Geschlechtergerechte Sprache

Geschlechtergerechte Sprache ist ein wichtiges Gleichstellungsinstrument: Der erste Schritt für das Gelingen eines gerechteren Miteinanders wird gemacht, indem möglichst viele Menschen angesprochen und damit tatsächlich mitgedacht werden. Die Geschlechter im Sprachgebrauch gleich und fair zu behandeln heißt, sich der Wirkung der eigenen Ausdrucksweise bewusst zu sein und den Blick auf eine vielfältige Gesellschaft zu lenken. Dieses Signal möchte die Universität Greifswald senden und hat geschlechter­gerechte Sprache zu einem festen Bestandteil ihrer Kommunikation gemacht. Die Mitglieder der Universität sind herzlich dazu eingeladen, sich auf dieser Seite über Anleitungen, gesetzliche Grundlagen, Literaturempfehlungen und weiteren Anregungen zu informieren.

 


Nicht mehr nur mitgemeint!

Universität Greifswald nutzt geschlechtergerechte Sprache

Seit Beginn des Wintersemesters 2019/20 setzt die Universität Greifswald die gesetzlichen Forderungen nach sprachlicher Gleichstellung (§ 4 Abs. 2 GLG MV) um. Der Senat beschloß die Verwendung geschlechtergerechter Sprache in Satzungen, Rahmenprüfungsordnung, Grundordnung und offiziellen Dokumenten. Dabei sind bevorzugt geschlechterneutrale Formulierungen zu verwenden. Wo das nicht möglich ist, soll der Genderstern* gegenderte und ungegenderte Personenbezeichnungen ersetzen. Damit wird die im Leitbild verankerte Verpflichtung, „für eine freiheitliche, zivile und demokratische Gesellschaft einzutreten“, ganz im Sinne der Charta der Vielfalt auch auf sprachlicher Ebene sichtbar.

 

 

 

Geschlechtergerecht formulieren

Die Handreichung

Die Handreichung der Universität Greifswald

Die Handreichung zeigt verständlich auf, wie Sie geschlechtergerechte Sprache richtig anwenden. Sie ist auf den Senatsbeschluss abgestimmt und ermöglicht einen schnellen Einstieg ins Thema. Erläuterungen und Übersichten schulen den Umgang mit geschlechterneutralen Formulierungen und dem Genderstern. Die Wahl der passenden Ausdrucksweise wird durch praktische Tipps und Anwendungsbeispiele erleichtert. Im Anhang der Handreichung finden Sie außerdem ein Wörterverzeichnis, das viele Begriffe aus dem Hochschulumfeld enthält und Ihnen einen schnellen Überblick verschafft. Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an gerechtespracheuni-greifswaldde.                                                                                                 


Hinweis für Mitglieder der Universitätsmedizin:

Das Gleichstellungsbüro der UMG hat ein Handout erstellt, das sich speziell mit geschlechtergerechter Sprache an der UMG befasst. Es ergänzt die Handreichung um Fragen und Themen, die aus der Arbeit im Gesundheitswesen entstehen.


Musterdokumente & Empfehlungen

Die Handreichung der Universität ist ein Leitfaden, der zu jedem Anwendungsfall herangezogen werden kann. Die Musterdokumente und Empfehlungen sollen dagegen die Verwendung geschlechtergerechter Sprache in bestimmten Themenbereichen erleichtern – so zum Beispiel die Anrede von Personen oder Personengruppen im dienstlichen Umfeld. Die Dokumente können von den Mitgliedern der Universität als Vorlage, Orientierung oder Inspiration verstanden und für den Einsatz im Arbeitsalltag genutzt werden.


