Universität in der Region

Universität in der Region

Eröffnung Universität in der Region in Pasewalk
Symbolbild Universität in der Region
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Die Vortragsreihe der Universität

Im Rahmen der Vortragsreihe „Wissen in der Region“ präsentieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Greifswald ihre neuesten Forschungsergebnisse direkt vor Ort. In populärwissenschaftlichen Vorträgen und Diskussionen werden die breite Öffentlichkeit angesprochen und Diskurse zu gesellschaftlich relevanten Themen angestoßen. Damit befördert die Reihe nicht nur den Austausch zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft, sondern stärkt auch die enge Verbundenheit zwischen der Universität und der Bevölkerung in Vorpommern.

Porträt Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier
4. März 2020 – 17:00 Uhr

Gedrückte Stimmung, Lustlosigkeit, Schlafstörungen, Suizidgedanken: Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und führen zu erheblichen Leid bei den Betroffenen und deren Angehörigen. Auch sind sie einer der häufigsten Gründe für Fehltage bei der Arbeit. Einmal erkannt, kann eine Depression jedoch meist erfolgreich behandelt werden. Im Vortrag stellt Frau Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier diese sogenannte Volkskrankheit aus dem Blickwinkel der Betroffenen vor und zeigt neue Wege auf, wie insbesondere auch chronisch depressiven Menschen durch psychotherapeutische Methoden geholfen werden kann.

Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier hat seit Oktober 2019 die Professur für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Greifswald inne und ist Direktorin des dortigen Zentrums für Psychologische Psychotherapie. Sie forscht seit vielen Jahren zur Depression und hat als Psychologische Psychotherapeutin ambulant und stationär viele Betroffene sehr erfolgreich behandelt.

Der Vortrag richtet sich an die breite Öffentlichkeit und ist auch für Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 9 geeignet.

Volkskrankheit Depression - neue psychotherapeutische Wege der Behandlung

Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier, Institut für Psychologie

Veranstaltungsort:Pasewalk, Kulturforum „Historisches U“

Porträt Prof. Dr. Corinna Kröber - Foto: Magnus Schult
Portrait Kerstin Pukkallus - Foto: Ulrich Blume
5. Mai 2020 – 17:00 Uhr

Der Vortrag mit anschließender Diskussion beleuchtet Frauen in der deutschen Kommunalpolitik aus einer vergleichenden Perspektive. Der Anteil der Bürgermeisterinnen, weiblichen Kreis- und Gemeinderatsmitgliedern in Mecklenburg-Vorpommern wird im innerdeutschen und europäischen Vergleich dargestellt. Es wird darauf eingegangen, welche angebots- und nachfrageseitigen Faktoren die Unterschiede im Frauenanteil in kommunalpolitischen Ämtern erklären. Dabei werden insbesondere die Bedeutung der Kompetenzen der Kommunen, des Wahlsystems, sowie der Rekrutierungsmechanismen der Parteien näher betrachtet.

Es wird ersichtlich werden, welche zusätzlichen Hürden Frauen für ein kommunalpolitisches Engagement in Deutschland überwinden müssen. In diesem Zusammenhang wird die Frage kritisch reflektiert, ob davon auszugehen ist, dass der Frauenanteil unter den Amtsinhaber*innen sich im Zeitverlauf von selbst an eine Geschlechterparität annähern wird, oder ob zusätzliche Maßnahmen wie eine Frauenquote für die Kommunalpolitik nötig sind.

Der Vortrag richtet sich an die breite Öffentlichkeit und ist auch für Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 9 geeignet.

Frauen in der Kommunalpolitik

Juniorprof. Dr. Corinna Kröber, Institut für Politik- und Kommunikationswissenschaft, und Kerstin Pukallus, Bürgermeisterin in Torgelow

Veranstaltungsort: Torgelow, Ueckersaal (Ueckerpassage 11)

Porträt Isabel Barwisch - Foto: Ole Kracht
2. April 2020 – 17:00 Uhr

Die Vögel des Glücks sind in unserer Region insbesondere zu den Zugzeiten im Frühjahr und Herbst zu tausenden zu beobachten. In Mecklenburg-Vorpommern brüten mehr als 4 000 Paare dieser imposanten Art. Trotz steigender Populationszahlen wurde in einigen Regionen in den letzten Jahren beim Kranich ein rückläufiger Reproduktionserfolg verzeichnet. Seit 2016 werden Brutplätze mittels Wildkameras beobachtet, um Störungen und Ursachen für Gelegeverluste ermitteln zu können. Als ursprüngliche Brutgebiete gelten größere Moore sowie Bruchwälder. Zugleich ist die Art sehr anpassungsfähig, wodurch sich die Kraniche auch die stark durch den Menschen geprägten Agrarlandschaften zu Nutze machen konnten.

