Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in - Experimentelle Pflanzenökologie 26/Wi15

| Wissenschaftliches Personal, Promotionsstelle | Frist:


Am Institut für Botanik und Landschaftsökologie, AG Experimentelle Pflanzenökologie der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Greifswald ist vorbehaltlich haushaltsrechtlicher Regelungen ab 01.01.2027, befristet bis zum 31.03.2030, eine Stelle als teilzeitbeschäftigte*r (65 v. H.)

wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in Waldökologie 

zu besetzen. Die Vergütung erfolgt nach Entgeltgruppe 13 TV-L Wissenschaft. 

Die AG Experimentelle Pflanzenökologie am Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald arbeitet zu verschiedenen Themen der Waldökologie und Moorforschung. Wir verbinden Grundlagenforschung mit Anwendungsbezug und Praxisrelevanz. Ein Fokus ist die Erforschung von Prozessen im Wurzelraum der Pflanzen, welche wir mit modernsten Techniken betreiben. Zwischen ⅓ und mehr als ¾ der pflanzlichen Biomasse wird unterirdisch produziert. Wurzeln sind entscheidend für die Wasser- und Nährstoffaufnahme und damit das Wachstum der Pflanzen, gerade auch im Klimawandel mit den häufiger und stärker werdenden Trockenphasen. Trotz dieser autökologischen und ökosystemaren Bedeutung ist über die Dynamik von Wurzelwachstum bislang wenig bekannt. Klar ist allerdings, dass das Wurzelwachstum nicht direkt mit der oberirdischen Wachstumsdynamik korreliert.

In der AG Experimentelle Pflanzenökologie setzen wir verschiedene Methoden ein, um das Wurzelwachstum zu quantifizieren und zu verstehen. Dazu zählen Ingrowth-Cores, Litterbags, Marker Horizons und ganz besonders Minirhizotrone. Bei diesen handelt es sich um Plexiglasröhren, die in der Rhizosphäre installiert werden und mithilfe eines Scanners die Beobachtung der Wurzelentwicklung ermöglichen. Die Methode wurde in vergangenen Projekten unserer AG erheblich weiterentwickelt. Durch die Automatisierung des Scanners kann nun das Bildmaterial in gewünschter zeitlicher Auflösung direkt aus dem Gelände in Datenbanken übertragen werden, und die Auswertung der Scans erfolgt automatisiert über KI-Algorithmen („RootDetector“). Damit stehen nun Werkzeuge zur Verfügung, die völlig neue Einblicke in die raum-zeitliche Dynamik des Wurzelwachstums erlauben. 

Die hier ausgeschriebene Stelle soll diese Methoden im Freiland und in kontrollierten Experimenten anwenden und weiterentwickeln. Technischer Support steht zur Verfügung. 

An Freilandstandorten in Buchenwäldern Nordostdeutschlands und Nordwestpolens sind bereits langjährige Beobachtungsreihen etabliert, in denen oberirdisches Wachstum (Dendrometer), Phänologie (Phenocams) und Wurzelwachstum (manuellen Minirhizotronscans) aufgenommen wurden. Diese Messreihen sollen fortgeführt und um automatische Wurzelscanner erweitert werden und dann hinsichtlich des Zusammenspiels von ober- und unterirdischer Wachstumsdynamik ausgewertet werden. Ebenso sind kontrollierte Experimente in Mesokosmen oder Einzeltöpfen möglich und erwünscht. Z. B. könnte hier die Frage nach der Bedeutung der Etablierungsphase von Waldbäumen für ihre spätere Wurzelarchitektur und damit auch ihre spätere Anpassungsfähigkeit an Dürrestress untersucht werden. 

Eigene Schwerpunkt- und Profilbildung ist eindeutig erwünscht! 

Arbeitsaufgaben:

  • Datenerhebung in Freilandstandorten und deren Auswertung
  • Planung, Durchführung und Auswertung von kontrollierten Experimenten
  • Veröffentlichung der erzielten Ergebnisse in wissenschaftlichen Fachzeitschriften
  • Ziel ist eine kumulative Promotion zum Thema

Einstellungsvoraussetzungen:

  • Zum Zeitpunkt der Einstellung vorliegender Master-Abschluss (oder gleichwertig) in Biologie, Ökologie, Geoökologie oder einer anderen verwandten Disziplin
  • Solide Wissensbasis in Pflanzenökologie, vorteilhaft sind Kenntnisse in Waldökologie und Wurzelwachstum
  • Erfahrung mit und Lust auf statistische Analysen von Forschungsdaten, vorzugsweise in R
  • Sehr gute Englischkenntnisse 
  • Hohe Motivation, in einem interdisziplinären und internationalen Forschungs- und Ausbildungsumfeld mitzuarbeiten
  • Eigenständiges Arbeiten mit Hands-on-Mentalität, Teamgeist, Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit

Diese Ausschreibung richtet sich an alle Personen unabhängig von ihrem Geschlecht. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Die Beteiligung des Personalrats erfolgt bei Einstellung und Eingruppierung des wissenschaftlichen/künstlerischen Personals gemäß § 83 Absatz 8 Satz 3 in Verbindung mit Absatz 1 Nummer 1 PersVG M‑V nur auf Antrag. Der Antrag kann zusammen mit der Bewerbung in Textform per E-Mail, gestellt werden.

Kosten, die Ihnen im Rahmen des Bewerbungsverfahrens entstehen, können vom Land Mecklenburg-Vorpommern leider nicht übernommen werden.

Wir weisen darauf hin, dass die Einreichung der Bewerbung eine datenschutzrechtliche Einwilligung in die Verarbeitung Ihrer Bewerberdaten durch uns darstellt. Näheres zur Rechtsgrundlage und Datenverwendung finden Sie hier.

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen sind vorzugsweise per E-Mail (eine pdf-Datei) unter Angabe der Stellenausschreibungsnummer 26/Wi15 bis zum 11.10.2026 zu richten an:

Universität Greifswald
Institut für Botanik und Landschaftsökologie
Herrn Prof. Dr. Jürgen Kreyling
Soldmannstr. 15
17489 Greifswald

juergen.kreyling@uni-greifswald.de

 

 


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