Nachhaltige Körperschaftsverwaltung
Im Jahre 1634 schenkte Herzog Bogislaw XIV, Herzog von Pommern-Stettin, der Universität Greifswald das Amt Eldena. Bis heute besitzt die Universität dadurch Flächen in und um Greifswald. Während der Wald durch die Universitätsförster bewirtschaftet wird, sind die landwirtschaftlichen Flächen an regionale Agrarbetriebe verpachtet. Für die Verwaltung und Nutzung dieser Liegenschaften ist das Dezernat Körperschaftsverwaltung verantwortlich. Zu den Aufgaben gehören neben der Bewirtschaftung des universitätseigenen Waldes und dem Wildtiermanagement auch das Vertragsmanagement mit Dritten. Die Liegenschaftsverwaltung verfolgt das Ziel, die universitären Liegenschaften nachhaltig zu bewirtschaften. Dabei orientiert sie sich an klaren ökologischen, ökonomischen und sozialen Kriterien.
Waldwirtschaft von Morgen
Rund 36 Prozent der universitätseigenen Flächen bestehen aus Wald. Wälder erfüllen neben der Bereitstellung von Holz eine Vielzahl gesellschaftlich bedeutsamer Funktionen, indem sie Kohlenstoff aus der Atmosphäre binden und langfristig festlegen, Landschaften kühlen, Frischluft produzieren, wesentlich zur Grundwasserneubildung beitragen, einer spezialisierten Flora und Fauna Lebensraum bieten und die Linderung physischer und psychischer Erkrankungen unterstützen. Sie sind Erholungs-, Bildungs- und Lernort für alle Generationen und als Forschungsgegenstand für verschiedenste Disziplinen von großer Bedeutung.
Ziel der Waldbewirtschaftung ist es, eine langfristige, ökologische Waldentwicklung zu fördern. Auf Dauer soll ein Zuwachs an Wald sichergestellt werden, um das Potenzial zur CO2-Sequestrierung zu erhöhen. Darüber hinaus bestehen die Grundsätze der Waldbewirtschaftung in der Entwicklung und Pflege einer standortangepassten, größtmöglichen Arten- und Strukturvielfalt sowie in der Dauerbestockung aus heimischen Kraut-, Strauch- und Baumarten bei der Waldrandgestaltung. Zudem gelten der flächendeckende Erhalt alter Bäume und Biotope sowie der Verzicht auf eine dauerhafte Entwässerung von Feuchtstandorten – und damit auch der Schutz seltener und bedrohter Tier- und Pflanzenarten – als wichtige Grundsätze für die Waldbewirtschaftung.
Moorschutz gleich Klimaschutz
Im Laufe der letzten Jahrehunderte wurden die Moorflächen rund um die Hansestadt Greifswald systematisch trockengelegt, um so neues Land für den Stadtausbau und die Landwirtschaft zu gewinnen. Daher stecken auch unter einem Teil der Böden der Universität eigentlich Moorflächen. Das Problem dabei ist, dass trockengelegte Moore einen nicht unerheblichen Anteil an Treibhausgasemissionen freisetzen. Um dies zu verhindern und um unsere Moore zukünftig als Treibhaussenken nutzen zu können, sollen diese wo möglich langfristig wiedervernässt werden.
Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit - Landwirtschaft auf Uni-Flächen
Die vor allem landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen machen den größten Teil der Ländereien der Universität aus. Ganze 47 Prozent sind Ackerland. Die Universität bewirtschaftet ihre landwirtschaftlichen Flächen natürlich nicht in Eigenregie, sondern verpachtet diese an Pächter*innen in der Region. Nachhaltige und ökologische Landbewirtschaftung kann dabei nur gemeinsam umgesetzt werden im Verbund aus Landeigentümer*innen und Pächter*innen. Um gemeinsam Verantwortung für die Menschen und die Natur zu übernehmen, ist auch die Universität Teil der Greifswalder Agrarintivative e.V.


