Mentoring wirkt! Eine Befragung aller ehemaligen Mentees ab 2011

Konkret interessierten uns drei Perspektiven der Alumnae-Arbeit:

  • die Verbundenheit mit Mentoring aus heutiger Sicht,
  • die  Einschätzung der Alumnae, welche Wirkungen auf die damalige Teilnahme am Mentoring-Programm zurückzuführen sind sowie
  • die Frage, welche im Mentoring erworbenen Kompetenzen aus heutiger Sicht als nützlich erachtet werden.

Der Fokus lag auf der Erfassung einiger erzielten Wirkungen, die bei den ehemaligen Mentees eingetreten sind (Outcome). Das betraf Veränderungen auf der Ebene des Wissens, der Fertigkeiten, der Einstellung, des Verhaltens und Handelns. Ein weiteres Interesse umfasste erzielte Wirkungen, die übergeordnet auf die Gesellschaft oder Teile von ihr Einfluss haben. Damit sind im Mentoringkontext erwünschte Veränderungen vor allem im Hinblick auf gendergerechte Arbeitskulturen gemeint (Impact).

48% der ehemaligen Mentees aus den Mentoring-Programmen an der Universität Greifswald haben sich beteiligt, landesweit lag der Rücklauf bei 42%.

 

86% der Alumnae fühlen sich sehr mit Mentoring verbunden

Davon gaben jeweils 73% der  Alumnae an, dass sie sich heute noch verbunden fühlen durch inhaltliche Impulse, die bis heute nachwirken sowie durch den Kontakt zu den beiden Programmverantwortlichen.  Dies ist im landesweiten Vergleich mit den anderen Mentoring-Programmen ein Spitzenwert. Hier zahlt sich die personelle Kontinuität der Universität Greifswald aus.
69% würdigen die Zusammenarbeit und den Austausch mit den ehemaligen Peers als Zeichen der Verbundenheit mit dem Mentoring-Programm, 46% nennen Teilnahme an Alumnae-Angeboten und immerhin 30% den regelmäßigen Austausch mit ihrer oder ihrem Mentor*in als Aspekt der Verbundenheit. 11% der Befragten und damit mehr als jede Zehnte nannten eine eigene Tätigkeit als Mentorin.

Als weitere Aspekte werden genannt:  " die stetige Unterstützung bei der beruflichen Entwicklung und die Möglichkeit das Netzwerk jederzeit nutzen zu können." oder  " kompetente Ansprechpartnerinnen rund um das Thema Karriere und Gleichstellung".

 

Woduch sich ehemalige Mentees bis heute mit dem Mentoring verbunden fühlen ...

Strategisches Vorgehen - davon profitieren noch heute 70%

Ohne Zweifel haben im Mentoring-Programm erworbene Kompetenzen auch Jahre später noch eine herausragende Bedeutung für die Mentees. Dies betrifft mit 71% den Ausbau der eigenen fachlichen Netzwerke, die eigene strategische Karriereplanung und Sichtbarkeit.

Insofern bieten die Mentoring-Programme den Mentees die Auseinandersetzung mit wesentlichen Herausforderungen, die Grundlagen wissenschaftlicher Karrieren sind. Als immer noch nützlich erweisen sich darüberhinaus  für 64% der ehemaligen Mentees der entschlossender Einsatz für eigene Anliegen und  für 55% den Fokus zu halten und Prioritäten zu setzen.

"Das Mentoring-Programm ändert Einstellungen und Sichtweisen. Eine intensive Begleitung, eine feste Bezugsgruppe, man reflektiert viel mehr". "Es hat mich absolut positiv überrascht, wie sehr positiv sich das Mentoring-Programm auf meine berufliche Zufriedenheit auswirkt."

 

... und welche im Mentoring erworbenen Kompetenzen sie bis heute nützlich finden.

Mentoring wirkt - auch in die Organisation

Wir sind beeindruckt! Die befragten Mentees führen ihren Zuwachs an Kompetenzen vorallem auf die Teilnahme am Mentoring zurück.

Das betrifft beispielsweise das berufliche und strategische Netzwerken, welche 82% der Alumnae auf die Wirkung duch das Mentoring-Programm zurückführen.

Von 75% der Befragten leiten 90% der Mentees  ihre heutige Souveränität im Umgang mit geschlechtsspezfischen Aufstiegsbarrieren auf die Teilnahme am Mentoring-Programm ab.  Auch der Aussage " Ich habe mehr Sicherheit in meiner Führungsrolle"  schreiben ehemalige Mentees zu 65% diesen Gewinn der Teilnahme am Mentoring zu .

Mentoring-Programme setzen Impulse zur Veränderung der Arbeitskultur.

Hier sticht insbesondere heraus, dass 3 von 4  ehemaligen Mentees  in ihrem Umfeld für geschlechtsspezifische Ungleichheit sensibilisieren, davon führen 75% der Mentees die Wirkung auf das Mentoring zurück. Aktiv für eine chancengerechte Arbeits-und Unternehmenskultur setzen sich 65% der ehemaligen befragten Mentees ein und 65%  leiten dies auf Mentoring zurück.

 

 

Grafische Darstellung zur Selbsteinschätzung der Wirkungen des Mentoring-Programms

Die vorliegenden Ergebnisse beruhen auf einer landesweiten Befragung aller ehemaligen Mentees aus den verschiedenen Mentoring-Programmen des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Frühling 2021. Das Konzept dazu wurde in einer Arbeitsgruppe des Mentoring-Netzwerkes MV unter Leitung der Fachstelle MV gemeinsam erarbeitet und umgesetzt.

Die landesweite Gesamtbefragung umfasste junge Wissenschaftlerinnen auf unterschiedlichen Qualifikationsstufen aus dem Mentoring-Programmen KarriereWegeMentoring der Universitäten Greifswald und Rostock, junge Künstlerinnen und Autorinnen aus dem Programm mentoringKUNST, junge Führungsfrauen in der Wirtschaft aus dem Mentoring-Programm Aufstieg in Unternehmen, Studentinnen im Berufsübergang aus dem Mentoring-Programm KarriereStartMentoring der Hochschulen Stralsund, Neubrandenburg und Wismar sowie Studentinnen aus dem Programm OpenMint aus Wismar.

Grafiken: Angela Hoppe und Jonas Klante, Fachstelle Mentoring MV an der Universität Greifswald