Klimaschutzstrategie

Zentrales Element der Klimaschutzstrategie sind fünf Arbeitsgruppen für die Sektoren „Energie, Campus & Gebäude“, „Ländereien“, „Mobilität“, „Beschaffung & Vergabe“ sowie eine „AG Steuerung“. Die Arbeitsgruppen sind nach Möglichkeit mit Mitgliedern aller universitären Statusgruppen besetzt und treffen sich etwa zweimal jährlich, um Klimaschutzmaßnahmen vorzubereiten und umzusetzen sowie das Treibhausgas-Monitoring zu unterstützen. Der Fortschritt im Klimaschutz wird in regelmäßig veröffentlichten Klimaschutzberichten dokumentiert.

Erstbilanz* und Zielpfad zur Netto-THG-Neutralität 2030 (*Die Erstbilanz stellt eine Referenz für die vorgesehenen THG-Reduzierungen dar. **Der Sektor Energie beinhaltet auch Wasserverbräuche und Müllentsorgung.)

Anfang 2023 wurde im ersten Klimaschutzbericht der Treibhausgas (THG)-Fußabdruck für das Bilanzjahr 2021 (Basisjahr) als „Zielmarke“ berechnet: Er beträgt 6.098 Tonnen CO2-Äquivalente (t CO2eq). Im Juli 2024 beschloss der Akademische Senat konkrete Zwischenziele zur THG-Einsparung für alle Bereiche bzw. Sektoren (Energie, Mobilität, Ländereien und Beschaffung). Grundgedanke dabei ist, dass alle Sektoren bis 2030 ihre THG-Emissionen halbieren und der verbleibende Rest (50% = 3.049 t CO2eq) über eine Anpassung des Managements der Universitätsliegenschaften ausgeglichen wird, insbesondere durch eine Reduzierung der THG-Emissionen aus den Mooren sowie eine Erhöhung der Speicherwirkung der Wälder.


Treibhausgasbilanz der Universität

Seit dem Jahr 2021 berechnet die Universität ihre THG-Bilanz mit dem Ziel, die durch ihre vielfältige Aktivitäten verantworteten klimaschädlichen Emissionen so genau wie möglich abzubilden sowie. Das Ziel der Universität, bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden, bedeutet konkret, dass die Treibhausgasemissionen der Universität minimiert oder dahingehend ausgeglichen werden, dass in der Summe keine direkte und indirekte Emission von Treibhausgasen ab dem Jahr 2030 mehr stattfindet (Netto-Treibhausgasneutralität). Damit Kenntnis der Quellen von Treibhausgasemissionen und der jeweils erzeugten Mengen ist einerseits notwendig, um wirksame und zielgerichtete Klimaschutzmaßnahmen planen und umsetzen und planen zu können. Anderseits ermöglicht sie ein Monitoring auf dem Weg zur Klimaneutralität, indem sie aufzeigt, ob bzw. wieweit die gesetzten Zwischenziele erreicht wurden oder nicht.

Seit 2021 werden daher in der Treibhausgasbilanz alle Treibhausgasemissionen so genau wie möglich abgebildet, die durch die vielfältigen Aktivitäten in der Universität und durch den Universitätsbetrieb verursacht werden. Dazu gehören auch die Emissionen aus Vorketten und der Entsorgung. Die Universität Greifswald orientiert sich dabei an den Standards des Greenhouse Gas Protocols sowie der darauf aufbauenden ISO-Norm 14064-1. Welche Emissionen dazu zählen und welche nicht, wo also die Grenzen der THG-Bilanz liegen, erläutert die “Systembeschreibung”.

Was ist Teil der Treibhausgasbilanz?

Die Systemgrenzen: In die Treibhausgasbilanzierung der Universität werden generell alle Standorte, Bereiche und Organisationseinheiten einbezogen, über die die Universität die Finanzkontrolle innehat oder deren Betriebsabläufe sie kontrolliert. Daher werden die Aktivitäten des Studierendenwerkes (also der Mensen sowie Cafeterien) sowie der Universitätsmedizin nicht in der Bilanz erfasst. Ebenso nicht erfasst werden die Kapitalanlagen und der individuelle Pendelverkehr von Mitarbeitenden und Studierenden (sog. Werktorprinzip).

Die Bilanzgrenze: Innerhalb der Bilanz sind vor allem die Emissionsquellen von Bedeutung, die wesentlich für den Treibhausgas-Fußabdruck der Universität verantwortlich sind. Die Wesentlichkeit bestimmt sich dabei vor allem aus der rein mengenmäßigen Bedeutung einer Emissionsquelle, der Beeinflussbarkeit durch die Universität, der Verfügbarkeit der vorhandenen Daten und zuletzt der Relevanz gegenüber den Stakeholdern der Universität.

Systemgrenze der Treibhausgasbilanz der Universität Greifswald

Emmissionfaktoren

Von zentraler Bedeutung für die Erarbeitung der Treibhausgasbilanz sind die jeweils zugrunde gelegten Emissionsfaktoren. Die aktuelle Bilanz nutzt Emissionsfaktoren, die in Veröffentlichungen des Umweltbundesamtes bzw. der Probas-Datenbank publiziert wurden. Für einzelne Bereiche wurden davon abweichend genauere, lokale Emissionswerte genutzt, wenn hierfür fundierte Quellen vorlagen (wie bspw. bei der Fernwärmeversorgung durch die Stadtwerke Greifswald) oder wenn in den genannten Quellen keine geeigneten Emissionsfaktoren vorhanden waren.

Für die Bilanzierung der Treibhausgasemissionen wurden vor allem die Emissionsfaktoren angewendet, die die realen Bedingungen am Besten abbilden, das heißt, die möglichst konkret auf das zu bilanzierende Objekt zugeschnitten sind. Emissionsfaktoren werden in der Regel in zeitlichen Abständen aktualisiert, um auch Effizienzgewinne durch den technischen Fortschritt oder durch Änderungen in Lieferketten abzubilden. Ein Augenmerk wurde auch darauf gelegt, dass die gewählten Emissionsfaktoren eine gewisse Vergleichbarkeit zwischen den Treibhausgasbilanzen der Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern ermöglichen; wobei im Zweifel der Genauigkeit Vorrang eingeräumt wurde. 

5963

t CO2-Äquivalente

ergeben die Berechnungen zu den aktuellen Netto-Treibhausgas-Emissionen der Universität Greifswald

2759 t CO₂-Äquivalente

werden für die Energie- und Wärmeversorgung unserer Gebäude erzeugt.

939 t CO₂-Äquivalente

werden über Dienstreisen, Exkursionen und die Nutzung des Fuhrparks freigesetzt.

-622 t CO₂-Äquivalente

an „negativen Emissionen“ erreichen die Ländereien, da die Wälder mehr Treibhausgas binden, als durch die überwiegend noch entwässerten Moore freigesetzt werden.

2886 t CO₂-Äquivalente

resultieren aus der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen.