Symbolbild Fakt der Woche – Foto: ©Till_Junker

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Fakt der Woche

Mit dem „Fakt der Woche“ präsentieren wir im wöchentlichen Turnus wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Universität Greifswald. Damit möchten wir mehr Aufmerksamkeit für die vielfältigen Forschungsbereiche unserer Universität generieren, Interesse an ihnen wecken und ein Zeichen für wissenschaftliche Erkenntnisse setzen. Der „Fakt der Woche“ erscheint ebenso auf Instagram, Facebook und Twitter.


Die Wissower Klinken in 3D

3D-Modell der Wissower Klinken ©Anna-Gehrmann, 2021
3D-Modell der Wissower Klinken ©Anna-Gehrmann, 2021

Die Wissower Klinken auf der Insel Rügen sind eines der bekanntesten Motive von Caspar-David-Friedrich und heute eines der beliebtesten Fotomotive bei Rügentouristen. Die Geologen der Universität Greifswald haben von diesen Kreidefelsen jetzt ein 3D-Modell erstellt und präsentieren es der Öffentlichkeit. Der Abschnitt der Wissower Klinken ist ein sogenannter Aufschluss. Solche Stellen sind für Geologen besonders interessant, da sie hier das Gestein direkt betrachten und untersuchen können, Strukturen sehen und Proben entnehmen können. An den Wissower Klinken lässt sich zudem beobachten, wie die Natur ständig an der Steilküste nagt. Vor über 15 Jahren brach ein großes Stück der damals noch viel höheren Wissower Klinken ab. Solche Küstenabbrüche sind an Steilküsten etwas völlig Normales. Die Drohnen erlauben es nun, Stellen mit sehr hoch aufgelösten Fotos zu dokumentieren, die man ohne die Drohne nur unter größten Schwierigkeiten und mit viel Klettererfahrung erreichen könnte. Werden solche Beobachtungen über mehrere Jahre hinweg wiederholt, ist man vielleicht in der Lage drohende Küstenabbrüche frühzeitig zu erkennen.

Das 3D-Modell wurde mithilfe von Drohnenüberflügen an der Kreideküste im angefertigt. Die Steilküste wurde dabei aus vielen verschiedenen Blickwinkeln und Höhen fotografiert. Markierungspunkte am Boden wurden mit einem stationären GPS-Gerät auf wenige Zentimeter genau eingemessen, um damit das 3D-Modell zu georeferenzieren. Das erlaubt das Modell in andere 3D-Plattformen wie z.B. Google Earth einzubinden. Aus den bei den Drohnenflügen gewonnenen hunderten von Bildern errechnet ein Programm ein 3D-Bild des Aufschlusses, das am Computer interaktiv von allen Seiten betrachtet werden kann. Die Drohnenaufnahmen haben Dr. Anna Gehrmann und Prof. Dr. Martin Meschede unter Mithilfe einiger studentischer Mitarbeiter*innen vom Institut für Geographie und Geologie vorgenommen. Die Ausarbeitung des 3D-Modells hat im Wesentlichen Anna Gehrmann durchgeführt.

Das dreidimensionale Modell ist Teil eines bundesweit angelegten Projektes unter der Schirmherrschaft der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologische Vereinigung DGGV (www.dggv.de). Die DGGV ist eine der ältesten deutschen Wissenschaftsvereinigungen, die anlässlich ihres 175-jährigen Jubiläums im Jahr 2023 das Projekt „30 Geotope³“ initiiert hat. Hier werden seit Februar 2021 jeden Monat Geotope und Aufschlüsse präsentiert, die mit Hilfe von Drohnen, 360°-Kameras, Laserscannern und differentiellem GPS dreidimensional aufgenommen wurden, um daraus 3D-Modelle zu erstellen. Mit ausführlichem Informationsmaterial ausgestattet werden diese Modelle dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Universität Greifswald ist an diesem Projekt beteiligt.

Die Serie startete mit dem Teufelstisch im Dahner Felsenland in der Pfalz, im März 2021 folgte der Dohlenstein bei Jena. Es soll mit diesen 3D-Darstellungen deutlich gemacht werden, dass Aufschlüsse die primären Informationsquellen in der Geologie sind und wie diese mit modernen Methoden dokumentiert werden können. Alle im Rahmen des Projektes aufgenommen Daten werden frei zugänglich zur Verfügung gestellt.

Ausführliche Informationen zu diesem Projekt und sämtliche bisher erstellten 3D-Darstellungen mit weitergehenden Informationen zur Geologie und zur Herstellung der Modelle sind auf der Webseite www.digitalgeology.de zu finden. In der Galerie werden die 3D-Modelle abgelegt und jeden Monat wird mindestens eines dazukommen.

Für weitere Informationen stehen Dr. Anna Gehrmann und Prof. Dr. Martin Meschede (derzeit Vizepräsident der DGGV) vom Lehrstuhl für Regionale Geologie | Strukturgeologie der Universität Greifswald zur Verfügung.



Gesundheit

Gesellschaft, Kultur und Sprachen

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Das eisenzeitliche Urnengefäß stammt aus einer Ausgrabung bei Neuenkirchen. Es ist heute Teil der Sammlung vorgeschichtlicher Altertümer der Uni Greifswald. Welche anderen Schätze gibt es dort? Warum sind diese heute wichtig?

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Herrenhauszentrum Greifswald

Herrenhäuser prägen und prägten den Ostseeraum. Sie erzählen Geschichten von historischen Ereignissen und von den Menschen, die dort lebten. Das Herrenhauszentrum Greifswald erforscht dieses Kulturerbe.

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Frauen in der Forschung: Dora Benjamin

1924 hat Dora Benjamin ihre Dissertation an der Uni Greifswald abgeschlossen. Sie war damit eine der ersten Frauen in der Wissenschaft. Woran hat sie geforscht? Welchen Weg hat sie in der Wissenschaft verfolgt? Was hat sie erreicht?

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„Rückführungspatenschaften“ und „Corona-Diktatur“ sind die Unwörter des Jahres 2020. Warum wurden erstmals zwei Wörter gewählt? Wie werden sie ausgesucht? Und was sind „Unwörter“ überhaupt?

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Woran erinnern uns Stolpersteine?

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Unter Linguisten gilt seit geraumer Zeit gesichert, dass die Urahnen der Esten und Finnen die Erbse als Kulturpflanze bei ackerbauenden baltischen Stämmen an der Südküste des Finnischen Meerbusens kennengelernt hatten.

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Eller Kuhl, Kronskamp und Düwecksoll: Was bedeuten diese Ortbezeichnungen? Dies verrät ein Blick in das „Digitale vorpommersche Flurnamenbuch“.

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Wie steht es um die guten Vorsätze für das neue Jahr? Warum der innere Schweinehund oft stärker ist als unser mahnendes Gewissen, und wie man mit „Nudging“ kluge Entscheidungen anstoßen kann.

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Dieses Abbild des Sassnitzer Kreidebergwerks von Otto Jaekel aus unserer Akademischen Kunstsammlung kann auch als Forschungsobjekt dienen. Wie helfen Metadaten dabei, Sammlungsbjekte für die Forschung nutzbar zu machen?

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Seit 2004 sind in den USA 1800 Tageszeitungen von der Bildfläche verschwunden. Die Hälfte aller US-Counties hat nur noch eine lokale Tageszeitung; oft ist es nur noch eine Wochenzeitschrift.

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Likes auf Social Media

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Menschen in Vorpommern

Was denken die Menschen über die Region, in der sie leben? Was ist ihnen wichtig? Und was sollte ihrer Meinung nach verbessert werden?

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