Ehrendoktorwürde <br> Hans Ulrich Gumbrecht</br>

Ehrendoktorwürde
Hans Ulrich Gumbrecht

Foto: Hans-Werner Hausmann
Verleihung der Ehrendoktorwürde an Hans Ulrich Gumbrecht, Foto: Hans-Werner Hausmann
Porträtaufnahme von Hans Ulrich Gumbrecht

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Die Philosophische Fakultät verlieh am 14. Mai 2008 die Ehrendoktorwürde an Hans Ulrich Gumbrecht, Professor an der Stanford University. Damit wurde seine prägnante geisteswissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Allgemeinen und Romanischen Literaturwissenschaft gewürdigt.

Er gilt als Provozierer und Polarisierer und als einer der allgegenwärtigen Zwischenrufer in der intellektuellen Debatte Deutschlands. Seine Publikationsliste ist über 45 Seiten stark. Seine Bücher erschienen nicht nur in deutscher und englischer Sprache, sondern auch auf Chinesisch, Niederländisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch. In einem Akademischen Festakt würdigte die Philosophische Fakultät der Universität Greifswald am 14. Mai 2008, die langjährigen Verdienste des an der amerikanischen Eliteuniversität Stanford lehrenden Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Ulrich Gumbrecht mit der Verleihung einer Ehrendoktorwürde.

Mit der Ehrenerweisung zeichnet die Universität Greifswald die prägnante geisteswissenschaftliche Forschung Gumbrechts auf dem Gebiet der Allgemeinen und Romanischen Literaturwissenschaft aus. Durch seine umfassenden Arbeiten und bahnbrechenden Publikationen zur Philosophie des Verstehens sowie zur Philosophie der Präsenz eröffnete er den Geisteswissenschaften bisher ungeahnte Wege. 

Prof. Hans Ulrich Gumbrecht (geb. 1948 in Würzburg) ist seit 1989 Lehrstuhlinhaber für Komparatistik (Lehrstuhl für italienische, französische und Vergleichende Literaturwissenschaft) an der amerikanischen Universität Stanford. Er studierte Romanistik, Germanistik, Philosophie und Soziologie in Deutschland, Italien und Spanien. Bereits im Alter von 26 Jahren wurde der Geisteswissenschaftler ordentlicher Professor an der Ruhr-Universität Bochum, an der er zwischen 1975 und 1982 wirkte. Von 1983 bis 1989 lehrte und forschte er an der Universität in Siegen. Gumbrecht nahm Gastprofessuren an zahlreichen ausländischen Universitäten wahr. Seit März 2000 ist er US-Bürger. Der Wissenschaftler, der seit über zehn Jahren in Kontakt mit der Greifswalder Philosophischen Fakultät steht, gehörte 2004 (bis 2007) zu den Gründungsmitgliedern des Greifswalder Universitätsrates.

Gumbrecht ist Mitherausgeber der Grundrisse der romanischen Literaturen des Mittelalters, Figurae – Readings in Medieval Culture, Writing Scene und Espaces Metisses. In regelmäßigen Abständen schreibt er für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und für Merkur – Zeitschrift für europäisches Denken. In einem ZEIT-Artikel aus dem Jahr 2007 bezeichnet er es selbst als größte Frustration, keine Resonanz zu finden.

Zur Person

Hans Ulrich Gumbrecht, geboren am 15. Juni 1948 in Würzburg als Kind zweier Urologen.  Als Schüler verbrachte er einige Zeit in Paris. So verwundert es nicht, dass er auch im Studium Auslandsaufenthalte nach Spanien und Italien absolvierte. Als Stipendiat der Stiftung Maximilianeum studierte er Romanistik, Germanistik, Soziologie und Philosophie in München und Regensburg. Mit nur 26 Jahren wurde er 1975 Professor an der Universität Bochum. 1989 zog es ihn dann weiter an die Stanford University. Dort besetzte er den Lehrstuhl für Komparatistik. Außerdem ist er ständiger Gastprofessor an der Université de Montréal, am Collège de France sowie an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. 

Als Fellow des Kollegs Friedrich Nietzsche war er in den Jahren 2012 und 2013 in Weimar tätig. Dort stellte er seine Entwürfe einer "Genealogie des westlichen Intellektuellen" vor.

Bis heute ist der deutsch-amerikanische Romanist angesehener Literaturwissenschaftler und - historiker, Publizist und Inhaber des Albrecht-Guérard-Lehrstuhls für Literatur.

Privat ist Gumbrecht in zweiter Ehe verheiratet und Vater von vier Kindern.