Marco Schade, Paläontologie, Bogislawstipendium 2020 - 2023

Marco Schade, Foto: privat
Marco Schade, Foto: privat

In meiner Promotion stehen Dinosaurier aus dem Erdmittelalter im Fokus - genauer gesagt - ihre Schädel. Ich versuche, mithilfe von CT-Daten Erkenntnisse aus Fossilien zu gewinnen. Im letzten Jahr habe ich zusammen mit Kollegen den digitalen Gehirnschädelausguss eines Raubdinosauriers veröffentlicht. Unsere Arbeit lässt Schlussfolgerungen auf die besondere Anatomie und Ökologie dieses Raubtieres zu, welches vor ungefähr 115 Mio. Jahren im heutigen Brasilien lebte.

 

Online-Vortrag zum Thema

In scientific reports veröffentlichter Artikel Juni 2020

Link zum Lehrstuhl Paläontologie

Geogina Gumindega, Landschaftsökologie, Bogislawstipendium seit April 2021

Geogina Gumindega, Foto: privat

Overexploitation and land use change in the past few decades have resulted in the severe degradation of Indonesia’s peatlands. Drained peatlands are susceptible to fire and this has caused the increase and intensity of peatland fires. As result, the Southeast Asia region has battled a regional air pollution problem compounded by serious health concerns. My study investigates the long-term health effects of poor air quality in Indonesian communities that have been repeatedly affected by peatland fires and exposed to haze over a long period. Through interview-based data, the study assesses the prevalence of known chronic respiratory diseases. Furthermore, the study will zoom in on the severity of COVID-19 as a case study. The study is a cooperation of the Institute of Botany and Landscape Ecology and the Institute for Community Medicine. I am conducting this research in collaboration with the Greifswald Mire Centre and the Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Indonesia.

Peatland Conservation Greifswald

Emily Röger, Wirtschaftswissenschaften, Bogislaw-Stipendium seit April 2022

Emily Röger, Bild: privat

Mein Promotionsvorhaben ist im Dienstleistungsmarketing angesiedelt. Primär beschäftige ich mich mit den zwei forschungsleitenden Theorien, der Reaktanztheorie und dem Veblen-Effekt.
„Die Theorie der psychologischer Reaktanz“ von Jack W. Brehm (1966) mit ihren Reaktanz-Effekten ist eine Motivationstheorie bei wahrgenommener Freiheitseinschränkung. Produkte mit einer wahrgenommenen Verknappung erscheinen Konsumenten häufig begehrenswerter – oder anders formuliert: je knapper ein Gut ist, desto höher wird es bewertet.
„Die Theorie der feinen Leute“ von Thorstein Veblen (1899) – besser bekannt als Veblen-Effekt – ist ein Anomalitätseffekt der Preiselastizität. Das bedeutet, dass bei gewissen Gütern ein steigender Preis eine unnormale Nachfragesteigerung auslöst.
Beide Marketingtheorien treten nachweislich bei materiellen Gütern auf. Es ist jedoch unklar, ob das auch bei immateriellen Gütern der Fall ist. In meiner Dissertation will ich beide Phänomene anhand von touristischen Destinationen und Reisen untersuchen.

Link zum Stiftungslehrstuhl ABWL und Internationales Finanzmanagement

Tjorven Carstens, Anglistik/Amerikanistik, Bogislawstipendium seit April 2022

Macht ist eines der zentralen Konzepte menschlicher Interaktion, das sich in vielen verschiedenen Erscheinungsformen äußern kann. Wenn nicht genetisch, dann zumindest kognitiv menschenähnliche Handelnde bevölkern zwar auch die Erzählwelten der zeitgenössischen Fantasyliteratur, doch unterscheiden sich diese Erzählwelten in ihren Gesetzen und Elementen grundlegend von der echten Welt, in der menschliches Handeln und damit das Ausüben von Macht normalerweise stattfinden.

Die Frage, mit der ich mich in meinem Dissertationsprojekt beschäftige, ist daher die danach, wie diese genretypische Unmöglichkeit der Erzählwelten von Fantasyliteratur drei Arten von Machtbeziehungen beeinflusst: die zwischen den Charakteren, die die Erzählwelten bewohnen; die zwischen den Charakteren und dem Autor, der Welt und Charaktere konzipiert; und die zwischen Autor und Lesern, die sich wissentlich auf etwas einlassen, das in ihrer eigenen Welt niemals stattfinden könnte.

