Prof. Dr. Kaisa Häkkinen, © Laura Schirrmeister, 2021

Ehrendoktorwürde
Kaisa Häkkinen

Verleihung der Ehrendoktorwürde mit Rektorin Prof. Dr. Katharina Riedel, © Laura Schirrmeister, 2021
Botschafterin I. E. Anne Sipiläinen, © Laura Schirrmeister, 2021
Dekanin Prof. Dr. Margit Bussman, © Laura Schirrmeister, 2021
Musikalische Begleitung mit Lena Varuna Wuntke, © Laura Schirrmeister, 2021
Rede der Ehrendoktorin Prof. Dr. Kaisa Häkkinen, © Laura Schirrmeister, 2021
Rede der Ehrendoktorin Prof. Dr. Kaisa Häkkinen, © Laura Schirrmeister, 2021
Verleihung des Titels Ehrendoktorin an Prof. Dr. Kaisa Häkkinen, © Laura Schirrmeister, 2021
Verleihung des Titels Ehrendoktorin an Prof. Dr. Kaisa Häkkinen, © Laura Schirrmeister, 2021
Eintrag der Ehrendoktorin Prof. Dr. Kaisa Häkkinen, © Laura Schirrmeister, 2021
Eintrag der Ehrendoktorin Prof. Dr. Kaisa Häkkinen, © Laura Schirrmeister, 2021

Dekanat der Philosophischen Fakultät
Ernst-Lohmeyer-Platz 3, 17489 Greifswald
Telefon 03834 420 3001
dekanphfuni-greifswaldde

Die Philosophische Fakultät verlieh am 1. Oktober 2021 die Ehrendoktorinwürde an Kaisa Häkkinen, Emeritaprofessorin an der Universität Turku (Finnland). Mit der Verleihung wurden ihre herausragenden Forschungen auf dem Gebiet der Fennistik und Finnougristik sowie ihre Verdienste um die Internationalisierung der Forschung und um die Wissenschaftskommunikation gewürdigt. Die Ehrung wurde im Beisein der finnischen Botschafterin am 100. Gründungstag des Greifswalder Finnischlektorats vollzogen.

Mit Prof. em. Dr. Kaisa Häkkinen ehrte die Universität Greifswald eine langjährige Kooperationspartnerin mit hervorragendem internationalen Renommee. Die durch sie vertretenen Forschungsschwerpunkte der historischen Morphologie und Lautlehre, der äußeren Sprachgeschichte, der Etymologie und Lexikologie sowie der Wissenschaftsgeschichte zählen gemeinhin zum Kern der sog. nationalen Wissenschaften. Durch eine breite internationale Vernetzung und eine Publikationstätigkeit in mehreren Sprachen, darunter in beträchtlichem Umfang auf Deutsch, hat Kaisa Häkkinen maßgeblich zur Internationalisierung der durch sie vertretenen Forschungsfelder beigetragen. Insbesondere hat sie durch die Würdigung von Forschungen der Auslandsfennistik sowie die strukturelle und ideelle Unterstützung junger ausländischer Forscher*innen die Ausprägung einer leistungsfähigen internationalen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Das Publikationsverzeichnis von Kaisa Häkkinen umfasst über 750 sowohl wissenschaftliche als auch populärwissenschaftliche Schriften. Charakteristisch für ihre gesamte Publikationstätigkeit sind wissenschaftliche Integrität, akribische Quellenanalyse, stilistische Prägnanz und Klarheit der Argumentation. Sie publizierte erfolgreich nicht nur mit Forscher*innen anderer Philologien, sondern auch mit Forscher*innen aus Disziplinen wie der Geschichte, der Kirchengeschichte, der Theologie, der Botanik, der Zoologie und der Medizin. Viele ihrer Publikationen erhielten Preise und Auszeichnungen. Hervorzuheben ist u.a. der Staatspreis für Informationsvermittlung (2005). Gleich mehrere Preise erhielt sie für das 1600seitige etymologische Wörterbuch Nykysuomen etymologinen sanakirja (ebenfalls 2005). Für ihre Verdienste in Wissenschaft und Gesellschaft wählte der finnische Professor*innenverband Kaisa Häkkinen im Jahre 2007 finnlandweit und fächerübergreifend zur Professorin des Jahres. Im Jahr 2018 verlieh ihr die staatliche Kommission für Informationsvermittlung den Preis für ihr Lebenswerk als herausragende Förderin eines breiten gesellschaftlichen Interesses an der finnischen Sprachgeschichte. Im Jahr 2020 schließlich wurde Kaisa Häkkinen die höchste akademische Ehrung ihres Landes zuteil, als sie der finnische Staatspräsident zum Tieteen akateemikko ernannte.

Kaisa Häkkinen bekleidete in ihrer Laufbahn zahlreiche akademische Ämter. Sie war u.a. Dekanin und Mitglied der Universitätsleitung an der Universität Turku. Darüber hinaus fungierte sie als Leitungsmitglied und Vorsitzende des staatlichen Zentrums zur Erforschung der einheimischen Sprachen in Helsinki, als Vorstandsmitglied des Kalevala-Instituts und als Mitglied des Kulturausschusses der finnischen UNESCO-Kommission. Im Jahre 2002 wurde sie in die Wissenschaftsakademie Finnlands berufen. Leitungsfunktionen nahm sie in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften war: u.a. in der Linguistic Association of Finland (Helsinki), in der Finnisch-Ugrische Gesellschaft (Helsinki), in der Gesellschaft für Finnische Sprache (Turku), in der Porthan-Gesellschaft (Turku) und sowie in der Mikael Agricola-Gesellschaft (ebenfalls in Turku). Sie fungierte zudem als Chefredakteurin und Redaktionsmitglied zahlreicher bedeutender wissenschaftlicher Zeitschriften.

Zur Person

Kaisa Häkkinen wurde 1950 in Kouvola (Finnland) geboren. Nach zügigem Verlauf ihrer 1969 in Helsinki aufgenommenen Studien der finnougrischen Linguistik, finnischen Literatur, Phonetik und allgemeinen Sprachwissenschaft sowie parallelen Studien der Folkloristik und klassischen Philologie wurde sie bereits mit 22 Jahren Kandidatin der Philosophie, was einem Magisterabschluss entspricht. 1978 erwarb sie den Grad einer Lizensiatin und 1984 promovierte sie mit einer Arbeit zum ältesten finnischen Wortschatz sowie zu den Grundlagen und zur Methodik der finnougristischen etymologischen Forschung zum filosofian tohtori, der der deutschen Habilitation entspricht. Schon vor ihrer Promotion hatte Kaisa Häkkinen wissenschaftliche Assistenturen und befristete Professuren in den Bereichen allgemeine Sprachwissenschaft und finnisch-ugrische Sprachforschung inne. 1996 wurde sie nach verschiedenen Assistenz- und Vertretungsprofessuren auf die Professur für Finnische Sprache an der schwedischsprachigen Åbo Akademi berufen. Im Jahr 1999 erhielt sie schließlich den Ruf auf die Professur für Finnische Sprache an der Universität Turku, die sie bis zum Jahr 2015 bekleidete. Zwischenzeitlich war sie zudem an der Akademie Finnlands als Forscherin tätig.