„Der anthropogene Klimawandel schreitet weiter voran und seine Auswirkungen auf Menschen, Ökosysteme und Infrastruktur sind auch in Deutschland bereits vielerorts sicht- und spürbar“, so Prof. Dr. Karen Pittel, Mitglied des Lenkungskreises der WPKS. Vor diesem Hintergrund reiche es nicht mehr aus, sich ausschließlich auf die Reduktion von Emissionen zu konzentrieren, wenngleich diese natürlich weiterhin zentral bleiben müsse. Notwendig sei auch, Maßnahmen und Strategien für den Umgang mit bereits unvermeidbaren klimatischen Veränderungen und den daraus entstehenden zukünftigen Klimarisiken zu entwickeln. Dr. Sonja Baron vom BMFTR ergänzt: „Die Folgen des Klimawandels betreffen längst unseren Alltag. Deshalb ist Anpassung an den Klimawandel mehr als nur Vorsorge. Sie bedeutet aktives Risikomanagement und stärkt die Resilienz und Sicherheit unserer Gesellschaft insgesamt. Wenn wir heute in widerstandsfähige Strukturen investieren, schützen wir Menschen, Wirtschaft und Infrastruktur auch für die Zukunft.“ Anpassung sei daher eine von drei essentiellen Säulen der Klimapolitik neben Klimaschutz, also Emissionsvermeidung, und CO2-Entnahme aus der Atmosphäre.
In ihrem Politikpapier und Gutachten formuliert die WPKS 18 Handlungs- und Forschungsempfehlungen zur Klimaanpassung im föderalen System mit Fokus auf Planung, Koordination und Finanzierung sowie zur Verknüpfung von Klimaanpassung und CO2-Entnahme. Die Greifswalder Umweltrechtlerin Sabine Schlacke sagt dazu: „Das Bundes-Klimaanpassungsgesetz verpflichtet Bund, Länder und Kommunen zur Erstellung von Klimarisikoanalysen sowie von Anpassungsstrategien und -konzepten. Für die Koordination dieser unterschiedlichen Planungen ist es wichtig, Anpassungsplanungen zu standardisieren und vor allem an einheitlichen Annahmen zur Temperaturentwicklung auszurichten.“ Für die Finanzierung der Klimaanpassung sollte laut Schlacke die Einführung einer neuen Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung diskutiert werden: „Sie eignet sich aufgrund ihres ebenenübergreifenden Finanzierungsansatzes besonders gut, bedarf allerdings einer Grundgesetzänderung.“
Weitere Informationen
Prof. Dr. Sabine Schlacke ist geschäftsführende Direktorin des Instituts für Energie-, Umwelt- und Seerecht (IfEUS) sowie Professorin für Öffentliches Recht, insb. Verwaltungs- und Umweltrecht an der Universität Greifswald. Sie ist Mitglied des Lenkungskreises der Wissenschaftsplattform Klimaschutz (WPKS). Dieses ist ein unabhängiges Gremium, das sich aus Expert*innen verschiedener Fachrichtungen zusammensetzt. Ihre Aufgabe ist es, die Bundesregierung auf dem Weg zur Erreichung der Klimaziele bis 2030 und zur Klimaneutralität bis 2045 wissenschaftlich zu begleiten. Dafür erarbeitet die WPKS Forschungs- und Politikempfehlungen für wirksamen Klimaschutz und entwickelt Vorschläge für vorausschauende Reaktionen auf den fortschreitenden Klimawandel.
Politikpaper: Klimaanpassung im föderalen System - Planung, Koordination, Finanzierung
Politikpapier der Wissenschaftsplattform Klimaschutz | WPKS
Gutachten: Klimaanpassung im föderalen System - Planung, Koordination, Finanzierung
Gutachten der Wissenschaftsplattform Klimaschutz | WPKS
Pressemitteilung der WPKS vom 23.03.2026: Pressemitteilung: Wissenschaftsplattform Klimaschutz (WPKS) veröffentlicht Politikpapier zu „Klimaanpassung im föderalen System – Planung, Koordination, Finanzierung“ | WPKS
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Öffentliches Recht
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