Klimaschutz und Ländereien

Seit ihrer Gründung im Jahr 1456 ist die Universität Greifswald mit ca. 8.850 Hektar Landbesitz ausgestattet. Etwa die Hälfte der Flächen ist Ackerland, rund ein Drittel ist Wald. Hinzu kommen Grünland und sonstige Flächen. Etwa 8% des Landbesitzes sind Moore. Die nachhaltige Nutzung und Erhaltung der Ertragsfähigkeit der universitären Ländereien ist von großer Bedeutung für die Universität; schließlich dienen die erwirtschafteten Einnahmen als Haushaltsmittel der Unterstützung von Forschung und Lehre. Auch als Objekte der Forschung und Beispiele in der Lehre bieten die nahegelegenen Ökosysteme hervorragende Möglichkeiten. Während der Wald durch die Universitätsförster bewirtschaftet wird, sind die landwirtschaftlichen Flächen an regionale Agrarbetriebe verpachtet.

Für das Erreichen der Netto-Klimaneutralität spielen die Ländereien der Universität eine Schlüsselrolle. Die Wälder wirken als sehr effektive Kohlenstoffsenke. Die überwiegend entwässerten Moorflächen sind dagegen aktuell die größte Quelle von Treibhausgasemissionen der Universität (siehe auch Klimaschutzbericht). Sie tragen sogar mehr zur Erwärmung der Erdatmosphäre bei als alle anderen Quellen der Sektoren Energie, Beschaffung und Mobilität zusammen. 

Klimaschutzwald Eldena

Im Naturschutzgebiet Eldena wird seit 2022 auf etwa drei Vierteln der gesamten Schutzgebietsfläche von rund 400 Hektar dauerhaft auf eine forstwirtschaftliche Nutzung verzichtet und so zusätzlicher Kohlenstoff in der Baumbiomasse und im Waldboden festgelegt. Nach einer ersten Treibhausgas-Bilanzierung beträgt diese zusätzliche Senke rund 700 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr.

Moormanagement

Synergien für ein nachhaltiges Management der universitären Moore ergeben sich durch enge Kooperation unter anderem mit dem Moormanagement der Stadt Greifswald, der Greifswalder Agrarinitiative sowie dem Greifswalder Nachhaltigkeitsbündnis. Das Moormanagement hat das Ziel, durch Anhebung der Wasserstände in ausgewählten Mooren der Universität große THG-Einsparungen zu erzielen. Es hat Modellcharakter für weitere Moorregionen in Deutschland.

Zu den Aufgaben im Moormanagement zählen unter anderem der Aufbau eines Moor-Katasters, die Entwicklung eines „Maßnahmen-Fahrplans Moor-Klimaschutz“, die Umsetzung von Projekten zur Wasserstandsanhebung sowie zum THG-Monitoring. Weitere Auskünfte erteilt der Moormanager der Universität, Frank Effenberger (frank.effenbergeruni-greifswaldde), im Referat Körperschaftsliegenschaften.

Nachhaltige Landwirtschaft auf Flächen der Universität

Die Ackerflächen der Universität sind verpachtet und daher der Kontrolle der Universität zumindest kurz- bis mittelfristig weitgehend entzogen. Sie sind daher nicht Teil der Treibhausbilanz. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Universität für die Klimaeffekte der Nutzung ihrer Ackerflächen keine Verantwortung trägt. Vielmehr soll im gemeinsamen Dialog mit den Pachtbetrieben nach Lösungen für das Erreichen der Klimaneutralität gesucht werden. So hat die Universität bereits ihre Verpachtungskriterien und Vertragsbedingungen im Hinblick auf eine nachhaltige und klimaschonende Bewirtschaftung ausgerichtet.

Seit 2013 engagiert sich der Verein Greifswalder Agrarinitiative (GAI) für eine nachhaltigere Bewirtschaftung von Agrarflächen in und um Greifswald. Der Verein ist die Plattform, auf der die Universität gemeinsam mit der Universitäts- und Hansestadt Greifswald zusammen mit 37 Landwirtschaftsbetrieben Konzepte und Standards entwickelt.