Symbolbild Fakt der Woche – Foto: ©Till_Junker

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Fakt der Woche

Mit dem „Fakt der Woche“ präsentieren wir im wöchentlichen Turnus wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Universität Greifswald. Damit möchten wir mehr Aufmerksamkeit für die vielfältigen Forschungsbereiche unserer Universität generieren, Interesse an ihnen wecken und ein Zeichen für wissenschaftliche Erkenntnisse setzen. Der „Fakt der Woche“ erscheint ebenso auf Instagram, Facebook und Twitter.


Fake News einfach aufgedeckt

Titelgrafik zur Ausstellung über Fake News, ©Initiative für Freizeit und Musikkultur

Die Corona-Pandemie begleitet die Gesellschaft über ein Jahr und entfesselte durch die getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der weiteren Verbreitung große Gegenwehr aus diversen Ecken der Bevölkerung. Einige beschweren sich über zu wenig Luftzufuhr durch das Tragen medizinischer Masken, andere haben Probleme mit Homeoffice und Kurzarbeit – soweit verständliche Argumente. Wieder andere sehen hinter der Pandemie nichts weiter als eine große Lüge der internationalen politischen und wirtschaftlichen Eliten zur Sicherung ihrer finanziellen Interessen. Sie leugnen die Existenz des Corona-Virus. So fordere das Virus auch keine Opfer. Die Beweise dafür liefern Corona-Leugner scheinbar direkt mit.

In den sozialen Medien tummelt sich aktuell eine große Anzahl derer, die mit vereinter Kraft und Belegen aus oberflächlichen Recherchen das Ziel verfolgen, „die große Lüge“ über die fingierte Corona-Pandemie aufzudecken. Dabei stellen sie ihre angeblich investigativen Belege online zur Schau. Ein von den Berliner Bloggern vom „Volksverpetzer“ aufgedecktes Beispiel zeigt deutlich, dass bei der Online-Recherche Vorsicht und gesunde Skepsis geboten ist. Ein unbekannter User lädt ein offizielles Bild hoch, auf dem mehrere schwarze Leichensäcke öffentlich nebeneinander ausgelegt wurden – angeblich Corona-Tote. Auf dem Bild ist ein Detail zu erkennen, welches die Nutzer*innen zur klaren Schlussfolgerung verleiten soll, dass die Leichensäcke dazu dienen, die Bevölkerung durch die Medien zu manipulieren. Eine Frau trägt im Hintergrund einen der Säcke mit scheinbar müheloser Leichtigkeit durch das Bild. Aus dieser Beobachtung sollen Nutzer*innen eine Verschwörung ableiten. Kommentiert wurde der Post wie folgt: „Pandemie oder großer Schwindel?“.

Die Antwort ist schnell gefunden und bedarf lediglich einer Rückwärtssuche des Bildes bei Google. Diese ergibt klar, dass die Säcke Teil eines symbolischen Trauerzuges der amerikanischen Gruppe „New Florida Majority“ (NewFM) waren. Die Gruppe hat also nie behauptet, dass die Säcke echt seien. Die von der NewFM organisierte Demonstration diente der Erinnerung an die 100 000 Corona-Toten in den USA und forderte unter anderem finanzielle Hilfen für die vielen pandemiebedingten Arbeitslosen.

Kurz gesagt: Der Post des Bildes mit der Frau, die scheinbar einen Leichensack trägt, sollte eine vermeintliche Manipulation aufdecken. Dieser konkrete Fall kann auf viele Erscheinungen von Fake News im Internet übertragen werden. Oft haben Falschmeldungen eines gemeinsam: Sie zeichnen ein falsches Bild der Wirklichkeit und führen Menschen absichtlich in die Irre – meist unter der Prämisse, ein bestimmtes  ideologisches Narrativ zu füttern, wie die oft von rechtspopulistischer Seite unterstellte globale „Corona-Lüge“. Auch ein weiteres Phänomen der Fake News wird anhand des Posts gut illustriert. Die Tatsache, dass sie oft nicht gänzlich erfunden sind. Durch das Weglassen wichtiger Informationen, wie hier die Anmerkung, dass es sich bei dem Bild um einen symbolischen Trauerzug handelt, oder die verzerrte Darstellung eines Sachverhalts wird die Realität falsch dargestellt. Problem des Ganzen ist, dass Fake News durch soziale Medien in kürzester Zeit hunderttausendfach verbreitet werden können.

