Die Universität Greifswald verleiht den Genderpreis 2017 an Theologin

Das Rektorat und die Gleichstellungsbeauftragte der Universität Greifswald hat die Theologin Nicole Rupschus für ihre Promotionsarbeit mit dem Genderpreis 2017 ausgezeichnet. Mit dem Genderpreis wird eine exzellente wissenschaftliche Arbeit ausgezeichnet, die die Geschlechterperspektive in besonderer Weise berücksichtigt. Die Verleihung des Preises fand am 8. Februar 2018 statt.

Nicole Rupschus, geboren 1984, schrieb ihre Promotionsarbeit am Lehrstuhl von Prof. Stefan Beyerle in Kooperation mit dem Zürcher Theologen Prof. Jörg Frey. Ihre Arbeit mit dem Titel „Frauen in Qumran“ wurde zwei Mal mit summa cum laude bewertet und liefert eine neue Sichtweise auf das Frauenbild in Qumran. Qumran ist eine wichtige Ausgrabungsstätte im Westjordanland und liegt etwa 100 Meter über dem Toten Meer auf einem erhöhten Plateau. Aus der Kooperation der beiden Universitäten Greifswald und Zürich hat die Wissenschaftlerin eine binationale Promotion erlangt.

Frau Rupschus verfolgt mit ihrer Arbeit einen neuartigen Ansatz, da sie materiale sowie textliche Perspektiven kombiniert darstellt. So hat sie in ihrer Arbeit erstmalig frauenrelevante Texte, Historie und Literatur in Beziehung zueinander gesetzt. Ferner bezieht die Wissenschaftlerin in ihrer Arbeit Stellung zu den gefundenen Frauen- und Kinderskeletten des Friedhofes von Khirbet Qumran. Aus den archäologischen Quellen zieht sie unter anderem den Schluss, dass Qumran weder eine Männergesellschaft war noch eine asketisch-zölibatäre Gemeinschaft. So waren Frauen und Kinder durchaus in die Qumran-Hierarchie eingebunden. Auch familiäre Strukturen scheinen der Normalfall gewesen zu sein. Zu den neuen Erkenntnissen dieser Arbeit gehört, dass Frauen ein Zeugnisrecht gegen Männer nicht nur eingeräumt, sondern dass dieses sogar eingefordert wurde. Mit ihrer Arbeit leistet Frau Rupschus einen wesentlichen Beitrag zur historischen Frauen- und Qumranforschung.


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