Zur Beantwortung dieser Frage verbinde ich die Disziplinen der Literaturwissenschaft, der Individualpsychologie Alfred Adlers, und der philosophischen Überlegungen Friedrich Nietzsches und Michel Foucaults.

https://ifaa.uni-greifswald.de/literatur/

Saima Bibi, Medizin, Bogislawstipendium seit April 2023

The Study of Health in Pomerania (SHIP) is an ongoing population-based cohort study. The objective of SHIP is (i) to assess the prevalence and incidence of common risk factors, subclinical disorders, and clinical diseases; and (ii) to investigate the complex associations among risk factors, subclinical disorders, and clinical diseases. A particular characteristic of the SHIP is that it does not specifically address one selected disease; it rather attempts to describe health-related conditions with the widest focus possible.

Obesity is a highly prevalent disorder globally and is a risk factor for type 2 diabetes, cardiovascular diseases, cancer, and metabolic syndrome. Inflammatory markers have been consistently associated with both obesity and the risk of adverse outcomes in obesity-associated diseases. In Europe, about 60% of all adults are affected by overweight and obesity. My Ph.D. research allows me to develop an in-depth understanding of obesity, inflammation, and its role in cardiovascular diseases, diabetes, and cancer. My research indicates the importance of baseline body anthropometric, composition, and fat distribution parameters as predictive factors for the development of inflammation. My study aims are aligned with the core objectives of SHIP and therefore my research is a significant addition to the North-East German population.

https://www2.medizin.uni-greifswald.de/cm/fv/ship/

Johannes Apelt, Biomathematik, Bogislaw-Stipendium seit April 2023

Johannes Apelt, Foto: privat

Mutualismus, eine positive Wechselwirkung zwischen Individuen verschiedener Arten, ist ein wichtiges Konzept der Ökologie. Entsprechende Interaktionen spielten bereits bei der Entstehung höherer Pflanzen und Tiere eine entscheidende Rolle (Endosymbiontentheorie) und lassen sich auch heute noch in praktisch jedem Lebensraum finden. Beispiele für mutualistische Interaktionen sind Bestäubung (z.B. Blütenpflanzen und Insekten), Biolumineszenz (z.B. Fische und Bakterien) und Flechten (Pilze und Algen/Bakterien).

Im Rahmen meiner Promotion analysiere ich Mutualismus mit mathematischen Methoden. Dafür benutze ich Populationsmodelle, was eine typische Methodik in der theoretischen Ökologie ist. Der Ansatz, den ich mit meiner Promotion verfolge, unterscheidet sich jedoch deutlich bei der Modellbildung und -analyse. Diese mathematische Herangehensweise hat den Vorteil, dass die so erhaltenen Modelle gut zu interpretieren sind und nur auf wenigen Annahmen beruhen. Somit liefert diese Methodik eine klare Begründung für die konkrete Wahl der Modelle. Das ist insofern wichtig, als dass Modelle in diesem Forschungsbereich oft nur schlecht mit Daten validiert werden können.

math-inf.uni-greifswald.de/forschung/biomathematik/biomathematik-und-statistik/

math-inf.uni-greifswald.de/institut/ueber-uns/mitarbeitende/johannes-apelt/

Lukas Jacobsen, Biochemie, Stipendium aus Landesmitteln seit April 2023

Lukas Jacobsen, Foto: privat

Pentathiepins represent a particular class of organic poly-sulfur compounds that exist in nature. Studies showed that pentathiepins, with their unique pharmacological properties, have enormous potential as future drugs.

In my Ph.D. thesis, I am synthesizing and derivatizing novel pentathiepins to influence their properties (e.g., solubility, lipophilicity, fluorescence). For example, particularly hydrophilic compounds are targeted in order to facilitate the transport and uptake of the compounds into the cell. Synthesis of new fluorescent pentathiepins would allow visualization and tracking of molecules in cells using fluorescence microscopy. I.e., it may be possible to investigate whether pentathiepins accumulate in a particular cell organelle (the nucleus for instance). 

In addition, the use of liposomes as transporters for pentathiepins in biological experiments is planned. It is a highly topical and promising method for administering compounds of low solubility.