Doch mit welchen Herausforderungen werden die Kraniche in den neu erschlossenen Lebensräumen konfrontiert? Unterliegen einzelne Habitate möglicherweise einem höheren Druck durch Räuber (Prädationsdruck) als andere? Wie Kraniche mit verschiedenen Bruthabitaten zurechtkommen und welche Auswirkungen dies auf die Art haben könnte, wird in der Veranstaltung ebenfalls aufgezeigt.

Der Vortrag richtet sich an die breite Öffentlichkeit und ist auch für Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 9 geeignet.

Störenfrieden und Eierdieben auf der Spur – Gefahren für brütende Kraniche und ihren Nachwuchs

Isabel Barwisch, Zoologisches Institut und Museum, Vogelwarte

Veranstaltungsort: Stadtgeschichtliches Museum, Wolgast (Rathausplatz 6)

Prof. Dr. Sebastian Günther - Foto: Philipp Müller
Prof. Dr. Katharina Schaufler - Foto: Philipp Müller
10. Juni 2020 – 17:00 Uhr

Die Gesundheit von Mensch und Tier ist zunehmend durch Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien bedroht. Dies ist eine enorme Herausforderung im sich anbahnenden Zeitalter ohne sicher wirksame Antibiotika. In dieser Situation stellen Wirkstoffe, welche die krankmachenden Eigenschaften von Bakterien angreifen und dadurch eine Infektion verhindern oder abschwächen können, eine sinnvolle Alternative zum Einsatz klassischer Antibiotika dar. Gerade bei unkomplizierteren Harnwegs- oder Atemwegsinfektionen könnte so der Einsatz von Antibiotika reduziert werden.

Aktuell rücken traditionell eingesetzte Heilpflanzen in den Mittelpunkt des Interesses. Ein Hauptziel der Arbeiten der Pharmazeutischen Biologie und Pharmazeutischen Mikrobiologie an der Universität Greifswald ist, die Inhaltsstoffe dieser ursprünglichen Heilpflanzen unter Einbeziehung modernster Methoden der Analytik, Mikrobiologie und Bioinformatik auf ihre Nutzbarkeit hinsichtlich der Bekämpfung von antibiotikaresistenten Bakterien zu überprüfen. Ein interessantes Beispiel ist der in Vorpommern angebaute Sonnentau.

Der Vortrag richtet sich an die breite Öffentlichkeit und ist auch für Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 9 geeignet.

Zurück zu den Wurzeln – Können alte Heilpflanzen im Kampf gegen resistente Keime helfen?

Prof. Dr. Sebastian Günther und Juniorprof. Dr. Katharina Schaufler, beide Institut für Pharmazie

Veranstaltungsort:Pasewalk, Kulturforum „Historisches U“

Porträt Dr. Marie Zühlke - Foto: Philipp Müller
2. Juli 2020 – 17:00 Uhr

Algen sind ein essentieller Bestandteil des marinen Ökosystems, denen zusätzlich viele gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt werden. Es kann jedoch äußerst problematisch werden, wenn sich Algen massenhaft vermehren. Derartige Algenblüten nehmen in ihrer Häufigkeit und Intensität zu, was maßgeblich durch den Menschen beeinflusst wird. So bedecken Algenteppiche in regelmäßigen Abständen weitläufig Meere und Strände, mit erheblichen ökologischen und ökonomischen Auswirkungen. Auf der anderen Seite birgt die Algenbiomasse enormes Potenzial. Aufgrund ihrer wertvollen Inhaltsstoffe sind Algen vielfältig nutzbar. Algen aus der Ostsee könnten zukünftig für die Gewinnung neuer mariner Zucker geerntet werden. Aber auch andere Inhaltsstoffe, wie Pigmente für kosmetische Anwendungen oder ungesättigte Fettsäuren für gesunde Nahrungsmittel, sind attraktiv.

In diesem Vortrag tauchen Sie zusammen mit Dr. Marie-Katherin Zühlke in das Phänomen Algenblüte ein. Dabei schließen Sie Bekanntschaft mit den Bakteriengemeinschaften, für die eine Algenblüte einen reich gedeckten Tisch darstellt und lernen diejenigen Mechanismen kennen, die Bakterien zu den Meistern der Algenverdauung machen. Ihre dafür benötigten Enzymbaukästen sollen eingesetzt werden, um sich Algenbiomasse, insbesondere deren hochkomplexe Zucker, zugänglich und damit nutzbar zu machen.

