BRANDSCHUTZ wird groß geschrieben

Notfallübung 2014 in der Greifswalder Rubenowstraße.

Im November 2013 kam es im baden-württembergischen Titisee-Neustadt nach einer Explosion zu einer tragischen Brandkatastrophe. Obwohl die Rettungskräfte rechtzeitig vor Ort waren, kamen vierzehn Menschen, überwiegend Behinderte, ums Leben. Dabei war die Werkstatt in dem Gebäude nach dem neusten Stand der Technik eingerichtet worden. Als Ursache für das Unglück wurde später ein Bedienungsfehler an einer Gasflasche in der Werkstatt ermittelt. Das Beispiel zeigt: gesetzliche Sicherheitsvorgaben allein reichen offensichtlich nicht aus, sie müssen auch eingehalten werden.

Vor diesem Hintergrund kann es nur eine Antwort geben: Umsicht und konsequenter Brandschutz. Das gilt auch für die Universität Greifswald. Die Universitätsgebäude sind sogenannte Sonderbauten, und damit gibt es besondere Anforderungen an den Brandschutz. Es geht um Sicherheit, denn in den Gebäuden studieren und arbeiten viele Menschen auf engstem Raum; in Laboren wird unter anderem mit Gefahrstoffen gearbeitet. Neben zahlreichen anderen Sicherheitsvorkehrungen gelten in Universitätsräumen auch besonders strenge Vorschriften für den Brandschutz.

Auch eine Pinnwand kann im Ernstfall den Fluchtweg versperren.

Insbesondere in älteren Gebäuden sind diese Anforderungen nicht so einfach umzusetzen. Im Hörsaalgebäude Audimax beispielsweise existiert kein zweites Treppenhaus, obwohl zwei voneinander unabhängige, bauliche Rettungswege existieren müssten. Daher bleiben die Treppe und das Foyer der einzige Weg aus dem Haus. Dieser Fluchtweg muss immer frei von Hindernissen sein; es darf dort keine sogenannten Brandlasten geben. Zeitschriftenstapel auf der Treppe oder im Foyer wären beispielsweise solche Brandlasten und zugleich Stolperfallen. Auch Werbeaufsteller haben im Foyer des Audimax nichts zu suchen. Sie können im Ernstfall den Fluchtweg versperren. Um solche Gefahrenstellen zu erkennen und zu beseitigen, werden grundsätzlich alle Gebäude regelmäßig überprüft.

Die Erfahrung zeigt, dass im Laufe der Zeit beispielsweise neue Geräte, Möbel und Aufsteller angeschafft und aufgestellt werden. Solche Veränderungen können jedoch auch den Brandschutz einschränken, beispielsweise wenn Fluchwege verstellt werden. Ein typischer Fall: Wenn in einem Seminarraum nicht genügend Stühle vorhanden sind, werden häufig aus den benachbarten Räumen Stühle geholt. Das kann jedoch dazu führen, dass dann die zulässige Personenhöchstzahl in den betroffenen Räumen überschritten wird. Die zusätzlichen Stühle versperren oder engen Flucht- und Rettungswege ein. Im schlimmsten Fall wird im Brandfall eine Evakuierung unmöglich.

Achtung auch bei Kopierern. Sie haben beheizte Fixiereinheiten, die von Brandschutzfachleuten kritisch gesehen werden. Ein Versagen des Thermoschalters kann zur Überhitzung führen und so einen Entstehungsbrand auslösen. Bereits nach wenigen Minuten entsteht dann dichter schwarzer Rauch, der sich rasch ausbreitet und den Fluchtweg am brennenden Gerät vorbei zur tödlichen Falle werden lässt. Schon wenige Atemzüge in diesem Brandrauch können tödlich sein. Bitte lassen Sie sich vor dem Aufstellen von Kopierern von den Sicherheitsverantwortlichen in der Verwaltung beraten.

 

Hinweise zum Brandschutz nimmt der Leiter der Stabsstelle Arbeitssicherheit und Brandschutzbeauftragter an der Universität Greifswald Ralf Kolbe entgegen:

ralf.kolbeuni-greifswaldde

Mögliche Sicherheitsmängel können Sie auch über die Aktion "Siehste" melden:

Hier noch einige Sicherheitshinweise in Kurzform:

  • Achten Sie darauf, dass keine Schränke, Aufsteller oder andere Möbel auf Fluren oder vor Türen stehen. Flucht- und Rettungswege müssen frei von Hindernissen sein.
  • Prüfen Sie, ob Aufsteller für Infomaterialien oder Plakate standsicher sind.
  • Achten Sie darauf, dass Feuerschutztüren nicht verkeilt oder in anderer Form manipuliert werden. Türen zu Brandkorridoren müssen geschlossen bleiben.
  • Sorgen Sie dafür, dass in Foyers, Fluren und Treppenhäusern keine Zeitschriften und Werbematerial liegt. Das sind sogenannte Brandlasten.
  • Legen Sie klare Regeln für den Umgang mit Informationsmaterialien fest. Aushänge sollten genehmigt und abgestempelt werden. Das gilt auch für Flyer und Informationsbroschüren. Diese sollten dann auch nur ausgelegt werden, wenn dafür geeignete Ablagen bzw. Flyerständer aus nicht brennbaren Materialien vorhanden sind.

Kontakt

Ralf Kolbe, Dipl.- Verw. Betriebswirt
Fachkraft für Arbeitssicherheit
Leiter der Stabsstelle Arbeitssicherheit

Wollweberstraße 1
17489 Greifswald

Telefon +49 3834 86-1313
Telefax +49 3834 86-1141
ralf.kolbeuni-greifswaldde

Mike Naujok, Dipl.-Ing.-Ök.
Regierungsamtsrat
Leitung Referat Zentrale Dienste

Wollweberstraße 1
17489 Greifswald

Telefon +49 3834 86-1210
Telefax +49 3834 86-1276
naujokuni-greifswaldde