FidAR Wahlsynopse Mecklenburg-Vorpommern 2026

Der Verein FiDAR (Frauen in die Aufsichtsräte e.V.) begleitet die diesjährigen Landtagswahlen und schaut genau hin, wie die Parteien zur Gleichstellung stehen. In drei Bundesländern wird 2026 neu gewählt: Sachsen-Anhalt (6. September), Mecklenburg-Vorpommern und Berlin (jeweils 20. September). 

Sie haben die Wahlprogramme ausgewählter Parteien in Bezug auf ihre Positionen zu gleichberechtigter Teilhabe, Frauen in Führungspositionen, Parität in Parlamenten, Equal Pay/Gender Budgeting und Gründerinnen gesichtet. Hier übergreifend die Ergebnisse:

Fast alle geben ein klares Bekenntnis zu „Chancengleichheit" oder „Gleichstellung“ ab, der Unterschied liegt darin, wie sie thematisiert wird. Es besteht ein deutliches Gefälle in der Ausführlichkeit, von verbindlichen Regelungen und Instrumenten bis hin zu reinen Absichtserklärungen. Am konkretesten äußern sich durchgängig SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke. Die AfD macht zu ihren ausgewählten Themen die wenigsten bis gar keine Angaben.

Parität in Parlamenten wird in keinem der drei Länder breit getragen. Ein verbindliches Paritätsgesetz fordern meist nur SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke. In Mecklenburg-Vorpommern benennt es keine einzige Partei explizit. Auch die gezielte Förderung von Gründerinnen, das Feld mit der größten strukturellen Unterrepräsentanz von Frauen, taucht in den Programmen nur selten auf.

Und das Thema Frauen in Führungspositionen kommt in kaum einem Programm mit Substanz vor. Meist bleibt es bei Förderung, Mentoring und guten Absichten. Verbindliche Instrumente, wie sie das FüPoG für den Bund gesetzt hat, sucht man auf Landesebene meist vergeblich. Genau das ist der Punkt, der aus Sicht von FiDAR so wichtig ist: Parität in Führung ist kein Gleichstellungsappell, sondern ein Qualitätsmerkmal guter Unternehmens- und Verwaltungsführung. Dass dieses Thema in den Wahlprogrammen so wenig Raum einnimmt, ist eine Feststellung an sich, doch es ist auch ein Auftrag für die kommende Legislatur in den einzelnen Ländern.

Das Fazit von FiDAR: Gleichstellung ist wählbar – aber nicht überall gleich verbindlich gemeint. Die Synopsen zeigen, welche Parteien sich für diese Themen stark machen und mit welchen Mitteln. Wählen ist demokratisches Recht und staatsbürgerliche Pflicht zugleich – und bewusst zu wählen heißt, genau hinzusehen, wofür eine Stimme steht.

Text- und Synopsenquelle: FiDAR