Der Vortrag richtet sich an die breite Öffentlichkeit und ist auch für Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 9 geeignet.

Algenblüten – Fluch oder doch ein Segen?

Dr. Marie-Katherin Zühlke, Institut für Pharmazie

Veranstaltungsort: Karlshagen, Haus des Gastes (Hauptstraße 4)


Universität in der Region

Wissen lockt. Seit 1456 an die Universität Greifswald – nun präsentieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität ihre neuesten Forschungsergebnisse direkt vor Ort. Zum Wintersemester 2018/19 startete die neue Vortragsreihe „Universität in der Region“. In populärwissenschaftlichen Vorträgen und neuen Diskussionsformaten werden die breite Öffentlichkeit angesprochen und Diskurse zu gesellschaftlich relevanten Themen angestoßen. Damit befördert die Reihe nicht nur den Austausch zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft, sondern stärkt auch die enge Verbundenheit zwischen der Universität und der Bevölkerung in Vorpommern. Die Auftaktveranstaltung fand am 10. Oktober 2018 im Kulturforum „Historisches U“ in Pasewalk statt. Der Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann, die Rektorin der Universität Greifswald, Prof. Dr. Johanna E. Weber, und die Bürgermeisterin von Pasewalk, Sandra Nachtweih, eröffneten die Reihe und diskutierten mit den Besucherinnen und Besuchern.

„Universität in der Region“ wird gefördert durch den Vorpommern-Fonds.
Mit freundlicher Unterstützung von: Stadt Pasewalk, Sparkasse Vorpommern in Anklam, Stadtgeschichtliches Museum Wolgast

Presse- und Informationsstelle
Domstraße 11, Eingang 1
17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 1150
pressestelleuni-greifswaldde

Vergangene Veranstaltungen

Porträt Marcus Fritze – Foto: Magnus Schult
13. November 2019 – 17:00 Uhr

Nur einige Tiergruppen haben es innerhalb von wenigen Jahren so gut wie Fledermäuse geschafft, ihren schlechten Ruf weitgehend abzulegen und stattdessen als spannende Tiere wahrgenommen zu werden. Noch spannender werden Fledermäuse, wenn man selbst anfängt, sie zu erforschen. Das ist nur etwas für „echte“ Wissenschaftler, die an einer Universität arbeiten? Falsch gedacht, denn alle können Forschende sein, die den nötigen Spaß und das Interesse dazu mitbringen. Wie das geht und warum Bürgerinnen und Bürger ein wichtiger Teil des Wissenschaftsprozesses sein sollten, erklärt Marcus Fritze in diesem Vortrag. Und natürlich wird er auch spannende Fakten und ungelöste Forschungsfragen zum Thema Fledermaus präsentieren.

Der Vortrag ist auch für Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 9 geeignet.

Kopfüber in die Wissenschaft – Wir alle können Fledermausforscher sein!

Marcus Fritze, Zoologisches Institut und Museum

Veranstaltungsort: Wolgast

Porträt Alexander Lammers – Foto: Magnus Schult
16. Oktober 2019 – 17:00 Uhr

Antibiotika können Leben retten. Aber auch Antibiotikaresistenzen sind weltweit auf dem Vormarsch. Falsche Einnahme oder großflächiger Einsatz in der Tierhaltung sind nur einige Gründe dafür, dass Menschen auch noch im Jahr 2019 an Infektionen durch resistente Bakterien sterben, weil die Antibiotika nicht mehr wirken. Die Suche nach neuen Wirkstoffen gestaltet sich allerdings häufig schwieriger als gedacht. In einem aktuellen Kooperationsprojekt suchen Wissenschaftler der Universität Greifswald in Kooperation mit dänischen und niederländischen Forschern nach Substanzen, die in Zukunft als neue Antibiotika dienen könnten. Dafür reisen die Forschenden bis nach Namibia, um eine besondere Spinnenart zu untersuchen, die Stegodyphus dumicola. Denn diese lebt in Symbiose mit bestimmten Mikroorganismen, die mögliche neue Wirkstoffe produzieren.