Weitere Unterstützung und Informationen zur geschlechtergerechten Sprache

Genderwörterbuch

Genderwörterbuch

Das Genderwörterbuch GESCHICKT GENDERN von Johanna Usinger enthält über 1500 Einträge, die genderneutrale Alternativen zu ­Personen­bezeichnungen im generischen Maskulinum vorschlagen. Außerdem bietet die Seite umfangreiche Informationen zum geschlechtergerechten Umgang mit Sprache. Wer hier noch nicht fündig geworden ist, kann mit Hilfe eines Synonymwörterbuchs (z.B. vom Dudenverlag) nach weiteren kreativen Formulierungen suchen.

Praxishandbücher und Leitfäden

Praxishandbücher und Leitfäden

Handbücher erleichtern den Einstieg in den geschlechtergerechten Sprachgebrauch:

  • Gabriele Diewald und Anja Steinhauer (2019): Gendern – ganz einfach! Berlin: Dudenverlag.
  • Gabriele Diewald und Anja Steinhauer (2020): Handbuch geschlechtergerechte Sprache. Wie Sie angemessen und verständlich gendern. Berlin: Dudenverlag.
  • Lucia Clara Rocktäschel (2021): Richtig gendern für Dummies. Weinheim: Wiley-VCH.
  • Lann Hornscheidt und Ja'n Sammla (2021): Wie schreibe ich divers? Wie spreche ich gendergerecht? Ein Praxis-Handbuch zu Gender und Sprache. Hiddensee: w_orten & meer.

Der Leitfaden für eine genderinklusive und -gerechte Sprache der PROUT AT WORK-Foundation beschäftigt sich mit der täglichen Kommunikation im beruflichen Kontext. Orientierungshilfen, praktische Tipps und Handlungsempfehlungen unterstützen den inklusiven Sprachgebrauch am Arbeitsplatz. Auch Empfehlungen für die englische Sprache und Checklisten sind Bestandteil des Leitfadens.

Medienarbeit

Medienarbeit

Das Projekt Genderleicht bietet umfassende Informationen zu gendersensibler Medienarbeit. Auf der Seite finden Sie

  • Schreibtipps,
  • eine Checkliste zur geschlechtergerechten Textproduktion,
  • ein Textlabor, das Lösungen für schwierige Praxisfälle ersinnt,
  • Hinweise für Audio- und Videoformate,
  • ...und vieles mehr.

Die Tools setzen bereits bei der Planung journalistischer Beiträge an und sorgen für eine angemessene Mediendarstellung der Geschlechter.

Literaturempfehlungen

Literaturempfehlungen

Damaris Nübling und Helga Kotthoff (2018): Genderlinguistik. Eine Einführung in Sprache, Gespräch und Geschlecht. Tübingen: Narr Francke Attempto.

Damaris Nübling (2020): Genus und Geschlecht. Zum Zusammenhang von grammatischer, biologischer und sozialer Kategorisierung. Mainz: Franz Steiner Verlag.

Anatol Stefanowitsch (2018): Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen. Berlin: Dudenverlag.

Anne Wizorek und Hannah Lühmann (2018): Gendern?! Gleichberechtigung in der Sprache - ein Für und ein Wider. Berlin: Dudenverlag.

 

Anregungen für einen diskriminierungsarmen Sprachgebrauch

Anregungen für einen diskriminierungsarmen Sprachgebrauch

Der Leitfaden "Ausgesprochen Vielfältig" der Koordinierungsstelle zur Förderung der Chancengleichheit an sächsischen Universitäten und Hochschulen geht über die sprachliche Gleichberechtigung der Geschlechter hinaus. In ihm wurden zusätzlich Hinweise zu einem diskriminierungsarmen Sprachgebrauch hinsichtlich der Dimensionen

  • Alter
  • physische und psychische Behinderung
  • sexuelle Orientierung
  • ethnische Herkunft und Nationalität
  • soziale Lage
  • Religion und Weltanschauung

zusammengetragen.


FAQs

Welche Dokumente fallen unter den Senatsbeschluss zur geschlechtergerechten Sprache?

Welche Dokumente fallen unter den Senatsbeschluss zur geschlechtergerechten Sprache?

