„Kleine Ostsee“ und „Autobahnbad Blaue Adria“ – zur Geschichte gemachter Natur im 20. Jahrhundert

Vorlesungsreihe

Um 1900 formierte sich der konservierende Naturschutz, um die Reste einer vermeintlich noch unberührten Natur vor ihrer verstärkten technischen Zurichtung und Ausbeutung in der Hochindustrialisierung zu bewahren. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts entstand indes, so die idealtypisch zugespitzte These, ein dritter Zugriff auf Natur: Was der Naturschutz bewahren wollte, wurde vermehrt als technisch herstellbar verstanden – Natur galt als technisch machbar. Der Vortrag unternimmt einen Streifzug durch mein Forschungsprojekt einer Geschichte der Umweltgestaltung und untersucht Praktiken des Naturmachens an der „Reichsautobahn“ der 1930er Jahre, in der sogenannten Erholungsplanung in devastierten Flächen des Tagebaus in beiden deutschen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg sowie in der Renaturierung ehemaliger Kiesgruben seit Ende der 1970er Jahre.

Kurzvita: Philipp Kröger studierte Philosophie und Geschichte an der Universität Hamburg. Nach anschließender Promotion an der Universität Augsburg ist er seit Herbst 2021 Wissenschaftlicher Mitarbeiter und seit 10/2025 im DFG-Projekt "Natur machen" an der Universität Siegen.

Veranstaltungsort: Seminarraum 3.09, Domstraße 9A

Kontakt
Prof. Dr. Jan-Hinnerk Antons
Lehrstuhl für Transnationale Geschichte
Historisches Institut 
Domstraße 9A, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 3309 
transhistuni-greifswaldde

 

Organisator

  • Professor Dr. Jan-Hinnerk Antons

Veranstaltungsort

  • Historisches Institut
    Domstraße 9 A
    17489 Greifswald