Wie kam es zu der aktuellen Resistenzkrise und was kann jeder Einzelne dagegen tun? Warum gestaltet sich die Suche nach neuen Wirkstoffen so schwierig? Und warum reisen europäische Forschende bis nach Namibia, um dort Spinnen zu untersuchen? Diese und weitere Fragen klärt der Doktorand Alexander Lammers aus der Arbeitsgruppe für Stoffwechselbiochemie und Metabolomics des Instituts für Biochemie in seinem Vortrag. Er nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Forschungsreise nach Namibia und berichtet bildreich vom Alltag eines Wissenschaftlers in Afrika.

Der Vortrag richtet sich an die breite Öffentlichkeit und ist auch für Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 9 geeignet.

Was haben Spinnen aus Namibia mit Antibiotikaforschung zu tun?

Alexander Lammers, Institut für Biochemie

Veranstaltungsort: Pasewalk

Porträt Prof. Dr. Brigitte Geißel - Foto: Vincent Leifer
29. August 2019 – 17:00 Uhr

Die Demokratie steckt in der Krise. Rund 80 Prozent der Deutschen haben kein Vertrauen mehr in die politischen Parteien. Ein Viertel der Wählerinnen und Wähler hat sich dauerhaft von der Wahlurne verabschiedet. Neue Demokratiemodelle sind nötig, um die Herrschaft des Volkes zeitgemäß umzusetzen. Aber wie kann die Demokratie der Zukunft aussehen?

Mit einem Impulsvortrag führt Prof. Dr. Brigitte Geißel in das Thema ein. In ihrem aktuellen Forschungsprojekt am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald untersucht sie neue demokratische Verfahren und Modelle. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, wie eine erfolgreiche Bürgerbeteiligung aussehen kann. Und dazu sind auch Sie gefragt! Nach dem Vortrag möchten wir in einer Ideenwerkstatt gemeinsam mit Ihnen praktische Vorschläge für eine Demokratie mit Zukunft erarbeiten. Kommen Sie, diskutieren Sie mit uns – denn es geht auch um Ihre Zukunft!

Demokratie mit Zukunft?

Prof. Dr. Brigitte Geißel, Alfried Krupp Wissenschaftskolleg

Veranstaltungsort: Ueckersaal Torgelow

Porträt Katja Rahn - Foto: Magnus Schult
19. September 2019 – 17:00 Uhr

Die intensive Landwirtschaft und Fischerei führt dazu, dass unsere Landschaft immer homogener wird. Dies kann zu Nahrungsknappheit führen. Einige Tiere passen sich an die neuen Gegebenheiten an, indem sie neue Nahrungsgebiete aufsuchen oder andere Ressourcen nutzen. Nicht selten greifen sie dabei auch auf vom Menschen beeinflusste Gebiete zurück und werden deshalb häufiger auf Mülldeponien oder in Stadtbezirken gesichtet, bei uns an der Küste überwiegend Möwen. Auf der Naturschutzinsel Böhmke und der Vogelschutzinsel Riether Werder brüten jedes Jahr zwei der größten Kolonien von Lachmöwen (Chroicocephalus ridibundus) in Deutschland. Während die Zahl der Brutpaare auf der Insel Böhmke etwa gleichbleibend ist, wächst die Zahl der Brutpaare auf der Insel Riether Werder.

Wird die Entwicklung dieser Kolonien vom Nahrungsangebot in der Umgebung bestimmt? Erste Ergebnisse wird die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Vogelwarte, Katja Rahn, in ihrem Vortrag präsentieren.

Fastfood oder regionale Küche? Nahrungssuche bei brütenden Lachmöwen

Katja Rahn M. Sc., Zoologisches Institut und Museum

Veranstaltungsort: Haus des Gastes, Zinnowitz

Porträt Prof. Dr. Stefan Harrendorf – Foto: Kilian Dorner
6. Juni 2019 – 17:00 Uhr

Soziale Medien wie Facebook, WhatsApp, Telegram und Instagram spielen eine wichtige Rolle bei Radikalisierungsprozessen. Akteure mit extremistischen Hintergrund verbreiten hier ihre Propaganda und versuchen neue Anhänger zu rekrutieren. Das Internet ermöglicht ihnen – in einem durch Anonymität geschützten Raum – einen direkten Austausch, Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten sowie eine weltweite Vernetzung.

