Prof. Nicole Endlich ist seit Jahrzehnten Treiberin in der Nierenforschung und dafür weit über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns und der Bundesrepublik hinaus bekannt. Erst im Januar dieses Jahres baute sie eine transatlantische Kooperation mit der University of Texas Medical Branch im texanischen Galveston auf. Der Delegationsreise ging die Entdeckung eines Teams unter Leitung von Prof. Endlich am Institut für Anatomie und Zellforschung voraus. Die Wissenschaftler forschten an sogenannten Exosomen, die als winzige, natürliche Transportkapseln sicher und effizient RNA-Moleküle in die Zellen transportieren können. Das Verfahren birgt langfristig großes Potential zur Entwicklung neuer RNA-basierter Therapieansätze. Bei ihrem Forschungsteam handelte es sich um die erste Arbeitsgruppe weltweit, die ein derartiges Verfahren erfolgreich an Nierenzellen realisieren konnte. Die Arbeit erhielt zudem von der Anatomische Gesellschaft einen Preis als herausragende wissenschaftliche Publikation.
Endlich geht an ihrem Institut die neuen Wege, um die Wissenschaft zur Nierenforschung voranzutreiben. Vor einigen Jahren entwickelte ihr Institut die sogenannte PEMP-Methode, um auch die feinsten Strukturen der Niere sichtbar zu machen. Hohe Geschwindigkeit, Genauigkeit und Standardisierbarkeit – das mache die PEMP-Methode im Vergleich zu klassischen Verfahren so besonders, so Endlich. Das Ergebnis: eine bessere Diagnostik und eine schnellere und präzisere Forschung für Medikamente.
Die Nierenforschung ist gerade in Mecklenburg-Vorpommern von besonderer Relevanz. Hier im Bundesland liegt der Anteil von Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen mit 17 Prozent signifikant über dem Bundesdurchschnitt von 10 Prozent. In Greifswald hat sie schon vor Jahren einen Nierentag mit internationaler Fachbeteiligung und dazugehörender Spenden-Party etabliert, während der sie regelmäßig als DJane auflegt.
Prof. Nicole Endlich lehrt und forscht seit 2005 in Greifswald. Sie kam von der Universität Heidelberg, wo sie Chemie studiert, promoviert und sich in Anatomie und Zellbiologie habilitiert hat. 2018 rief sie den Nordverbund Niere „Save the Kidney” e. V. ins Leben; im Folgejahr gründete sie gemeinsam mit ihrem Sohn das Startup Nipoka GmbH.
„Nicole Endlich ist eine leidenschaftliche und herausragende Forscherin, die den Nutzen für die Patientinnen und Patienten jederzeit klar vor Augen hat“, betont Prof. Klaus Hahnenkamp, stellvertretender Ärztlicher Vorstand der Unimedizin: „Sie ist Netzwerkerin im allerbesten Sinne und damit eine herausragende Kämpferin für alle Menschen, die von einer Nierenerkrankung betroffen sind. Der gesamte Vorstand gratuliert ihr sehr herzlich zu dieser Auszeichnung, über die wir nur sagen können: Die hat sie verdient.“
Quelle
Medieninformation der Universitätsmedizin Greifswald (16.04.2026)
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