Erzählung und Erkenntnis

Ausgehend von der Unterscheidung zwischen Fakten und Fiktionen, die gegen postmoderne Tendenzen, sie in Frage zu stellen, verteidigt wird, liefert der Vortrag eine Begründung für den Erkenntniswert erzählender fiktionaler Literatur. Analysiert wird, wie fiktionale Literatur trotz oder gerade wegen ihrer Fiktionalität Erkenntnis zu vermitteln vermag. Entscheidend für diesen Nachweis ist die Erweiterung des Begriffs der Erkenntnis über den Begriff der Aussagenwahrheit hinaus. In den Blick kommt hier der Sprachmodus des Erzählens, der nicht darauf beschränkt bleibt, Aussagen zu treffen, sondern dessen spezifische Erkenntnisleistung in der prägnanten Vergegenwärtigung der conditio humana besteht.

Gottfried Gabriel habilitierte sich 1976 an der Universität Konstanz. 1992 wurde er Professor für Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum und ab 1995 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Lehrstuhl für Logik und Wissenschaftstheorie). Seit April 2009 ist er im Ruhestand. Zu seinen Arbeitsgebieten zählen Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, Logik, Ästhetik und Sprachphilosophie. Seine neuesten Buchveröffentlichungen sind Fiktion und Wahrheit. Eine semantische Theorie der Literatur (2. Aufl. 2019) und Präzision und Prägnanz. Logische, rhetorische, ästhetische und literarische Erkenntnisformen (2019).

Moderation: Professor Dr. Andreas Ohme

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  • Alfried Krupp Wissenschaftskolleg
    Martin-Luther-Straße 14
    17489 Greifswald

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