Persönlichkeiten
Caspar David Friedrich

Caspar David Friedrich, der weltbekannte Maler der Romantik, ist vermutlich der berühmteste Greifswalder. Am 5. September 1774 wurde er in Greifswald geboren und erhielt hier mit 14 Jahren seinen ersten Zeichenunterricht. Sein Studium führte ihn nach Kopenhagen und Dresden. Auf seinen vielen Reisen stattete er seiner Heimat, der er ein Leben lang verbunden blieb, immer wieder Besuche ab. Viele seiner populären Motive stammen aus Greifswald, allen voran die Klosterruine in Eldena. Auch der Marktplatz, die Dänische Wiek, die Stadtsilhouette mit den drei Kirchen sowie die Wiesen bei Greifswald zieren seine beliebten Gemälde. Auf dem Caspar-David-Friedrich-Bildweg könnt ihr auf seinen Spuren wandeln und einige seiner Werke im Pommerschen Landesmuseum betrachten.
Bildnachweis: Bildnis Caspar David Friedrich, 1800, nach einem Gemälde von Johan Ludvig Lund,
gestochen von Johann Christian Gottschick, Kupferstich.
Neuauflage von 2014, Archiv der Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft, Greifswald.
Friedrich Loeffler

Friedrich Loeffler (1852–1915) war zwar kein gebürtiger Greifswalder, feierte hier jedoch große wissenschaftliche Erfolge. Der bedeutende Hygieniker und Bakteriologe wurde 1887 als Professor für Hygiene an der Universität Greifswald berufen. Gemeinsam mit Paul Frosch identifizierte er hier als Erster tierische Viren – die Erreger der Maul- und Klauenseuche –, die kleiner als Bakterien waren und unterhalb der Sichtbarkeitsgrenze damaliger Lichtmikroskope lagen. Damit gilt Friedrich Loeffler als Mitbegründer der Virologie.
1910 gründete er auf der Insel Riems, rund 17 Kilometer nordwestlich von Greifswald, die weltweit erste virologische Forschungsstätte. Dort wird noch heute am Friedrich-Loeffler-Institut – benannt nach ihm seit 1952 – zur Tiergesundheit geforscht.
Zusätzlich engagierte sich Loeffler als Kommunalhygieniker in Greifswald und sagte Seuchen sowie Infektionskrankheiten durch den Bau einer modernen Kanalisation den Kampf an.
Greifswalds One-Health-Forschungsschwerpunkt erforscht interdisziplinär, wie Mensch-, Tier-, Pflanzen- und Umweltgesundheit zusammenhängen – eine Verbindung, die Friedrich Loeffler früh erkannt hat.
Hans Fallada
Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen, der ab den 1930er Jahren unter dem Pseudonym Hans Fallada zahlreiche literarische Werke schrieb, wurde am 21. Juli 1893 in Greifswald geboren. Zum Star der Neuen Sachlichkeit avancierte Fallada mit „Kleiner Mann – was nun?“ (1932), das den Alltag in der Weimarer Republik einfängt und bereits kurz nach seiner Veröffentlichung zum Bestseller wurde. Weitere Erfolge sind „Wer einmal aus dem Blechnapf frißt“ und posthum „Jeder stirbt für sich allein“ (1947). Greifswald feiert den Autor mit Führungen, Lesungen und dem aktiven Falladahaus, das seine Verbindung zur Hansestadt lebendig hält.
Prof. Dr. Gerhard Domagk
„Ohne Domagk keine Sulfonamide, ohne Sulfonamide kein Penicillin, ohne Penicillin keine Antibiotika.“ Sir Alexander Fleming

Prof. Dr. Gerhard Domagk (1895–1964) legte als Assistent und Habilitand am Pathologischen Institut der Universität Greifswald (Habilitation 1924) die Grundlagen für seine bahnbrechende Forschung zur chemotherapeutischen Behandlung bakterieller Infektionen. Dort untersuchte er, wie Krankheiten im Körper entstehen und wie der Organismus krankhafte Zellen bekämpft. 1927 wechselte er zu einer Forschungsgruppe der IG Farben in Wuppertal, wo seine Arbeiten mit den Chemikern Fritz Mietzsch und Josef Klarer zu den Sulfonamiden führten – den ersten wirksamen Chemotherapeutika und einem zentralen Schritt hin zur modernen Antibiotikatherapie.
Für diese Leistungen erhielt Domagk 1939 den Nobelpreis für Medizin. Das NS-Regime verbot ihm, den Preis anzunehmen, weshalb er ihn erst acht Jahre später persönlich entgegennehmen konnte. Seine frühen Forschungen in Greifswald gaben die Richtung für seine weltverändernden Entdeckungen vor.
Seit 2008 vergibt die Universitätsmedizin das Gerhard-Domagk-Stipendium an herausragende Nachwuchswissenschaftler aus der Medizin.
Mehr über Prof. Dr. Domagks Forschung gibt es in diesem Beitrag der ARD.
Wolfgang Koeppen

