KoInfekt

Aufklärung der Pathomechanismen bakto-viraler Koinfektionen mit neuen biomedizinischen Modellen

Infektionen mit Viren im Nasenrachenraum bereiten den Weg für nachfolgende bakterielle Infektion, die zu schwersten Krankheitsverläufen führen können. Insbesondere die Koinfektionen von den so genannten Grippeviren – Influenza A Viren - mit Bakterien, die eine schwere Lungenentzündung hervorrufen, sind jährlich mit hohen Todesraten verbunden. In KoInfekt sollen die KoInfektionen von Influenza A Viren mit den wichtigsten bakteriellen Erregern einer Sekundärinfektion, Streptococcus pneumoniae, Streptococcus suis, Staphylococcus aureus sowie Streptococcus pyogenes, untersucht werden. Ziel ist es die Erreger-Wirt-Interaktionen, den Krankheitsverlauf und die Immunantwort des Wirtes aufzuklären, um neue Strategien für die Bekämpfung und Prävention aufzuzeigen. Diese Koinfektionen treten nicht nur beim Menschen, sondern auch beim Schwein auf. Da das Schwein eine 80%ige Übereinstimmung im Genom mit dem Menschen zeigt, soll das Schwein als humannahes biomedizinisches Infektionsmodell für die Koinfektion von Influenza A Viren und Bakterien etabliert werden. Mit den Ergebnissen aus KoInfekt sollen verbesserte Prognosen für den Krankheitsverlauf bei Koinfektionen und molekulare Biomarker etabliert und eine Translation der Ergebnisse in die klinische Anwendung aufgezeigt werden.
Das Projekt wird in Kooperation mit dem Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI) umgesetzt.

 

Auszug aus dem Votum der Jury:

„Der wissenschaftliche Ansatz befasst sich mit den Koinfektionen von viralen und bakteriellen Infektionen. Diese beim Menschen bedeutsamen kombinierten Infektionen treten auch bei Schweinen auf und sind daher auch für die tiermedizinische Versorgung bedeutsam. Daher sollen die Mechanismen der Koinfektionen zuerst am Schwein untersucht werden. Durch die 80-prozentige Übereinstimmung des Genoms vom Schwein mit dem menschlichen Genom ist eine starke Übertragbarkeit auch für Koinfektionen beim Menschen zu erwarten. Diese Verfahrensweise wird von der Jury als erfolgsversprechend angesehen.“

 

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Sven Hammerschmidt
Universität Greifswald
Friedrich-Ludwig-Jahnstraße 15 A
17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 5700
Telefax +49 3834 420 5709
sven.hammerschmidt(at)uni-greifswald(dot)de
Interfakultäres Institut für Genetik und Funktionelle Genomforschung