Der von Edward Said geprägte Begriff beschreibt, wie Orte Geschichten hervorbringen und wie Geschichten wiederum Orte formen und dadurch unsere geografischen und kulturellen Identitäten prägen. Als Beispiel dient die Erzählung The Island for the Lost. Der Text stellt den Versuch dar, eine geografische Identität literarisch zu rekonstruieren, die nicht durch Grenzen bestimmt ist, sondern durch Erinnerung, Mythos und Imagination. Wolin erscheint hier als eine mythische Insel verlorener Identitäten, auf der Realität mit Fantasie und Erinnerung verschmilzt. Das Projekt steht im Kontext der Aktivitäten des Institute of Incoherent Geographies, eines informellen Kollektivs, das sich vom fiktiven „Institut für inkohärente Geografie“ aus dem Film The Impossible Voyage (1904) von Georges Méliès inspirieren lässt. Ähnlich wie in diesem Film, in dem exzentrische Forscher eine absurde Reise zur Sonne unternehmen, erforschen zeitgenössische Texte des Instituts die Grenzen von Erkenntnis, Kartierung und Vorstellungskraft und dekonstruieren traditionelle Konzepte von Territorium im Kontext der Globalisierung. Der Vortrag zeigt, wie durch literarische Narration und eine Poetik des Raumes alternative geografische Identitäten jenseits nationaler Grenzen erzählt werden können.
Prof. Ania Malinowska ist Schriftstellerin, Kuratorin und Wissenschaftlerin mit Forschungsschwerpunkten in den Bereichen Robotikkulturen, Emotionssemiotik und neue Medienkunst.
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Dr. Marek Fialek
Institut für Slawistik
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