Symbolbild FamilienUni - Foto: Till Junker

Familien-Universität Greifswald

Spannende Vorlesungen für alle von 12 bis 99 Jahren! #wissenlocktmich

Familien-Universität im Wintersemester 2019/20

Aktuell stellen wir das neue Programm zusammen.
Anfang September erfahren Sie hier mehr.

#wissenlocktmich .... zur Uni Greifswald

Die Angebote der Universität Greifswald für alle, die neugierig sind und wissen wollen.

Familien-Universität im Sommersemester 2019

4. April 2019 – 17:00 Uhr

Roboter spielen nicht nur in der Industrie zum Beispiel bei der Herstellung von Autos eine wichtige Rolle, sondern auch in der modernen Biochemie. Die Universität Greifswald besitzt als einzige Universität in Deutschland eine große, robotergesteuerte Protein-Screening Anlage, die auf den Namen LARA hört. Viele Wirkstoffe, unter anderem Pharmazeutika, werden mithilfe von Enzymen hergestellt. Enzyme sind Proteine, die in der Lage sind chemische Reaktionen zu beschleunigen, d.h. zu katalysieren. Daher werden sie auch Biokatalysatoren genannt. Enzyme erlauben es bei milden Reaktionsbedingungen (z.B. Raumtemperatur, neutraler pH-Wert) mit hoher Präzision und Schonung der Umwelt gezielt komplexe Moleküle herzustellen. Nicht immer findet sich für die Herstellung von Wirkstoffen ein passendes Enzym in der Natur. Daher widmen sich Forscher am Institut für Biochemie neben der Suche nach geeigneten Biokatalysatoren auch deren Optimierung. Diese Optimierung erfolgt häufig durch computerbasierte Vorhersagen von Positionen, die im Enzym systematisch oder zufällig verändert werden sollen. Darüber hinaus werden unzählige noch nicht untersuchte Biokatalysatoren aus Metagenombanken getestet. Die Roboterplattform LARA erlaubt es bis zu 10.000 Enzymvarianten pro Woche zu untersuchen und vollautomatisiert zahlreiche experimentell aufwändige Schritte zu durchlaufen. In einer Mikrofluidik-Anlage können sogar Millionen Biokatalysatoren im Pikoliter-Maßstab durchmustert werden, um schneller die besten Kandidaten zu finden.

Prof. Dr. Uwe Bornscheuer, Leiter der Arbeitsgruppe „Biotechnologie und Enzymkatalyse“ am Institut für Biochemie der Universität Greifswald wird zusammen mit seinem Mitarbeiter Dr. Mark Dörr im Rahmen der Familien-Universität Einblick in die Arbeit mit der robotergesteuerten Protein-Screening Anlage geben. In der Vorlesung wird anhand von Beispielen auf die wissenschaftliche Bedeutung der Roboterplattform eingegangen und deren Aufbau und Funktionsweise erläutert.

Im Anschluss an den Vortrag laden wir zu einer Besichtigung der Protein-Screening Anlage ein.  

Das biochemische Labor der Zukunft – Roboter an der Uni Greifswald

Prof Dr. Uwe Bornscheuer, Chemiker & Dr. Mark Dörr, Chemiker

Veranstaltungsort: Hörsaal 1, Institut für Biochemie, Felix-Hausdorff-Straße 4

23. Mai 2019 – 17:00 Uhr

23. Mai 2019 – 17:00 Uhr

„Ein Gläschen in Ehren, kann niemand verwehren“. Deutschland gehört zu den Ländern mit dem höchsten Alkoholkonsum. Im Jahr 2016 betrug der Pro-Kopf-Konsum an alkoholischen Getränken 133,8 Liter. Das entspricht 9,5 Liter reinem Alkohol.

Aber was passiert eigentlich, wenn man sich sprichwörtlich unter den Tisch trinkt? Kann man von selber wieder aufstehen oder muss einem die Medizin helfen? Und wie entsteht überhaupt Alkohol?

Wenn umgangssprachlich von Alkohol gesprochen wird, dann handelt es sich um Ethanol. Ethanol entsteht durch den Prozess der Vergärung von Traubenzucker. Bereits 2.700 Jahre vor Christi Geburt war den Menschen die berauschende Wirkung von Ethanol bekannt. Seitdem hat sich das Rauschmittel über den gesamten Globus verbreitet. Im 9. Jahrhundert wurde das „Schnapsbrennen“ entwickelt, bei dem Ethanol aus Wein destilliert wird. Der Geist des Weines ist die wirksame Essenz, unbegrenzt zu lagern, flüchtig, klar wie Wasser. In der Bezeichnung Weingeist steckt Geheimnisvolles, Unberechenbares. Die Wirkung kann gut oder schlecht sein, beflügeln oder dämpfen.