Im Forschungsverbund „Radikalisierung im digitalen Zeitalter – Risiken, Verläufe und Strategien der Prävention (RadigZ)“ untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler worüber im Internet kommuniziert wird und welche Auswirkungen dies auf einen Radikalisierungsprozess haben kann. Dafür analysieren sie rechtsextreme und salafistisch-jihadistische Gruppen-Kommunikationsprozesse. Ziel des Forschungsprojekts ist es zu klären, in welchem Ausmaß diese Prozesse zur Annahme radikaler sozialer Identitäten beitragen und das Fortschreiten der Radikalisierung befördern. Gleichzeitig sollen besonders relevante Denk- und Argumentationsfiguren identifiziert sowie die einflussreichsten Akteure der untersuchten Foren, Chats und Gruppen ermittelt werden.

Der Referent Prof. Dr. Stefan Harrendorf hat an der Universität Greifswald den Lehrstuhl für Kriminologie, Strafrecht, Strafprozessrecht und vergleichende Strafrechtswissenschaften inne. In seinemVortrag stellt er der interessierten Öffentlichkeit Zwischenergebnisse aus dem noch bis 2020 laufenden, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten, Projekt RadigZ vor.

Radikalisierung im digitalen Zeitalter

Prof. Dr. Stefan Harrendorf, Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät

Veranstaltungsort: Konferenzraum der Sparkasse Anklam

Porträt Ulrike Stern – Foto: Magnus Schult
3. Juli 2019 – 17:00 Uhr

Fritz Reuter (1810-1874) gilt als einer der bedeutendsten niederdeutschen Schriftsteller. Seine Werke sind von feinsinnigem Humor und zahlreichen satirischen Anspielungen geprägt. Seine Bücher wurden ins Dänische, Englische, Finnische, Französische, Italienische, Japanische, Niederländische, Norwegische, Polnische, Rumänische, Russische und Schwedische übersetzt. Zu Reuters wichtigsten Werken zählt das Versepos „Kein Hüsung“. Um so erstaunlicher, dass sich die Handschrift nicht im Fritz-Reuter-Literaturmuseum in seiner Geburtsstadt Stavenhagen oder im Reuter-Wagner-Museum in Eisenach befindet, wo der Dichter seinen Alterswohnsitz hatte, sondern in einem Altenheim in der Nähe von New York.

Wie kam das Manuskript nach Amerika? Welche Einblicke kann es uns in den Schaffensprozess bieten? Warum sein Verbleib heute wieder Fragezeichen aufwirft, erklärt Ulrike Stern, die 2016 eine Kopie der Handschrift zurück nach Deutschland holen konnte. Die Referentin ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik der Universität Greifswald. In ihrem Vortrag nimmt sie die Besucherinnen und Besucher mit auf eine spannende Reise in die Welt der niederdeutschen Sprache.

Kriminalfall Fritz Reuter

Ulrike Stern, Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik

Veranstaltungsort: Stadtgeschichtliches Museum, Wolgast (Rathausplatz 6)

Porträt Susanne Sievers – Foto: Magnus Schult
10. April 2019 – 17:00 Uhr

Im menschlichen Darm leben Billionen Mikroorganismen (das Mikrobiom) und beeinflussen unsere Verdauung und unser Immunsystem. Ihre Anzahl übersteigt die Anzahl der Zellen, aus denen unser Körper besteht, bei weitem. Welche Bedeutung diese Mikroorganismen für unsere Gesundheit haben, ist derzeit Gegenstand der Forschung.

Schon seit langem ist bekannt, dass eine Behandlung mit Antibiotika nicht nur krankmachende Keime abtötet, sondern auch unser Mikrobiom aus dem Gleichgewicht bringt oder zerstört. In der Folge können sich Krankheitserreger ausbreiten und Infektionen im Darm verursachen. Clostridioides difficile stellt einen solchen opportunistischen Keim dar und führt laut Robert-Koch-Institut die Rangliste der gefährlichsten bakteriellen Krankenhauskeime an. Die Symptome einer C. difficile Infektion reichen vom leichten Durchfall bis hin zum Darmdurchbruch. Im Gegensatz zu anderen „Superkeimen“ ist aber nicht die Antibiotikaresistenz das größte Problem bei der Behandlung der Infektion, sondern vielmehr die Fähigkeit des Bakteriums, eine höchst widerstandsfähige Überlebensform (Endosporen) zu bilden.

In ihrem Vortrag stellt Dr. Susanne Sievers neueste Forschungserkenntnisse zum Keim Clostridioides difficile vor. Sie berichtet von der Entwicklung neuartiger und alternativer Therapien, die die positive Wirkung unseres Mikrobioms einbeziehen. Der Vortrag richtet sich an die breite Öffentlichkeit ebenso wie an medizinisches Personal.

