Umgang mit den Ergebnissen der Lehrveranstaltungsevaluation

Auswertungsgespräche mit den Studierenden führen

Jeweils in der 12. oder 13. Woche der Vorlesungszeit sollen in den Lehrveranstaltungen die Ergebnisse mit den Studierenden besprochen werden. Studentische Lehrveranstaltungsevaluationen können vor allem dann Impulse zur Verbesserung des Lernens und Lehrens geben, wenn die Ergebnisse von Lehrenden und Studierenden gemeinsam reflektiert werden. Dies steigert die Wertschätzung des Beurteilungsprozesses für alle Beteiligten – und fördert damit wesentlich die Wertschätzung der Lehre an der Universität Greifswald.

Für die Erörterung der Ergebnisse der Lehrveranstaltungsevaluation mit den Studierenden empfielt sich ein schrittweises Vorgehen anhand von vier Leitfragen:

  1. Wie zufrieden sind Sie als Lehrperson mit der Lehrveranstaltung? Beginnen Sie mit einem persönlichen Eindruck, wie die Lehrveranstaltung gelaufen ist.
  2. Welche Ergebnisse haben Sie als Lehrperson nicht verstanden? Bitten Sie die Studierenden um eine Erläuterung der unklaren Befunde.
  3. Was haben Sie aus den Ergebnissen der Lehrevaluation entnommen? Berichten Sie den Studierenden, was Sie ändern oder versuchen wollen.
  4. Zum Abschluss stellen Sie noch eine offene Frage an die Studierenden, ob diese weitere Hinweise evtl. auch zum laufenden Semester haben.

Die Studierenden müssen auf geeignete Weise erfahren, dass sich die Lehrpersonen und die Studiendekan*innen mit den Ergebnissen der Veranstaltungsevaluationen auseinandersetzen.


Befugnisse des*der Studiendekans*Studiendekanin

Niemand außer den Lehrenden selbst und dem*der Studiendekan*in darf gemäß Datenschutzgrundverordnung die Ergebnisse der Lehrveranstaltungsevaluation einsehen. Personalrechtliche Konsequenzen sind ausgeschlossen, aber der*die Studiendekan*in wird bei stark negativen Bewertungen das Gespräch mit der betreffenden Lehrperson suchen, um unterstützende Maßnahmen zu erörtern. Außerdem können die Ergebnisse im nicht-öffentlichen Teil der Gremien (Fakultätsrat, Senat) erörtert werden. Des Weiteren kann der*die zuständige Studiendekan*in in Abstimmung mit dem jeweiligen Fachbereich einzelne Veranstaltungen zur Lehrevaluation anmelden, etwa zur Nachverfolgung einer negativen Bewertung der Lehrveranstaltungsqualität im vorangegangenen Semester.

Um sofortige Verbesserungen der Lehrveranstaltungsqualität zu erreichen, sollen die  Studierenden unabhängig von der Lehrevaluation direkt auf die Lehrperson zugehen bzw. vermittelt über ihre Fachschaft. Hilft das nicht, sollen sie ihre Beschwerden an den*die Studiendekan*in herantragen. Der*die Studiendekan*in sollte jedes Semester mit jeder Fachschaft ein Gespräch u. a. zur Lehrveranstaltungsqualität führen.


Lernen durch Evaluation der Lehre?

Grundsätzlich gibt es wenig Zweifel, dass ein strukturiertes Feedback zur Lehrveranstaltungsqualität zur Verbesserung beiträgt, denn die allermeisten Lehrenden reagieren auf kritische Rückmeldungen und nehmen im folgenden Semester Anpassungen des Lehrveranstaltungskonzepts vor oder probieren etwas Neues aus.

Ein Hochschuldidaktikkurs an der Universität vermittelt die Grundlagen der Veranstaltungsbewertung und den Umgang damit. Die Kursteilnehmenden kamen zu dem Fazit:

  1. Lernen durch Feedback ist die plausibelste Wirkungshypothese für Qualitätsverbesserungen in der Lehre. Dabei sollen möglichst verschiedene Informationsquellen genutzt werden, die etwas darüber aussagen, inwieweit Lehr- und Lernprozesse erfolgreich gestaltet und die angestrebten Lehr- und Lernziele erreicht wurden.
  2. Durch den Diskurs zur Lehrveranstaltungsqualität werden die Selbstverpflichtung der Lehrenden und das Commitment der Studierenden gestärkt.

 

Stabsstelle Integrierte Qualitätssicherung in Studium und Lehre (IQS)
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