Grundlegender Beitrag


Professionswissen selbstreguliert erwerben und integrieren durch instruktional gestütztes Schreiben: Ansätze zur Förderung der Wissensintegration beim Lernen mit multiplen Texten

Thomas Lehmann, Kristin Wäschle, Benjamin Rott, Nicola Brauch, Matthias Nückles, Florian Schmidt-Borcherding


Kompetentes Handeln von Lehrkräften wird maßgeblich von der Verfügbarkeit und dem Grad der Vernetzung ihres professionellen Wissens bestimmt. Das professionelle Wissen umfasst drei Kernkomponenten: Fachwissen, allgemeines pädagogisches Wissen und fachdidaktisches Wissen. Aufgrund der weitgehend separaten Lehre in den entsprechenden Bereichen müssen Lehramtsstudierende das erworbene Wissen in der Regel selbstgesteuert in ein gemeinsames Modell integrieren. Dies gelingt aber meist nur in unbefriedigendem Maße. Der vorliegende Beitrag stellt experimentelle Bestrebungen zur Identifi kation von Schreibaufgaben und instruktionalen Lernhilfen (sog. Prompts) vor, die den Erwerb und die Integration des Professionswissens beim Lernen mit mehreren Fachtexten zu den drei Wissensbereichen unterstützen. Es werden die Ergebnisse einer Studie zum instruktional gestützten Schreiben eines Lerntagebuchs mit N = 52 angehenden Geschichtslehrern und -lehrerinnen sowie einer Studie zu klassischen, instruktional gestützten Schreibaufgaben mit N = 100 angehenden Mathematiklehrer und -lehrerinnen berichtet. Die Ergebnisse der Untersuchungen legen nahe, dass die Berücksichtigung von Prompts in Form von Leitfragen beim Verfassen eines Lerntagebucheintrags oder bei der Bearbeitung einer unspezifi schen Schreibaufgabe dazu anregt, fachwissenschaftliche, fachdidaktische und allgemeine pädagogische Kenntnisse in ein integriertes mentales Modell zu überführen. Darüber hinaus erwiesen sich argumentative Schreibaufgaben für die Integration des Professionswissens ebenfalls als förderlich. Einige Einschränkungen der Untersuchungen werden diskutiert und Schlussfolgerungen für den Einsatz der Schreibaufgaben und Lernhilfen in der Lehrerbildung gezogen.


Informelles Lernen in der Lehramtsausbildung (E-)Portfolioarbeit & Coaching als begleitende Instrumente

Claudia Mertens, Svenja Claes, Friederike Menz, Yvonne Wegener


In einigen ingenieurswissenschaftlichen Bachelorstudiengängen der Hochschule Ostwestfalen-Lippe haben die Studierenden die Möglichkeit, sich über den optionalen Wahlpfl ichtkanon „Lehramt an Berufskollegs“ auf eben diesen Berufszweig vorzubereiten. Um die Zeit in der zweisemestrigen Wahloption möglichst effektiv zu nutzen, führen die Studierenden in jeder Lernphase ein elektronisches Portfolio. Das ePortfolio wird mit Lehrinhalten gefüllt und beinhaltet eine Refl exion informell erworbener Kompetenzen, die im Rahmen von Coaching-Sitzungen als Teil der Persönlichkeitsentwicklung bewusstgemacht und aktiviert werden. Der Beitrag gibt, neben einem allgemeinen Überblick zum informellen Lernen, Einblicke in das zugrundeliegende Lehrkonzept, stellt Chancen und Risiken sowie Stärken und Schwächen des Konzepts dar und versucht die Frage zu beantworten, inwiefern ein externer Coach helfen kann, Lehrende in ihrer Doppelfunktion als Prüferinnen oder Prüfer und Mentorinnen oder Mentoren zu entlasten.

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