Nachruf Manfred Herling

Manfred Herling beim Festkolloquium im Concilsaal zu seinem 70. Geburtstag am 22. Februar 2003.

Am 06.Mai 2024 starb der ehemalige Leiter des Universitätsarchivs Greifswald, Manfred Herling, in seinem 91. Lebensjahr. In Weimar geboren, zog es ihn nach seinem erfolgreichen Schulabschluss zum Studium der Geschichte an die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Schon als Schüler wurde er Mitglied einer Blockpartei, was ihm in späteren Jahren den Eintritt in die SED – in der DDR Voraussetzung zur Leitung einer Einrichtung -  ersparte. Durch den Einfluss seines verehrten Lehrers, Prof. Dr. Adolf Hofmeister, entschloss sich Manfred Herling nach seinem Abschluss als Diplomhistoriker zu einem Zusatzstudium am Institut für Archivwissenschaft in Potsdam, das er als Diplomarchivar beendete. Somit hatte er beste Voraussetzungen, als erster wissenschaftlicher Archivar das Universitätsarchiv in Greifswald zu leiten und es im Laufe seiner langjährigen Tätigkeit zu einer wissenschaftlichen Forschungsstätte zu entwickeln. Das über Jahrhunderte entstandene wertvolle Archiv- und Sammlungsgut wurde nicht nur verwahrt sondern auch während seiner über 40 jährigen Dienstzeit bearbeitet, ergänzt, ausgewertet und so für Forschungszwecke aufbereitet und bereitgestellt. Die Rückführung von kriegsbedingt verlagertem Archiv-, Bibliotheks- und Kulturgut aus Polen (Stettin) in den 1960er Jahren sowie 1987 aus der BRD  war ihm ein wichtiges Anliegen. Sein wissenschaftliches Interesse galt neben der Universitäts-, Landes- und Wissenschaftsgeschichte auch den skandinavischen Ländern und besonders den schwedisch-deutschen Kulturbeziehungen, zu denen er Vorträge hielt, Ausstellungen gestaltete, Beiträge publizierte und regen Austausch mit in- und ausländischen Forschern pflegte. Bereits im Ruhestand überraschten ihn Freunde und Kollegen zu seinem 70. Geburtstag mit einer Festschrift „Virtus est satis hoc uno testificata libro. Festgabe für Manfred Herling“, hg. von Dirk Alvermann/Nils Jörn/Kjell Å. Modéer, Münster-Hamburg-London 2003, 352 S.