Pomerania Nostra – Preisträger 2009

Im Jahr 2009 geht der Preis an den Altertumsforscher sowie langjährigen Direktor des Nationalmuseums in Szczecin, Prof. Dr. Władysław Filipowiak. Sowohl sein wissenschaftliches Werk als auch seine 51 Jahre (1955-2006) währende Tätigkeit als Direktor des Nationalmuseums Szczecin widmen sich der grenzüberschreitenden Betrachtung pommerscher Geschichte und Gegenwart. 

"Mein Lebensabenteuer begann mit Vineta."

Mit diesen Worten begann Preisträger Prof. Dr. Władysław Filipowiak seinen Vortrag während der Festveranstaltung zur Preisverleihung in der Aula der Universität Greifswald. Mit sehr persönlichen Worten schilderte er, wie ihn die Ausgrabungen deutscher Forscher in Wollin fesselten. Er suchte trotz furchtbarer Kriegserlebnisse den Kontakt zu deutschen Kollegen, um mit ihnen die Geschichte Pommerns zu erforschen.

Der polnische Altertumsforscher Prof. Dr. Wladyslaw Filipowiak (83) wurde 2009 für sein wissenschaftliches Lebenswerk mit dem deutsch-polnischen Preis Pomerania Nostra geehrt. Im kritischen Diskurs hat er in besonderer Weise die deutsch-polnische Verständigung gefördert.

Prof. Filipowiak hatte nach 1945 die Ausgrabungen der deutschen Forscher Karl-August Wilde und Otto Kunkel in Wollin auf Usedom fortgesetzt. Und noch immer forscht der pensionierte Wissenschaftler dort. Die archäologischen Fundstätten gelten spätestens seit den 30ger Jahren als der historische Ort der sagenumwobenen Stadt Vineta. Unter Filipowiaks Anleitung wurden weitere Reste eines Handwerkerviertels sowie die Zeugnisse mehrerer Hafenanlagen ausgegraben.

Prof. Dr. Wladyslaw Filipowiak war außerdem mehr als 50 Jahre Direktor des Nationalmuseums Szczecin (1955 - 2006). Unter seiner Leitung erweiterte das Museum seinen Bestand auch um das deutsche Kulturerbe Pommerns. Darüber hinaus knüpfte Prof. Dr. Filipowiak Kontakte zu Museen und Archäologen in beiden deutschen Staaten.

Foto: Jan Meßerschmidt
Prof. Dr. Filipowiak erhält den Preis Pomerania Nostra 2009,
Foto: Jan Meßerschmidt

 

Die archäologischen Fundstätten auf der Insel Wolin in unmittelbarer Nachbarschaft zu Usedom haben Prof. Dr. Władysław Filipowiak bis heute nicht losgelassen. Noch immer forscht der pensionierte Wissenschaftler heute dort. Nach 1945 hatte er die Ausgrabungen des deutschen Forschers Otto Kunkel fortgesetzt. Unter Filipowiaks Anleitung wurden Reste eines Handwerkerviertels sowie die Zeugnisse von mehreren Hafenanlagen ausgegraben. Diese Belege für eine bedeutende Handelssiedlung des Ostseeraumes beförderten auch die Fantasie der Öffentlichkeit, nach der auf Wolin die sagenumwobene Stadt Vineta gelegen haben soll.

 

Doch bei weiten nicht alle seiner 200 Publikationen beschäftigen sich mit den Ausgrabungen an der Ostsee. Sowohl sein wissenschaftliches Werk als auch seine über fünfzigjährige Tätigkeit als Direktor des Nationalmuseums Szczecin (1955-2006) sind der Archäologie sowie der pommerschen Geschichte gewidmet. Unter der Leitung Professor Filipowiaks erlangte das vormals Westpommersche Museum Szczecin den Status eines Nationalmuseums. Trotz der negativen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg erweiterte das Nationalmuseum Szczecin unter seiner Leitung seinen Bestand nach und nach auch um das deutsche Kulturerbe Pommerns.

 

Darüber hinaus knüpfte Prof. Dr. Filipowiak Kontakte zu Museen und Archäologen in beiden deutschen Staaten. Anfang der 60iger Jahre des 20. Jahrhunderts gelang es ihm, u.a. mittelalterliche Skulpturen und Zeichnungen aus der Sowjetunion nach Szczecin zurückzuführen. Diese Kulturgüter waren nach dem Krieg in Richtung Osten gebracht worden.