Link to the Chair of Bioinorganic Chemistry

Anna Friederike Dajka, Anglistik/Amerikanistik, Stipendium aus Landesmitteln seit April 2023

Wut ist eine Emotion, die aktuell die Medienlandschaft zu dominieren scheint. Obwohl weder das Empfinden noch der Ausdruck von Wut geschlechterspezifisch sind, unterliegt die mediale Repräsentation dieser Emotion starken geschlechterspezifischen Vorurteilen. Historisch wurde weibliche Wut in der westlichen Welt dämonisiert oder infantilisiert. Wütende Frauen galten zumeist als hysterisch und zu emotional, als Hexen und Furien. Diese sexistischen Stereotypen haben sich beispielsweise in Tropen der Angry Black Woman, Spicy Latina und der Nag manifestiert.
Seit der #MeToo-Bewegung und dem Aufkommen der vierten Feminismuswelle scheint diese Darstellung jedoch abzunehmen. Die öffentlich präsentierte weibliche Wut der #MeToo-Bewegung als Reaktion auf jahrtausendelange vielfältige Ungleichbehandlung schlug sich auch in medialen Repräsentationen nieder. Seither wächst die Anzahl wütender und nicht hysterischer Frauen auf unseren Bildschirmen, Buchseiten, und in unseren Kopfhörern.
Das Ziel dieses Dissertationsprojekts ist es, die kontemporäre Darstellung weiblicher und intersektionaler Wut in Literatur, Film, und Musik auf ihre geschlechterspezifische Behandlung zu untersuchen. Es wird ein theoretisches Netz aus Emotionsforschung, Genderforschung und Medientheorie gesponnen, wofür beispielsweise Koryphäen ihrer Forschungsfelder wie Lisa Feldman Barret, Caroll E. Izard, Sara Ahmed, Judith Butler und bell hooks herangezogen werden. Die zu untersuchenden Primärquellen behandeln weibliche Wut, sind seit der vierten Feminismuswelle entstanden, kommerziell erfolgreich, und beinhalten intersektionale Aspekte weiblicher Wut. Da das Projekt Primärquellen seit der vierten Feminismuswelle untersucht, welche es sich zum Ziel gesetzt hat, verstärkt intersektionale Ungerechtigkeiten aufzuzeigen, wird dies auch im Dissertationsprojekt verstärkt berücksichtigt. Um die Ergebnisse kontextualisieren zu können, wird vorab ein Exkurs in die Geschichte der Wut und der kulturellen Darstellung von Wut unternommen.

Link Anna Dajka

Jennifer Stünkel, Psychologie, Stipendium aus Landesmitteln seit April 2023

Jennifer Stünkel, Foto: Privat

Jede dritte Frau in Deutschland wird mindestens einmal im Leben ungeplant schwanger – ca. jede zehnte bricht einmal in ihrem Leben eine Schwangerschaft ab. Dabei liegt die Abbruchrate für Frauen in den neuen Bundesländern um das 1,7-Fache höher als in den alten.

In einer Mixed-Methods-Analyse konnte ich belegen, dass eine negative Einstellung der Frau selbst, aber auch ihres Umfeldes gegenüber Abbrüchen eine der größten Gefahren für psychische Belastung während und nach einem Schwangerschaftsabbruch darstellt. Während die Betroffenen in ihrem privaten Umfeld zumeist sehr genau wissen, wem sie sich in ihrer Notlage anvertrauen können und wem nicht, sind sie jedoch darauf angewiesen, in Frauenarztpraxen, Kliniken und Beratungsstellen an Fachpersonal zu geraten, das ihnen wohlwollend und unterstützend begegnet.

In meiner Promotion untersuche ich, wie Frauen und Fachpersonal (Gynäkolog*innen, Berater*innen) ihre Einstellung zu Schwangerschaftsabbrüchen im gesellschaftlichen Kontext entwickeln und wie sich diese auf das psychische Outcome der Frauen nach einem Abbruch auswirkt. Hierbei fließen qualitative und quantitative Methoden zusammen, um ein möglichst umfassendes Bild der aktuellen Situation zu generieren, damit zukünftig hilfreiche Lösungsansätze zum Abbau von (Selbst-)Stigmatisierung entwickelt werden können.

