universität und Universitätsmedizin, schaffen neue Räume für interdisziplinäre Forschung und stärken Greifswald als Standort in einem zentralen Zukunftsfeld. Dabei geht es uns nicht allein um technologische Innovation, sondern auch um die verantwortungsvolle, menschenzentrierte Gestaltung von KI im Dialog mit der Gesellschaft“, sagt Prof. Dr. Katharina Riedel, Rektorin der Universität Greifswald.
CEDAR vernetzt Forschung über Fakultätsgrenzen hinweg
CEDAR ist kein eigenständiges Institut – Die beteiligten Wissenschaftler*innen bleiben ihren Fakultäten und Einrichtungen zugeordnet. Das Zentrum übernimmt dabei eine koordinierende und unterstützende Funktion und fördert insbesondere interdisziplinäre Forschungsverbünde, die Einwerbung von Drittmitteln, den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie den Wissenstransfer in Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Gesundheitsversorgung.
„Künstliche Intelligenz und datenbasierte Verfahren eröffnen der Medizin neue Möglichkeiten – von der Grundlagenforschung bis zur Patientenversorgung. CEDAR schafft den Rahmen für interfakultäre medizinische Forschung, um das Potenzial unserer umfänglichen Patientendaten zu heben, die uns die Gesetzgebung des Landes vor zwei Jahren ermöglicht hat“, sagt Prof. Dr. Karlhans Endlich, Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin Greifswald.
Neue Professuren und Studiengang erweitern das KI-Profil
Parallel zur Eröffnung richtet die Universität eine Professur für „Künstliche Intelligenz in Kultur und Gesellschaft“ ein. Damit erweitert sie ihre KI-Forschung um geistes- und sozialwissenschaftliche Perspektiven.
Im Mittelpunkt stehen die gesellschaftlichen Auswirkungen künstlicher Intelligenz: Wie verändert KI unser Zusammenleben, unsere Kommunikation, Bildung, Demokratie und Arbeitswelt? Und wie lässt sich diese Technologie verantwortungsvoll gestalten – mit Blick auf ihre Chancen, aber auch auf Risiken wie Diskriminierung, Verzerrungen oder Vertrauensverlust?
Diese Themen stehen auch im Zentrum des neuen KI-Bachelorstudiengangs „Human Centered Artificial Intelligence“, der zum Wintersemester 2027/28 startet. Als erster deutschsprachiger Studiengang dieser Art verbindet er Informatik mit Ethik, Kommunikationswissenschaft, Psychologie, Digitaler Linguistik und Digital History. Das Ziel ist es, Absolvent*innen auszubilden, die KI-Technologien nicht nur entwickeln und anwenden, sondern auch deren gesellschaftliche Auswirkungen kritisch bewerten und verantwortungsvoll gestalten können. Auch an der Universitätsmedizin sind mehrere neue Professuren mit Schwerpunkt KI im Besetzungsverfahren, unter anderem die Professur für quantitative augmentierte Bildgebung.
„Technologische Innovation allein reicht nicht aus. Wir müssen künstliche Intelligenz so entwickeln und einsetzen, dass sie den Menschen dient“, betont Prof. Dr. Riedel. Prof. Dr. Karlhans Endlich ergänzt: „Deshalb verbinden wir in Greifswald Kompetenzen aus Medizin, Informatik sowie den Geistes- und Sozialwissenschaften und schaffen mit CEDAR einen Ort, an dem diese Perspektiven zusammenkommen“.
Ansprechpartnerin an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Kristina Yordanova
Institut für Data Science
Felix-Hausdorff-Straße 18, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 5500
kristina.yordanova@uni-greifswald.de
Ansprechpartner an der Universitätsmedizin Greifswald
Prof. Dr. Lars Kaderali
Institut für Bioinformatik
Felix-Hausdorff-Straße 8, 17475 Greifswald
Telefon +49 3834 86 5441
lars.kaderalimed.uni-greifswaldde