Tatort Darm: Wie Antibiotika Bakterien anfeuern

Dr. Susanne Sievers, Institut für Mikrobiologie

Veranstaltungsort: Kreiskrankenhaus Wolgast (Hörsaal)

Porträt Prof. Dr. Christian von Savigny – Foto: Magnus Schult
15. Mai 2019 – 17:00 Uhr

Vulkanausbrüche sind eine der wichtigsten Ursachen natürlicher Klimaschwankungen und können mit zahlreichen, auch gravierenden, Konsequenzen für Mensch und Umwelt verbunden sein. So musste beim Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull im Jahr 2010 der Flugverkehr in weiten Teilen Nord- und Mitteleuropas eingestellt werden, weil die ausgestoßene Asche für erhebliche Beeinträchtigungen sorgte. Entscheidend für die klimatischen Folgen von Vulkanausbrüchen sind Schwefelverbindungen, die in der Atmosphäre in sogenannte Aerosole umgewandelt werden und das Sonnenlicht zum Teil ins Weltall zurückstreuen. Dies kann zu einer deutlichen Abkühlung der Erdoberfläche führen.

In seinem Vortrag gibt Prof. Dr. Christian von Savigny von der Arbeitsgruppe Umweltphysik des Instituts für Physik der Universität Greifswald einen Überblick über die wichtigsten Folgen vulkanischer Aerosole auf Atmosphäre und Klima. Er spannt dabei einen Bogen von historischen Berichten bis hin zur aktuellen Atmosphären- und Klimaforschung. Die Arbeitsgruppe Umweltphysik beschäftigt sich mit der Erforschung physikalischer und chemischer Prozesse in der mittleren Atmosphäre der Erde, beispielsweise dem Einfluss von Sonne und Mond, der Bedeutung von Ozon oder den sogenannten leuchtenden Nachtwolken. Die mittlere Atmosphäre umfasst dabei den Höhenbereich von etwa 10 bis etwa 100 km.

Der populärwissenschaftliche Vortrag richtet sich an die breite Öffentlichkeit und ist auch für Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 9 geeignet.

Welchen Einfluss haben Vulkanausbrüche auf Atmosphäre und Klima?

Prof. Dr. Christian von Savigny, Institut für Physik

Veranstaltungsort: Kulturforum „Historisches U“, Pasewalk

Porträt Anna-Henrikje Seidlein – Foto: Magnus Schult
14. März 2019 – 17:00 Uhr

Eine lebensbedrohliche Erkrankung, die eine Behandlung auf der Intensivstation erforderlich macht, kann jeden von uns unerwartet treffen. Durch den stetigen Fortschritt medizinischer Behandlungsmöglichkeiten scheint (fast) alles möglich zu werden, um Menschenleben zu retten.Aber: Möchte ich alle Mittel und Wege der „Maximaltherapie“ für mich ausschöpfen? Die ständig wachsende gesellschaftliche und rechtliche Bedeutung der Patientenselbstbestimmung fordert uns als Bürger dazu auf, uns mit Situationen schwerer Krankheit auseinanderzusetzen, in der wir uns nicht mehr selbst zu unseren Wünschen äußern können. Es gilt Vorsorge zu treffen, denn die Frage nach dem Willen von PatientInnen ist eine der schwersten Aufgaben des medizinischen Alltags.

An diesem Abend wird nicht nur das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „Be Prepared! Maximaltherapie im Diskurs“ vorgestellt, sondern wir werden gemeinsam mit Ihnen über Möglichkeiten und Grenzen von Intensivtherapie und Vorsorgedokumenten diskutieren. Das Expertenwissen der Bürger wird gebraucht, um neue Ideen zu entwickeln. Dabei kann es etwa um die Frage gehen, welche Rolle Ärzte, Angehörige und Patienten bei der Entscheidungsfindung spielen sollten und wo die Grenzen der Maximaltherapie liegen. Wir freuen uns auf einen regen Austausch mit Ihnen!