Es war nie leichter, Hass und Hetze mit wenigen Klicks viral gehen zu lassen und gesellschaftliche Spaltungen voranzutreiben. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, Beiträge aus dem Internet genau zu prüfen, bevor sie gedankenlos geteilt werden. Dazu sollten Quelle kontrolliert oder Absichten hinter den Posts kritisch hinterfragt werden. Oft dienen Fake News bestimmten Interessen wie der Generierung von möglichst vielen Klicks und Geld oder der Polarisierung und Verunsicherung der Gesellschaft. Manipulation durch Fake News kann jeden Menschen treffen, weshalb eine kritische Auseinandersetzung mit den Falschmeldungen und eine Stärkung der eigenen Medienkompetenz unabdingbar sind.

Weitere Information
Bis zum 27. Juli 2021 können Interessierte in der STRAZE eine Ausstellung zum Thema „Fake News“ besuchen.

Ansprechpartnerin
Finja-Pauline Schöbel



Gesundheit

Gesellschaft, Kultur und Sprachen

Der Croy-Teppich wird im Pommerschen Landmuseum im Greifswald ausgestellt. ©Jan-Meßerschmidt, 2014

Zur Geschichte des Croy-Teppichs

Einst schenkte Ernst Bogislaw von Croy der damaligen Pommerschen Landesuniversität in Greifswald einen prunkvollen Wandteppich: den Croy-Teppich. Wo kann das textile Riesenbild heute bewundert werden? Und warum lohnt sich das?

 Mosaik mit Darstellung der Ankunft des Hl. Markus in Venedig, Fassade des Markusdoms, 13. Jahrhundert. © Wolfgang-Maroder, 2014

Beute: Geklaut oder gerettet?

Spätestens beim nächsten Museumsbesuch wird sich die Frage stellen: Alles nur geklaut? Denn Kulturgut ist oft unrechtmäßig zu uns gelangt. Der Erwerb und das Bewahren wertvoller Objekte wurden und wird oft mit dem „Rettungnarrativ“ legitimiert.

Das Fahrrad ist ein beliebtes Verkehrsmittel in Greifswald. ©Till-Junker, 2018

In Greifswald wird geradelt

Welche Verkehrsmittel nutzen Pendler*innen auf dem Weg zur Arbeit? Wie gestalten wir Mobilität nachhaltig? Diese und weitere Fragen hat die Initiative „MobilitätsWerkStadt 2025“ untersucht.

Virtuelle Rekonstruktion von Schloss Friedrichstein in Russland, @Herder Institut

Herrenhauszentrum Greifswald

Herrenhäuser prägen und prägten den Ostseeraum. Sie erzählen Geschichten von historischen Ereignissen und von den Menschen, die dort lebten. Das Herrenhauszentrum Greifswald erforscht dieses Kulturerbe.

Dora Benjamins (1901-1946) Dissertation an der Universität Greifswald, ©Universität Greifswald, Archiv

Frauen in der Forschung: Dora Benjamin

1924 hat Dora Benjamin ihre Dissertation an der Uni Greifswald abgeschlossen. Sie war damit eine der ersten Frauen in der Wissenschaft. Woran hat sie geforscht? Welchen Weg hat sie in der Wissenschaft verfolgt? Was hat sie erreicht?

Unwörter des Jahres 2020, ©Jan_Meßerschmidt

Unwörter des Jahres 2020

„Rückführungspatenschaften“ und „Corona-Diktatur“ sind die Unwörter des Jahres 2020. Warum wurden erstmals zwei Wörter gewählt? Wie werden sie ausgesucht? Und was sind „Unwörter“ überhaupt?

Stolperstein für den Geologen Dr. Rudolf Kaufmann (1909–1942 - Foto: Jan Meßerschmidt

Woran erinnern uns Stolpersteine?

Am 9. Dezember 2020 wird in Greifswald ein weiterer Stolperstein ins Pflaster eingelassen. Der Stolperstein wird in Gedenken an den Schauspieler Kurt Brüssow verlegt, der im Nationalsozialismus als Homosexueller verfolgt wurde. Auch an unserer Uni erinnern Stolpersteine an die Verbrechen des Nationalsozialismus.

