Bettina Martin übergibt Förderbescheid für Forschungszentrum für Herrenhäuser im Ostseeraum

v.l.n.r. Ministerin Bettina Martin, Prof. Dr. Kilian Heck, Prof. Dr. Katharina Riedel – Foto: © Patrick Geßner, 2022
v.l.n.r. Ministerin Bettina Martin, Prof. Dr. Kilian Heck, Prof. Dr. Katharina Riedel – Foto: © Patrick Geßner, 2022
Schloss Broock im Tollensetal, © Kilian Heck
Schloss Broock im Tollensetal, © Kilian Heck

„Schlösser und Herrenhäuser prägen das Bild Mecklenburg-Vorpommerns und das der gesamten Ostseeregion weit über die Grenzen unseres Bundeslandes hinaus. Sie sind Teil des gesamteuropäischen Kulturerbes und geschichtliche Zeugnisse der Vergangenheit, die sich heute über die zehn Staaten Deutschland, Polen, Russland, Litauen, Lettland, Estland, Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark verteilen“, sagte Ministerin Martin und betonte: „Dieses kulturelle Erbe der Herrenhäuser im Ganzen zu erfassen, zu erforschen und so für die Zukunft zu bewahren, sind ambitionierte Ziele und in dieser Form einzigartig. Ich freue mich daher umso mehr, dass ein solch bedeutendes Projekt am Caspar-David-Friedrich-Institut der Universität Greifswald durchgeführt wird.“

Die historische Bedeutung der Herrenhäuser kunstgeschichtlich wie soziokulturell zeigt sich bereits in der Zahl der Anlagen: geschätzt handelt es sich für den gesamten Ostseeraum immerhin um 12 000 bis 15 000 Anwesen. Unter der Leitung des Kunsthistorikers Prof. Dr. Kilian Heck werden in dem zunächst auf drei Jahre angelegten Projekt in einem ersten Schritt zwanzig Herrenhäuser aus dem 18. Jahrhundert erforscht. Sie werden unter anderem mittels luftgestützter Laserscans und Bodenradarmessungen untersucht und dokumentiert. Alle erfassten Daten werden dann in einer neu aufzubauenden virtuellen Forschungsumgebung für jedermann verfügbar gemacht.

„Das Projekt gliedert sich damit in hervorragender Weise in die an der Universität Greifswald bereits mit vier weiteren Projekten vertretene Nationale Forschungsdaten Infrastruktur (NFDI) ein. Durch seine inhaltliche Ausrichtung wird es überdies ein enger Kooperationspartner des Internationalen Forschungszentrums Ostseeraum (IFZO) sein“, so Rektorin Prof. Dr. Katharina Riedel.

„Herrenhäuser prägen seit Jahrhunderten die Kulturlandschaft im gesamten Ostseeraum. Wir hoffen, mit diesem Projekt zur tieferen Erfassung und historischen Entstehung der kultur- und Kunstgeschichte des Ostseeraumes beitragen zu können. Die digitale Ausrichtung etwa im Rahmen einer 3D-Modellierung soll dazu beitragen, die Ergebnisse unserer wissenschaftlichen Forschung anschaulich zu dokumentieren und breit zugänglich zu machen“, betonte Projektleiter Prof. Dr. Kilian Heck.

„Das Projekt Herrenhauszentrum ist ein Leuchtturmprojekt auf dem Gebiet der Geistes- und Kulturwissenschaften in Mecklenburg-Vorpommern und wird den Forschungsstandort Mecklenburg-Vorpommern nachhaltig festigen und seine Expertise noch weiter ausbauen“, so Ministerin Martin. Mit der nun startenden umfangreichen (Vor-)Arbeit sollen der Grundstein für das Projekt Herrenhauszentrum gelegt und die nötigen, vor allem technischen Infrastrukturen entwickelt werden. Langfristiges Ziel ist die Etablierung einer dauerhaften Forschungseinrichtung in Form eines Herrenhauszentrums, welches sich dann allen Schlössern und Herrenhäusern des Ostseeraumes ab dem 16. Jahrhundert widmen soll.

Informationen zum Projekt

Quelle
Medieninformation des Ministeriums für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Mecklenburg-Vorpommern (Nr. 26/22 vom 04.03.2022)

Weitere Informationen
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Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Herrenhauszentrum des Ostseeraums
Caspar-David-Friedrich-Institut
Rubenowstraße 2 B, 17489 Greifswald
herrenhauszentrumuni-greifswaldde

 

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