Schwierige Entscheidungen auf der Intensivstation

Anna-Henrikje Seidlein, M. Sc. und weitere MitarbeiterInnen des Projektteams, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin

Veranstaltungsort: Konferenzraum der Sparkasse Anklam

Porträt Dr. Christoph Krasemann
21. März 2019 – 17:00 Uhr

Die Loitzer Kirchengemeinde besitzt einen großen Bücherschatz mit mehr als 600 Bänden, von denen die ältesten 400 Jahre alt sind. Dazu gehört auch die hebräische Bibel „Miqra - Biblia Hebraica“ (Antwerpen, 1584), die 1704 ihren Weg nach Loitz fand. Ursprünglich war sie dafür konzipiert, den hebräischen Bibeltext leichter verständlich zu machen. Schon kurz nach ihrem Erscheinen nutzte der sächsische Hebraist Elias Hutter (1553/4-1604/5/9) sie für seine eigene Edition einer hebräischen Bibel, die „Biblia Sacra – Derekh ha-Kodesh“ (Hamburg, 1587). Mit seiner Arbeit wollte Hutter allen Menschen das Hebräische lehren. Eine finanzielle Notlage zwang ihn jedoch, seine Bibel zu verkaufen. Somit fand sein Handexemplar den Weg nach Pommern. Zunächst im Besitz der Pastorenfamilie Balthasar, erwarb 1704 der Loitzer Pastor Christian Schröder die Bibel. Noch heute finden sich in Hutters Handexemplar zahlreiche Notizen, die äußerst wertvoll für die Forschung sind und einen Einblick in die Arbeit des Hebraisten gewähren.

Dr. Christoph Krasemann hat 2018 binational am Lehrstuhl für Altes Testament der Universität Greifswald und der niederländischen Rijksuniversiteit Groningen promoviert. Er stellt in seinem Vortrag nicht nur die bewegte Besitzgeschichte dieser hebräischen Bibel vor, sondern zeigt zudem, wie man einst Hebräisch lernte und lehrte. Anschließend besteht die Möglichkeit, die Loitzer Kirchenbibliothek zu besichtigen.

Wie man einst Hebräisch lernte – die bewegte Geschichte einer hebräischen Bibel in der Loitzer Kirchenbibliothek

Dr. Christoph Krasemann, Alumnus der Theologischen Fakultät

Veranstaltungsort: Kirche St. Marien, Loitz

Dr. Anne Heller – Foto: Till Junker
16. Januar 2019 – 17:00 Uhr

Wie werden Lehramtsstudierende der Universität Greifswald auf ihren Beruf vorbereitet? Braucht es andere und neue Wege, wenn es um Schulen im ländlichen Raum geht? Was kann den ländlichen Raum als Lebens- und Arbeitsort für die Absolventen attraktiv machen?

Ausgehend von diesen Fragestellungen entstand das Projekt Uni vor Ort (UvO), welches seit 2016 als Modellvorhaben für Soziale Dorfentwicklung von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gefördert und in Kooperation von Erziehungs- und Politikwissenschaft durchgeführt wird. Es koppelt universitäre Ausbildung an spezifische Projekte in einer dörflichen Gemeinde. Die Studierenden arbeiten und engagieren sich vor Ort und lernen dabei die besonderen Probleme und die Potenziale ländlicher Regionen kennen. Das Engagement reicht vom Jugendclub über Kunstprojekte bis zur Seniorenweihnachtsfeier und setzt damit in besonderer Weise auf intergenerationelles Lernen. So entstehen Anregungen, wie der ländliche Raum inner- und außerschulisch gestärkt werden kann und wo sich die Studierenden selbst zukünftig einbringen können.

An diesem Abend stellen die Projektleiterin Dr. Anne Heller und Studierende der Erziehungswissenschaft das Projekt UvO vor. Und zusammen mit den Besucherinnen und Besuchern sollen weitere Ideen gesammelt werden, wie der ländliche Raum in der Region Pasewalk inner- und außerschulisch gestärkt werden kann.

Lehrerbildung im ländlichen Raum

Dr. Anne Heller mit Studierenden des Lehramtes

Veranstaltungsort: Kulturforum „Historisches U“, Pasewalk (An der Kürassierkaserne 9)