Der Senatsbeschluss vom 17.04.2019 sieht die Umsetzung geschlechtergerechter Sprache für Satzungen, Rahmenprüfungsordnung, Grundordnung und offizielle Dokumente vor.

 

Satzungen:

  • Völlig neue Satzungen und komplett neu gefasste Satzungen sind sofort zu gendern;
  • Soll zu einer bestehenden Satzung eine Änderungssatzung beschlossen werden, so ist innerhalb von 3 Jahren eine Anpassung des gesamten Textes vorzunehmen;
  • Unabhängig von jeglichen Änderungen sind alle Satzungen innerhalb von 5 Jahren anzupassen;
  • Das gilt auch mit Blick auf die von Fakultäten zu beschließenden Ordnungen sowie die Promotionsordnungen.

 

Offizielle Dokumente:

Hinweis: Der Senatsbeschluss zur geschlechtergerechten Sprache ist weit auszulegen und bedeutet damit ein möglichst umfassendes Gendern durch die Stellen der Universität. Zu offiziellen Dokumenten zählen unter anderem:

  • Formulare
  • Verträge
  • Zeugnisse, Urkunden
  • Presse- und Medienarbeit: z.B. Internetauftritte, Flyer, Werbespots, Magazine, etc.
  • offizieller hochschulinterner Schriftverkehr, z.B. offizielle Mitteilungsschreiben, etc.
Gilt der Senatsbeschluss auch für studentische Arbeiten?

Gilt der Senatsbeschluss auch für studentische Arbeiten?

Schriftliche Arbeiten von Studierenden fallen nicht unter den Senatsbeschluss zur geschlechtergerechten Sprache. Studierende sind nicht verpflichtet, Hausarbeiten, Protokolle, Abschlussarbeiten, etc. geschlechtergerecht zu formulieren.

Als Studierende*r können Sie frei wählen, ob Sie gendern wollen und falls ja, wie Sie gendern wollen. Wer sich über eine passende Form unsicher ist, kann in jedem Fall Rücksprache mit dem*der Betreuer*in der Arbeit halten.

Darüber hinaus hilft bei konkreten Fragen zur geschlechtergerechten Sprache die zuständige Mitarbeiterin aus dem Gleichstellungsbüro (siehe Kontakt).

Gilt der Senatsbeschluss der Universität Greifswald auch für die Mitglieder der Universitätsmedizin?

Gilt der Senatsbeschluss der Universität Greifswald auch für die Mitglieder der Universitätsmedizin?

Beschlüsse der Universität Greifswald gelten grundsätzlich ebenfalls für die Universitätsmedizin Greifswald (§ 96 Abs. 2 LHG M-V) – so auch der Senatsbeschluss zur geschlechtergerechten Sprache. Darüber hinaus hat der Vorstand der Universitätsmedizin die Verwendung geschlechtergerechter Sprache im dienstlichen Schriftverkehr beschlossen. Der Beschluss entspricht den gesetzlichen Forderungen gemäß § 4 Abs. 2 GlG M-V.

Das Gleichstellungbüro der Universitätsmedizin Greifswald hat ein Handout erstellt, das sich speziell mit geschlechtergerechter Sprache an der UMG befasst. Hier finden Sie einen Überblick über gesetzliche und gesellschaftspolitische Anforderungen und praktische Hinweise, die Sie beim Gendern an Ihrem Arbeitsplatz unterstützen. Falls Sie Fragen zu einem konkreten Sachverhalt haben, helfen Ihnen die Mitarbeitenden des Gleichstellungsbüros der Universitätsmedizin gerne weiter (gleichstellungumgmed.uni-greifswaldde).

Kontakt

Alisa Otte
Studentische Mitarbeiterin – Geschlechtergerechte Sprache
Domstraße 11, Eingang 4,
Raum 2.16
17489 Greifswald
gerechtespracheuni-greifswaldde