„Freester Fischerteppiche“ und Rudolf Stundl

Information zur Ausstellung:

 „Cleveres Marketing und traditionelles Kunsthandwerk – der Österreicher Rudolf Stundl als Schöpfer der Freester Fischerteppiche“

Zur Ehrung des österreichischen Tapisseriesten Rudolf Stundl stellte die Kustodie der Universität Greifswald vom 13. März bis zum 30. April 2008 die Freester Fischerteppiche im Konferenzraum des Unihauptgebäudes aus.

Der Wiener Textilkünstler Rudolf Stundl (1897–1990) hat während der Weltwirtschaftskrise den verarmten vorpommerschen Fischern die Teppichknüpferei als Nebenerwerb beigebracht. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus ein für diese Region einmaliges organisiertes Handwerk.

Dr. Thilo Habel
Leitung Kustodie
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Die als Idyll und in harmonischer Ursprünglichkeit erlebte Küstenlandschaft Vorpommerns wurde für den Österreicher und viele Knüpfer zur Quelle auf der Suche nach Mustern. Fische, Wellen, Anker, Möwen und die Stranddiestel dienten als einzigartige Ornamente und machten die Freester Teppiche unverwechselbar. Die Textilien wurden in der DDR wegen ihrer guten Qualität und der hohen Strapazierfähigkeit auch „Perser von der Ostsee“ genannt.

Aufgrund der langjährigen Verbundenheit des Wahlpommern Rudolf Stundl mit der Universität Greifswald überließ er 1990 den gesamten künstlerischen Nachlass der Hochschule. Nun hat die Kustodie der traditionsreichen Alma Mater erstmalig Stundls vollständige Sammlung im Hauptgebäude der Universität der Öffentlichkeit präsentiert und ein Ausstellungskatalog herausgegeben.

Während der Ausstellung konnten 25 originale Knüpf- und Webarbeiten bewundert werden und zu der Exposition erschien ein umfangreicher Katalog über den Universitätsbestand.

Literatur:

  • Dahlenburg und Feltkamp: Freester Fischerteppiche der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Greifswald 2008