Wolfgang Koeppen wurde am 23. Juni 1906 in Greifswald geboren. In seiner Jugend war er unter anderem als Volontär beim Stadttheater tätig und besuchte Vorlesungen der Germanistik an der Universität Greifswald, obwohl er nicht als Student eingeschrieben war. Als Schriftsteller wurde er durch seine Trilogie des Scheiterns bekannt, die sich aus den drei großen Romanen „Tauben im Gras“, „Das Treibhaus“ und „Der Tod in Rom“ zusammensetzt. 1990 erhielt Wolfgang Koeppen die Ehrendoktorwürde der Universität Greifswald. Nach seinem Tod 1996 in München ging sein gesamter Nachlass an die Universität Greifswald. Dieser wird hier im Wolfgang-Koeppen-Archiv bewahrt und gepflegt und ist gleichzeitig Teil der Forschung der Literaturwissenschaft in Greifswald.
Bertholt Beitz

Berthold Beitz (1913–2013) wurde in Zemmin bei Greifswald geboren und erlangte als Manager und bedeutender Industrieller der Montanindustrie im Ruhrgebiet große Bekanntheit. 1952 berief ihn Alfried Krupp von Bohlen und Halbach zum Generalbevollmächtigten des Krupp-Konzerns. Kurz vor Krupps Tod 1967 überzeugte Beitz dessen Sohn, auf das Milliardenerbe zu verzichten, sodass das Privatvermögen in eine gemeinnützige Stiftung überführt werden konnte, die Wissenschaft, Bildung und Kultur fördert.
Obwohl Beitz in Greifswald „nur“ zur Schule gegangen war und dort nie studierte oder arbeitete, gehörte er zu den wichtigsten Förderern des Hochschulstandorts. Er unterstützte unter anderem die Sanierung des Doms St. Nikolai, die Gründung des Alfried Krupp Wissenschaftskollegs, das Caspar-David-Friedrich-Zentrum sowie verschiedene kulturelle Projekte.
Ein besonderes Anliegen war ihm die Universitätsmedizin Greifswald. Er förderte den Bau einer Klinik für Hämatologie und Onkologie, das Stipendienprogramm „Community Medicine“ sowie den Aufbau eines Hospizes und eines Neurologischen Rehabilitationszentrums.
Für sein Engagement erhielt Beitz 1983 die Ehrendoktorwürde der Medizin, 1991 die Würde eines Ehrensenators der Universität und 1995 die Ehrenbürgerwürde der Stadt Greifswald. Nach der Fertigstellung der Zentralen Universitätsbibliothek 2001 wurde 2003 der Berthold-Beitz-Platz feierlich eingeweiht, den seitdem täglich zahlreiche Studierende auf ihrem Weg zur Zentralen Universitätsbibliothek, Mensa und Universitätsmedizin überqueren.
Sibylla Schwarz

Die Barockdichterin Sibylla Schwarz wurde am 14. Februar 1621 als Tochter des damaligen Bürgermeisters Christian Schwarz in Greifswald geboren. Mit zehn Jahren begann sie Gedichte zu schreiben, welche die außergewöhnliche Bildung für ein Mädchen der damaligen Zeit beweisen. Ab 1627 waren die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges auch in Greifswald zu spüren. Krieg und Tod sind zentrale Themen ihrer Gedichte, ebenso Freundschaft und Liebe. Im Alter von 17 Jahren erkrankte Sibylla Schwarz plötzlich an der Ruhr und verstarb kurz darauf. Das ehemalige Wohnhaus der Familie steht noch heute in Greifswald in der Domstraße 12.
Heinrich Rubenow

Heinrich Rubenow (um 1400–1462), Jurist und Bürgermeister der Stadt Greifswald, setzte Mitte des 15. Jahrhunderts seine politische Stellung und einen Teil seines Privatvermögens dafür ein, eine eigene Hochschule zu gründen: die Universität Greifswald. Durch seine Initiative wurden beim pommerschen Herzog Wartislaw IX. und beim Papst die notwendigen Zustimmungen erwirkt, sodass die Universität 1456 feierlich gegründet werden konnte. Rubenow übernahm nicht nur das Amt des ersten Rektors, sondern prägte auch die frühe Entwicklung insbesondere der Juristischen Fakultät, zu deren ersten Professoren er selbst gehörte und der er seine Privatbibliothek überlies.
Der Rubenowplatz samt Rubenowdenkmal vor dem Uni-Hauptgebäude erinnert bis heute an seine Gründungsleistung einer der ältesten Universitäten Nordeuropas, die Greifswald nachhaltig zu einem Bildungs- und Forschungszentrum machte und bis heute Tausende Studierende anzieht.