Link Jennifer Stünkel

Lukas Treiber, Philosophie, Bogislaw-Stipendium seit April 2023

Lukas Treiber, Bild: privat

Ausgehend von dem Befund, dass diskursive, das heißt begriffs- und sachorientierte Sprache in demokratischen Öffentlichkeiten aufgrund ihrer rhetorischen Überformtheit dem normativen Anspruch auf Inklusivität und Partizipation aller am deliberativen Prozess Beteiligten nicht gerecht werden kann, untersuche ich in meiner Promotion "Zur Sprache der Kunst - Ästhetische Offenheit und Politische Öffentlichkeit" die Bedeutung ästhetischer Ausdrucksformen in der Sphäre politischer Öffentlichkeit. 

Leitend ist dabei die Hypothese, dass die Sprachen der Kunst mit ihrer Mehrdeutigkeit, Deutungsoffenheit und Widersprüchlichkeit komplementäre Angebote darstellen, die die diskursive Sprache zwar nicht ersetzen, aber doch ergänzen können.

Ein umfassender theoretischer Zugang zur Kommunikationsweise von Kunst und Kunstwerken wird abgestützt auf eine detaillierte Rekonstruktion der Überlegungen Walter Benjamins (Denkbild, Dialektisches Bild) und Umberto Ecos (Offene Kunstwerke) unter der Berücksichtigung zeitgenössischer Rezeption und kritischer Einwände.

In detaillierten Einzelanalysen verfolge ich schließlich das Ziel, exemplarisch herauszuarbeiten, auf welche Weise künstlerische Ausdrucksformen zu einer inklusiven/reflexiven Konstitution von politischer Öffentlichkeit beitragen und diese zugleich problematisieren.

Link Ästhetik und Kulturphilosophie

Swane Jung, Zoologie, Bogislawstipendium seit Oktober 2023

Swane Jung, Foto: privat

Ohne ein passendes Geschenk oder einstudiertes Liebeslied auf einem Date aufzutauchen ist keine gute Idee – zumindest nicht, wenn man sechs Beine hat und das Ziel der Verabredung ein One-Night-Stand ist. Denn in kaum einer anderen Tiergruppe finden sich so viele unterschiedliche und bemerkenswerte Strategien, Strukturen und Mechanismen, wenn es um das Thema Partnersuche und Fortpflanzung geht, wie bei Insekten. Doch wann haben sich diese entwickelt und was lässt sich anhand von Fossilien über das Dating- und Brutpflegeverhalten urzeitlicher Schaben, Gottesanbeterinnen und Ohrwürmer herausfinden? In meiner Doktorarbeit gehe ich diesen Fragen nach und erforsche die Reproduktionsstrategien polyneopterer Insekten. Mit verschiedenen bildgebenden Verfahren wie Elektronenmikroskopie und µ-Computertomographie können die Morphologie heute lebender und fossiler Insekten im Detail untersucht und dabei Rückschlüsse auf mögliches Verhalten gezogen werden. Dabei versuche ich auch für die Medizintechnik relevante Informationen zur Biomechanik zu gewinnen.

Link Swane Jung

Alexander Biallas, Biochemie, Stipendium aus Landesmitteln seit Oktober 2023

Alexander Biallas, Foto: privat

Due to the increasing interest in sustainable and environmentally friendly methods of oligonucleotide synthesis, alternatives to chemical synthesis are constantly being explored. In addition, with the growing demand in large-scale de novo oligonucleotide synthesis, the traditional method based on phosphoramidite chemistry is reaching its limits. One promising possibility is the use of enzymes, which are gentler and more efficient. The combination of synthesis under aqueous and mild conditions and enzyme specificity reduces unwanted side reactions such as depurination and by-product formation, allowing for the production of longer oligonucleotides directly. Template-independent enzymatic oligonucleotide synthesis (TiEOS) employs the terminal deoxynucleotide transferase (TdT) to synthesize DNA oligonucleotides on solid phase in the same way as chemical synthesis, with comparable coupling efficiency. However, enzymatic RNA synthesis has not yet reached the same level of development as DNA synthesis. This is primarily due to the lack of an enzyme that is as efficient as TdT for the synthesis of ribonucleotides.

The objective of my doctoral dissertation is to develop a method for the enzymatic solid phase synthesis of specific RNA synthons, which can be utilized as building blocks for the synthesis of longer oligonucleotides via enzymatic ligation. The combination of blockmer synthesis and enzymatic oligonucleotide assembly represents a promising and innovative system that is particularly crucial for sustainability.

Chair of Bioorganic chemistry