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Proteinfehlfaltung, ER-Stress und Proteindegradation – Entwicklung einer systematischen Pipeline für individualisierte Therapien bei erblichen Leber- und Pankreaserkrankungen

In den letzten Jahren wurde entdeckt, dass ein wichtiger Entstehungsmechanismus von verschiedenen Erkrankungen der ‚Endoplasmic Reticulum Stress‘ ist. Hierbei wird die Verarbeitung von Eiweißen in Körperzellen massiv gestört und es kommt zu einer Anhäufung von fehlgefalteten Proteinen. Diese müssen aufwendig wieder abgebaut werden um eine Zellschädigung durch dauerhaft gespeicherte Eiweiße zu verhindern. Der Mechanismus wurde bereits für einige erbliche Speicherkrankungen, für Lebererkrankungen und für Formen der Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) gesichert. Er führt zur Entzündung, zum Untergang von Gewebe und zu chronischen Organschäden. Die beteiligten klinischen Wissenschaftler aus Greifswald und Rostock sind Experten für Speichererkrankungen und Krankheiten der Bauchspeicheldrüse und werden jetzt vom Land Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen seine Exzellenzforschungsförderung mit 5 Millionen Euro aus EU-Mitteln über 4 Jahre gefördert. In diesem Zeitraum werden nicht nur die zu Grunde liegenden Mechanismen von erblichen Leber und Pankreaserkrankungen näher untersucht, sondern parallel mit Partnern aus der Grundlagenforschung auch neue therapeutische Wirkstoffe entwickelt, die entweder den ER-Stress verhindern, oder den gestörten Abbau falscher Eiweiße in der Zelle wieder reparieren.
Koordiniert wird das Projekt von der Unversitätsmedizin Greifswald mit Partnern an der Greifswalder Universität, dem Albrecht-Kossel-Institut und dem Institut für Chemie der Universität Rostock, sowie dem Leibniz-Institut für Katalyseforschung in Rostock.
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Auszug aus dem Votum der Jury:

„Der gewählte Ansatz der Synthese von Chaperonen wird als innovativ angesehen. Aus Sicht der Jury ist auch die gewählte Strategie richtig, diese Untersuchungen zuerst an Krankheiten mit geringerer Patientenrelevanz (geringere Anzahl an Erkrankungen) und besseren Vorarbeiten (Johanson Blizzard Syndrom, Morbus Wilson) durchzuführen, um später eine Übertragbarkeit auf komplexere Erkrankungen, wie Parkinson und Alzheimer, und damit eine Fortsetzung der Forschungsarbeiten vorzunehmen.“ 

 

Ansprechpartner an der Universitätsmedizin Greifswald
Prof. Dr. med. Markus M. Lerch
Ferdinand-Sauerbruch-Straße
17475 Greifswald
Telefon +49 3834 86 7230
Telefax +49 3834 86 7234
lerch(at)uni-greifswald(dot)de
Klinik für Innere Medizin A