Geschichte & Tradition

Die Universität Greifswald ist eine der ältesten Universitäten Deutschlands und des Ostseeraumes. Am 17. Oktober 1456 wurde sie als Academia Gryphica gegründet und feierlich eröffnet. Gleichzeitig ist sie die älteste schwedische Universität – denn die Region stand nach dem Ende des 30-jährigen Krieges bis 1815 unter schwedischer Herrschaft.

Gegründet wurde die Universität Greifswald auf Initiative des örtlichen Bürgermeisters Heinrich Rubenow, nachdem Kaiser Friedrich III. und Papst Kalixt III. ihre Genehmigung erteilt hatten und der pommersche Herzog Wartislaw IX. sie unter seinen Schutz stellte.

Heinrich Rubenow wurde der erste Rektor der Universität. Die Gründung wurde im Greifswalder Dom St. Nikolai feierlich begangen. Noch heute finden hier regelmäßig Veranstaltungen der Universität statt, etwa die jährliche Immatrikulationsfeier. Die Universität startete mit den vier klassischen Fakultäten: Theologie, Philosophie, Medizin und Jura. Im ersten Jahr immatrikulierten sich 173 Studenten.

Die Universität durch die Jahrhunderte

Durch die Lage an der Ostsee und die Zugehörigkeit Greifswalds zur Hanse unterhielt die Universität bereits früh enge Beziehungen zu den skandinavischen Ländern und zum Baltikum. Von 1648 bis 1815 gehörte sie infolge der Teilung Pommerns im Westfälischen Frieden zu Schwedisch-Pommern. In dieser Zeit wurde sie maßgeblich von der schwedischen Wissenschaftspolitik geprägt. Heute bildet der Ostseeraum einen wichtigen Forschungsschwerpunkt der Universität Greifswald.

Von 1815 bis 1933 gehörte die Universität zu Preußen und entwickelte sich zu einer modernen Forschungsuniversität.

In der Zeit des Nationalsozialismus stand die Universität vor der Herausforderung, sich den Gegebenheiten der Diktatur anzupassen. Im Verlauf dieses Transformationsprozesses entwickelte sich die Universität zu einer Institution, die nationalsozialistische Ideologie lehrte, in die Rüstungsforschung eingebunden war und sich an nationalsozialistischem Unrecht beteiligte. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Universität geschlossen. Die Wiedereröffnung fand am 15. Februar 1946 statt.

In der nachfolgenden Zeit der DDR bis 1990 war die Universität, die von 1954 bis 2018 Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald hieß, stark ideologisch geprägt. Forschung und Lehre unterlagen der Kontrolle und Einflussnahme der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED).

Heute versteht sich die Universität Greifswald als moderne Forschungsuniversität. Ihre Forschungsstärke bezieht sie vor allem aus der intensiven interdisziplinären Zusammenarbeit ihrer fünf Fakultäten, einschließlich der Universitätsmedizin.

Wir laden Sie ein, einen Einblick in die facettenreiche Geschichte unserer Universität zu nehmen und die Entwicklungen sowie Traditionen einer der ältesten Universitäten Nordeuropas kennenzulernen.