Universität Greifswald: Konsolidierung sichern, Zukunft gestalten

Mit Beginn der Sondierungen für eine neue Landesregierung richtet die Universität Greifswald einen Appell an die künftigen Koalitionspartner: Sie übernimmt Verantwortung für die Stabilisierung des Landeshaushalts und hat einen tiefgreifenden Konsolidierungsprozess eingeleitet. Dafür braucht sie verlässliche Rahmenbedingungen. Ihre zentralen Anliegen hat das Rektorat im Forderungspapier Wissen schafft Zukunft und Resilienz für Mecklenburg-Vorpommern: Handlungsfähigkeit jetzt sichern – Zukunftsfähigkeit erhalten zusammengefasst und den an den Koalitionsverhandlungen beteiligten Parteien übermittelt.
Die Universität steht vor einem strukturellen Defizit von rund 7,05 Millionen Euro jährlich. Rücklagen, die diese Lücke bislang teilweise ausgeglichen haben, sind nahezu aufgebraucht. Die eingeleiteten Einsparungen, insbesondere im Personalbereich, wirken jedoch erst schrittweise. Für den Zeitraum bis 2032 ist daher durch das Land als Träger der Universität eine befristete Überbrückungsfinanzierung von insgesamt rund 8 Millionen Euro notwendig.
Für die Legislaturperiode des Landtags formuliert die Universität ferner fünf zentrale Anliegen:
- Hochschulen als unverzichtbarer Teil der Landesentwicklung anerkennen,
- eine verlässliche, aufgabengerechte und konkurrenzfähige Grundfinanzierung,
- mehr Hochschulautonomie und weniger Detailsteuerung,
- eine strategische Weiterentwicklung der Hochschullandschaft sowie
- verlässliche Investitionen in Hochschulbau und Forschungsinfrastrukturen.
Besonders wichtig ist zudem, dass die Universität nicht durch weitere Globale Minderausgaben belastet wird, die ihre verfügbaren Rücklagen übersteigen. Bis zum Ende der neuen Legislatur des Landtags sollte das Land die strukturellen Wettbewerbsnachteile der Hochschulen abbauen und eine Finanzierungsperspektive mindestens auf Bundesdurchschnittsniveau ermöglichen.
Die Universität wird den Anfang 2026 eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen und im Oktober ein mit den Fakultäten, der Verwaltung und den zentralen Einrichtungen entwickeltes Konsolidierungskonzept im Senat beraten. Im Gegenzug benötigt die Universität Greifswald politische Verlässlichkeit und Gestaltungsspielraum, denn Investitionen in die Universität Greifswald sind Investitionen in Fachkräfte, Innovation, regionale Entwicklung und damit in die Zukunftsfähigkeit Mecklenburg-Vorpommerns.