Hagen Bahlmann ist Oberarzt auf der Kinderintensivstation in der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Greifswald. In seiner Vorlesung wird er den Weg und die Wirkungsweise des Ethanols im menschlichen Körper beleuchten. Der Vortrag wird bunt bebildert sein, nur eine Weingeistprobe wird es nicht geben.

Vom Fusel zum Kater – Risiken und Nebenwirkungen von Alkohol

Hagen Bahlmann, Mediziner

Veranstaltungsort: Hörsaal 2, Neues Audimax, Campus Loefflerstraße

20. Juni 2019 – 17:00 Uhr

Wenn die Gallier Asterix und Obelix auf eine römische Patrouille treffen, dann fliegen nicht nur die Fäuste und die Römer, sondern auch die Schimpfworte. Das geht natürlich auch wunderbar auf Niederdeutsch, eine von 107 Sprachen, in die die bekannten Comics von René Goscinny und Albert Uderzo übertragen wurden. Dank der Übersetzer Hartmut Cyriacks, Reinhard Goltz und Peter Nissen sind bereits fünf Bände in niederdeutscher Sprache erschienen. Die liebenswerten Helden und ihre unterhaltsamen Abenteuer eignen sich hervorragend, um die Sprache auch ohne Vorkenntnisse zu entdecken.

PD Dr. Birte Arendt und ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin Ulrike Stern vom Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik der Universität Greifswald begeben sich zusammen mit den Besuchern der Vorlesung in eine Zeit, in der noch nach Herzenslust geschimpft und gestritten werden durfte. Mit Hilfe des Spiels „Tüdelbüdel“ werden schließlich eigene Schimpfworte kreiert.

Mit Asterix schimpen un strieden up Platt – ein Comic in der Sprachvermittlung

PD Dr. Birte Arendt, Linguistin & Ulrike Stern, Kulturwissenschaftlerin

Veranstaltungsort: Hörsaal 2, Campus Loefflerstraße, Ernst-Lohmeyer-Platz 6

4. Juli 2019 – 17:00 Uhr

Warum heißen Feuersteine eigentlich Feuersteine? Was haben die harten, splittrigen Steine mit dem Feuer zu tun? Auf Rügen finden wir sie überall. Wer schon mal an der Rügener Steilküste entlanggewandert ist, weiß, dass sie uns dort auf Schritt und Tritt begleiten. Aber wie sind sie dorthin gekommen?

Für unsere Vorfahren in der Steinzeit waren die Feuersteine von besonderem Wert. Sie waren so wertvoll, dass damit quer über den Kontinent Handel getrieben wurde. Es gab sogar Feuersteinbergwerke, in denen die Steine unterirdisch gewonnen wurden. Feuersteine ließen sich zu scharfkantigen Werkzeugen verarbeiten, mit denen erlegte Tiere zerkleinert werden konnten. Die ersten vom Menschen gefertigten Werkzeuge waren Faustkeile, Speerspitzen und Äxte, allesamt gefertigt aus Feuerstein. Es kommt aber noch eine ganz wichtige Eigenschaft hinzu: Man kann mit diesen Steinen Funken erzeugen, wenn man sie gegeneinanderschlägt. Daher kommt auch der Name des Steins. Aber ganz so einfach ist es mit dem Feuermachen nicht!

Prof. Dr. Martin Meschede, Leiter der Arbeitsgruppe Geodynamik am Institut für Geographie und Geologie, wird im Rahmen der Familien-Universität die Entstehung von Feuersteinen in einem Sediment erläutern, einige Beispiele zum näheren Betrachten mitbringen und auf die Bedeutung von Feuersteinen für die ältesten technischen Erfindungen des Menschen eingehen.

Funkensprühende Feuersteine – das steinerne Meer auf Rügen

Prof. Dr. Martin Meschede,Geologe

Veranstaltungsort: Hörsaal 2, Neues Audimax, Campus Loefflerstraße

Universales Lernen für alle Generationen

Im Frühjahr 2008 kam das Mehrgenerationenhaus Greifswald – Bürgerhafen auf die Universität Greifswald mit der Idee einer Bildungsinitiative zu. Dort traf die Idee einer Familien-Universität auf offene Ohren. Die Universität übernahm in enger Kooperation mit dem Bürgerhafen die Organisation der Vorlesungen und stellte Räume zur Verfügung. Die Familien-Universität wird gut angenommen. Der Eintritt zu allen Vorträgen ist frei.

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