Tageszeitungen aus den USA ©Martha_Kuhnhenn

Die Bedeutung von Qualitätsjournalismus

Seit 2004 sind in den USA 1800 Tageszeitungen von der Bildfläche verschwunden. Die Hälfte aller US-Counties hat nur noch eine lokale Tageszeitung; oft ist es nur noch eine Wochenzeitschrift.

Lebensmittel ©Amelie_Michalke

Wahre Kosten von Lebensmitteln

Viele ökologische und soziale Folgekosten für die Produktion von Lebensmitteln sind im Verkauf aktuell nicht eingepreist. Sie werden von der gesamten Gesellschaft getragen. Besonders die Preise von tierischen Produkten spiegeln die wahren Kosten nur schlecht wieder.

Cheops-Pyramide von Gizeh mit Kamel und VW-Bulli ©privat

Das Bild vom Orient

Eine Analyse von rund 50 000 deutschen Reisebildern aus rund 100 Jahren zeigt, dass Reisende zwischen Aleppo und Alexandria ein Fotomotiv besonders liebten: Kamel trifft Auto.

Der Zweck von Staatsfonds

Der Zweck von Staatsfonds

Staatsfonds werden genutzt, um zukünftige Ausgaben zu finanzieren. Damit werden Pensionen und Infrastrukturprojekte bezahlt oder konjunkturelle Schwankungen ausgeglichen. Doch wann und wo werden sie zweckentfremdet?

Abb.: Elias Lönnrot, Brief an J. F. Cajan, 01.01.1837. Konzept und Reinschrift, pilliä und valminaa unterstrichen. Quelle: Elias Lönnrotin kirjeenvaihto. Online-Edition. SKS/SLS.

Wie Elias Lönnrot die Flöte neu erfand

Ein Fakt der Woche zum 30. Nordischen Klang 2021. Der begeisterte Flötenspieler und einflussreiche finnische Sprachschöpfer Elias Lönnrot erfand im 19. Jahrhundert ein neues Wort für „Flöte“.

Foto: Jannik Zoubek - Symbolbild Verschwörungstheorie

Verschwörungsmythen im Geschichtsunterricht

Es gibt gute Gründe, sich in der Ausbildung von angehenden Lehrer*innen mit Verschwörungstheorien aus geschichtswissenschaftlicher, didaktischer und methodischer Perspektive zu beschäftigen.

Flurnamen sind Bezeichnungen von Äckern, Wiesen, Weiden und Waldflächen. ©Jan_Meßerschmidt

Flurnamenforschung in Vorpommern

Eller Kuhl, Kronskamp und Düwecksoll: Was bedeuten diese Ortbezeichnungen? Dies verrät ein Blick in das „Digitale vorpommersche Flurnamenbuch“.

Kann Nudging helfen, einmal mehr die richtige Entscheidung zu treffen? - Foto: Magnus Schult

Nudging: Dürfen wir kluge Entscheidungen anstoßen?

Wie steht es um die guten Vorsätze für das neue Jahr? Warum der innere Schweinehund oft stärker ist als unser mahnendes Gewissen, und wie man mit „Nudging“ kluge Entscheidungen anstoßen kann.

Aufnahme des Teleskops hier noch als Kombination aus 40 cm-Newton-Reflektor und 20 cm-Refraktor, ©Oliver Reimer

Carl-Zeiss-Doppelteleskop wird restauriert

Das Carl-Zeiss-Doppelteleskop in der Greifswalder Sternwarte ist weltweit einmalig. 1924 wurde es angefertigt. Welche Geschichte hat das Horoskop? Welche wissenschaftlichen Leistungen waren damit möglich?

Kreidebergwerk bei Sassnitz von Otto Jaekel, ©Sina_Casa_Martin

Sammlungen für die Wissenschaft

Dieses Abbild des Sassnitzer Kreidebergwerks von Otto Jaekel aus unserer Akademischen Kunstsammlung kann auch als Forschungsobjekt dienen. Wie helfen Metadaten dabei, Sammlungsbjekte für die Forschung nutzbar zu machen?