Prof. Dr. Daniel Schiller – Foto: Kilian Dorner
12. Dezember 2018 – 17:00 Uhr

Kreativschaffende setzen neue Akzente in ländlichen Regionen. Sie bespielen verlassene Industriebrachen und Kieskuhlen mit Festivals, Gastronomie und Bildungsangeboten oder kaufen marode Gutshäuser, um sie zu sanieren und in Ateliers, Probenräume und Kulturhäuser zu verwandeln. Viele Beispiele zeigen, wie künstlerische und kreative Projekte an ungewöhnlichen Orten zusammen mit den Menschen vor Ort regionale Abwärtsspiralen durchbrechen und neue Entwicklungspfade initiieren. Prof. Dr. Daniel Schiller eröffnet den Abend mit einem Impulsvortrag zur Bedeutung kreativer Pioniere mit besonderem Blick auf den ländlichen Raum. Er zeigt anhand von Beispielen guter Praxis, wo kreative Impulse im ländlichen Raum gesetzt wurden und warum sie Erfolg hatten. Im Anschluss daran sind Sie gefragt! Kennen Sie selbst ein marodes Gutshaus, ein brachliegendes Industriegelände oder einen anderen Ort, an dem kreative Pioniere einen Beitrag zur Erhöhung der Lebensqualität leisten können? In einer Ideenwerkstatt identifizieren wir gemeinsam mit Ihnen Bedarfe und Orte in Ihrer Region. Und wir zeigen, wie aus Wünschen konkrete Ziele und Projekte werden können.

Kreative Pioniere in Vorpommern

Ideenwerkstatt zu Bildungs- und Erlebnisorten im ländlichen Raum

Referent: Prof. Dr. Daniel Schiller, Universität Greifswald
Moderation: Katja Wolter, Steinbeis-Institut für Ressourcen-Entwicklung

Veranstaltungsort: Stadtgeschichtliches Museum, Wolgast (Rathausplatz 6)

Foto Susanne Abel
14. November 2018 – 17:00 Uhr

Im öffentlichen Bewusstsein spielen Moore kaum eine Rolle – zu Unrecht, denn sie sind extrem wichtig für den Menschen und die Umwelt! Sie leisten als Kohlenstoffspeicher einen immensen Beitrag zum Klimaschutz. Moore fördern zudem biologische Vielfalt, liefern Rohstoffe und bieten Erholung – aber nur, wenn sie nass sind.

Doch für Landwirtschaft oder Torfabbau werden Moore seit Jahrhunderten trockengelegt. Die Folgen: Die Moorböden zersetzen sich, sacken ab, sind für eine Nutzung verloren und setzen gleichzeitig riesige Mengen an klimaschädlichen Treibhausgasen frei. Durch Wiedervernässung lassen sich Moore renaturieren, Emissionen vermeiden und sogar in einer neuen Form nutzen: Niedermoorpflanzen wie Schilf, Rohrkolben oder Seggen können Rohstoffe für Bau- oder Brennmaterialien liefern. Torfmoose von Hochmooren liefern Ersatz für Torf im Gartenbau. Paludikultur heißt diese nachhaltige Produktion auf nassen Flächen, eine Wortschöpfung aus palus (lat. der Sumpf) und cultura (lat. die Bewirtschaftung). Das Konzept wird seit Jahren an der Universität Greifswald, Partner im Greifswald Moor Centrum, erforscht. Die Expertise des daraus entstandenen Greifswald Moor ist mittlerweile international bekannt und mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden.

Moor, Klimaschutz und Paludikultur

Susanne Abel, Projektkoordinatorin MoorDialog (Universität Greifswald, Greifswald Moor Centrum)

Veranstaltungsort: Konferenzraum der Sparkasse Vorpommern in Anklam (Pferdemarkt 1)

Foto Bernhard Michalowsky
10. Oktober 2018 – 17:30 Uhr

Wer bin ich? Wo wohne ich? Ist der Herd aus? Gedächtnis, Orientierung und Denkvermögen verschlechtern sich bei Demenzkranken kontinuierlich. Allein in Deutschland sind 1,6 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. Die Versorgung der Betroffenen stellt eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung dar, die sich nicht nur aufgrund der drastisch steigenden Erkrankungszahlen auf das Gesundheitssystem auswirken wird. Damit verbunden sind erhebliche Gesundheitsausgaben für die Kranken- und Pflegeversicherungen. Innovative Versorgungsansätze, die auf eine möglichst frühzeitige und umfassende Versorgung der Betroffenen zielen, sind daher von fundamentaler Bedeutung.

Im Vortrag werden die Forschungsansätze des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE) in der Helmholtz-Gemeinschaft am Standort Rostock/Greifswald vorgestellt. Forschungsziel ist es, diese innovativen Ansätze in die Routineversorgung zu integrieren und damit die Versorgung von Menschen mit Demenz nachhaltig zu verbessern. Das DZNE arbeitet eng mit dem Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald zusammen. Ein Forschungsschwerpunkt der Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health ist seit vielen Jahren die Demenzforschung.

Mit Demenz leben

Dr. Bernhard Michalowsky,Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE)

Veranstaltungsort: Kulturforum „Historisches U“, Pasewalk (An der Kürassierkaserne 9)