Arnoldische Obst-Cabinet ©Martin_Schnittler

Das Arnoldische Obst-Cabinet

Die Modelle des „Arnoldischen Obst-Cabinets“ wurden zwischen 1856 und 1899 von Heinrich Arnoldi (1813–1885) angefertigt. Heute zeigen sie uns, welche Obstsorten im 18. und 19. Jahrhundert im mitteleuropäischen Raum angebaut wurden.

Anzahl der Likes zu Posts von deutschsprachigen Nachrichtenanbietern ©Jakob_Jünger

Likes auf Social Media

Normalerweise bekommen die meisten Posts auf Social Media sehr wenige Likes und nur sehr wenige Posts ganz viele Likes – es entsteht eine schiefe Pareto-Verteilung. Bei Instagram gibt es jedoch kaum Posts ohne Likes.

Naherholungsgebiet Greifswalder Forst ©Magnus_Schult

Menschen in Vorpommern

Was denken die Menschen über die Region, in der sie leben? Was ist ihnen wichtig? Und was sollte ihrer Meinung nach verbessert werden?

Argumentieren bei Kindern

Argumentieren bei Kindern

Argumentieren ist eine wichtige kommunikative Fähigkeit. Schon im Kindergartenalter lernen wir, miteinander Konflikte zu lösen. Doch welche Auswirkungen hat es, dass die meisten Kinder seit über einem Jahr zuhause sind?

Ein eisenzeitliches – also mehr als 2000 Jahre altes – Urnengefäß, welches 1823 zusammen mit weiteren Urnen, Beigefäßen und Leichenbrand auf einem Urnengräberfeld bei Neuenkirchen (bei Greifswald) ausgegraben wurde. ©Manuel-Vojtech, 2010

Sammlung vorgeschichtlicher Altertümer

Das eisenzeitliche Urnengefäß stammt aus einer Ausgrabung bei Neuenkirchen. Es ist heute Teil der Sammlung vorgeschichtlicher Altertümer der Uni Greifswald. Welche anderen Schätze gibt es dort? Warum sind diese heute wichtig?

Wie klingt Geschichte? ©Aziza Sadikova

Wie klingt Geschichte?

Was hat Musik mit Geschichte(n), kollektivem Gedächtnis oder Erinnerungen zu tun? Wie vielstimmig klingen Geschichten unserer heutigen pluralen Gesellschaft in Musik?

Vorderseite der Münze, ©Gustaf-Dalman-Institut

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Diese Münze ist das erste „Jüdische Artefakt des Monats“, welche das Gustaf-Dalman-Institut anlässlich des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ monatlich vorstellt. Was wissen wir über die Münze?

Weihnachten – Zeit der Besinnlichkeit, ©Magnus_Schult

Linguistik zur Weihnachtszeitszeit

Was wissen wir über unser Weihnachtsvokabular? Inwiefern werden in manchen Weihnachtsliedern die Regeln der deutschen Satzstellung missachtet? Und was verraten bundespräsidentiale Weihnachtsansprachen über die Redner?

Leistungsdruck in der Schule, ©Oliver_Böhm

Stress in der Schule

Von welchen Faktoren hängt es ab, ob Schule stresst? Was hilft Schüler*innen, die Herausforderungen des Schulalltags besser zu meistern? Und unter welchen Bedingungen fühlen sich Schüler*innen wohl in der Schule?

Erbsen ©Laura_Schirrmeister

Wie Finnen auf die Erbse kamen

Unter Linguisten gilt seit geraumer Zeit gesichert, dass die Urahnen der Esten und Finnen die Erbse als Kulturpflanze bei ackerbauenden baltischen Stämmen an der Südküste des Finnischen Meerbusens kennengelernt hatten.

Gedenkstein im Strandbad Boltenhagen ©privat

Gedenkstein in Boltenhagen

Etwa 30 km Luftlinie liegen zwischen dem mecklenburgischen Boltenhagen und dem schleswig-holsteinischen Dahme. Einige DDR-Flüchtlinge wählten die Route über das Meer. Der Leuchtturm von Dahmeshöved - das „Licht der Freiheit“ - wies ihnen den Weg.

Lastenräder in Greifswald ©Magnus_Schult

Verkehrswende in Städten

Mit Lastenrädern lassen sich fünf Tonnen CO2 pro Jahr, im Vergleich zu einem herkömmlichen Pkw, einsparen.

Flora und Fauna

Erde, Umwelt und Klima


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